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Zehdenick Diskussion und Theater zu einem Thema
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16:50 07.07.2019
Premiere auf dem Traumschüff in Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

 Das Traumschüff, das Theater im Fluss, und Jürgen Dusel haben sich gefunden, denn sie haben eines gemeinsam: Die Theaterleute entwickeln ihre Stücke im Dialog mit den Menschen, die sie bei ihren Touren durchs Land kennenlernen. Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, lädt unter der Marke „Kultur im Kleisthaus“ regelmäßig zu barrierefreien Veranstaltungen ein und geht im Sommer damit ebenfalls raus aufs Land, in diesem Jahr dreimal gemeinsam mit der Traumschüff-Crew.

Die Traumschüff-Premieren-Crew in Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt

Die ärztliche Versorgung ist sowohl Thema des neuen Traumschüff-Stückes als auch Anlass für eine Podiumsdiskussion mit dem Theaterpublikum. Am Sonnabend sollte es nach der Premiere auf der Schlosshalbinsel an der Havel in Zehdenick die Gelegenheit zum Austausch geben. Wegen des Regens wurden die beiden Programmpunkte kurzerhand vertauscht.

Das Motto des Abends, zu dem sich mehr als 60 Gäste eingefunden hatten: „Dorf sucht Arzt. Oder: Was, wenn die letzte Praxis schließt?“ Vanessa Marlog befragte dazu Gabriele Haubner, seit drei Jahren ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in Zehdenick, Astrid Wegner, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Brandenburg (LAG-SH), Hildburg Pakusch vom Märkischen Sozialverein und Professor Marcus Deckert, Klinikdirektor der Medizinischen Hochschule Brandenburg.

Bei der Podiumsdiskussion zur medizinischen Versorgung auf dem Lande, unter anderem mit Jürgen Dusel (l.). Quelle: Martina Burghardt

Die künftige ärztliche Versorgung der Landbevölkerung, so viel wurde deutlich, bereitet nicht nur älteren und gesundheitlich eingeschränkten Menschen Sorgen, sondern auch deren Angehörigen. Fachärzte werden immer seltener, Fahrtwege und Termin-Wartezeiten länger. Obwohl es motivierte junge Ärzte gebe, wie die Experten bestätigten, hinken die Arbeitsbedingungen hinter den Lebensansprüchen hinterher.

Eine App ersetzt nicht den Arzt

Neue Modelle würden gebraucht. Die Gemeindeschwester, Apps und virtuelle Arztbesuche seien Ergänzungen, aber kein Ersatz für den wirklichen Kontakt und auch nicht für jeden geeignet, darin war man sich in der Runde einig. Eine größere Mobilität sieht Markus Deckert in der Zukunft. Das setze jedoch sowohl flexible, sprich mobile, Fachärzte als auch einen komfortablen Personennahverkehr voraus. Die in der Diskussion angesprochenen Themen fanden sich dann in dem Stück „Hinter den Fenstern“ von Nikola Schmidt wieder, sicherlich nachdenklich stimmend, allerdings auf heitere Art und Weise. Das Premieren-Publikum spendete reichlich Applaus.

Eine Landärztin geht in den Ruhestand – aktuelles Thema für das neue Theaterstück des Traumschüffs. Quelle: Martina Burghardt

Die nächsten beiden Veranstaltungen mit barrierefreier Theateraufführung und Podiumsdiskussion werden am 2. August in Potsdam und am 21. September in Havelberg stattfinden. Die nächsten Traumschüff-Stationen sind am 12. und 13. Juli Liebenwalde sowie vom 16. bis 20. August Oranienburg.

Von Martina Burghardt

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