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Zehdenick Kurtschlag feiert 270. Jubiläum mit Festumzug
Lokales Oberhavel Zehdenick Kurtschlag feiert 270. Jubiläum mit Festumzug
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13:17 30.06.2019
Angeführt wurde der Umzug vom „Klingelschmidt“. Quelle: Fotos: Uwe Halling
Kurtschlag

Ganz zum Schluss fuhr noch ein Pulk von Simson-Mopeds durchs Dorf. Davor alte Trekker, ein Trabant „Kübel“, Mitglieder der Freiwilligen Wehr und viele Menschen in traditionellen Gewändern. Und vorneweg, ganz an der Spitze des kleinen Umzugs, stolzierte „Klingelschmidt“, der ab den 1950er-Jahren mit einer Glocke durchs Dorf lief und wichtige Nachrichten verkündete. „Am 23. Juli kontrolliert die Freiwillige Feuerwehr die Stromleitungen.“ Und. „Der Fleischer lässt anfragen, welche Bauern ihre Schweine bei ihm schlachten möchten“, las der „Klingelschmidt“-Mime schallend laut Mitteilungen von einst vor, die Originalglocke in der Hand. Weiter vorn im Dorf, an Häusern wie der ehemaligen Gaststätte, dem Bäcker, dem Maler hingen Fotos längst vergangener Tage – heute wohnen in den Häusern nur noch Privatleute.

Der Zehdenicker Ortsteil Kurtschlag feierte am Sonnabend sein 270. Jubiläum und das ganze Dorf war auf den Beinen. Rund 100 Leute waren beim Festumzug dabei, der auch eine Reise in die Vergangenheit des Ortes war.

Der Festumzug mit rund 100 Teilnehmern am Sonnabend war eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Zehdenicker Ortsteils Kurtschlag im Naturreservat Schorfheide. Immerhin feiert das Dorf in diesem Jahr 270. Jubiläum. Und so gab es seit 20 Jahren mal wieder einen Festumzug durchs Dorf.

Die frisch gewählte Ortsvorsteherin Karola Hoth stand, wie unzählige andere Kurtschlager, am Straßenrand und schaute auf den Umzug. Sie sei beeindruckt, wie viele Leute sich daran beteiligen. „Hier in Kurtschlag halten die Leute zusammen, auch bei solchen Anlässen“, sagt die 62-Jährige. Schule, Kita oder auch Tante-Emma-Laden haben schon vor Jahren dicht gemacht, dafür müssen die Bürger heute nach Zehdenick oder Templin fahren.

Mehr Vereinsmitglieder als Einwohner

Auch die jungen zogen weg, aktuell hat das Dorf rund 250 Einwohner. Dafür, sagt die Ortsvorsteherin, ist das Vereinsleben mehr als lebendig. Es gibt den Kurtschlager SV, Kulturverein, Westernladies, Sambagruppe oder die Volkssolidarität, rund 470 Mitglieder zählen die Vereine – also fast doppelt so viele, wie es Kurtschlager gibt. „Das liegt unter anderem daran, dass einige in mehren Vereinen sind“, so die Ortsvorsteherin.

Und es gibt Hoffnung: In den letzten Jahren seien junge Familien geblieben, bauen sich im Ort eine Zukunft auf. Derzeit gibt es elf Kinder unter vier Jahren. „Wir könnten also langsam daran denken, eine Kita aufzumachen“, so die Ortsvorsteherin. Und sie will mehr tun, um junge Leute in das Dorf zu locken. Vor allem mit Veranstaltungen, von denen auch die Kleinsten etwas haben, damit sich junge Familien wohlfühlen. „Es soll etwa im Herbst ein Kürbisfest geben, das Dorf soll wieder jünger werden.“

Ortsvorsteherin sorgt für Schwung

Mit der Wählergruppe Schorfheide, dazu gehören neben Kurtschlag auch die Nachbardörfer Kappe, Krewelin und Wesendorf, soll in Zukunft in dieser Richtung einiges auf die Beine gestellt werden.„Die Leute merken, dass jetzt wieder Schwung drin ist und ich was bewege“, so Karola Hoth.

Von Marco Paetzel

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