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Oberhavel Zeuge beim Lincoln-Attentat
Lokales Oberhavel Zeuge beim Lincoln-Attentat
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17:11 10.12.2013
Die Autorin Liane von Droste. Quelle: Karl Pfitzmann
Glienicke

Doch die Besucher, die den Weg durch den ersten Schneefall der Saison ins Bürgerhaus gewagt hatten, wurden entschädigt: Mit Vortrag und Lesung der Autorin Liane von Droste über und aus ihrem Buch "Dazwischen der Ozean".

Anhand von Biografien, Erinnerungen und Briefen entführte sie in die Zeit nach 1848, als die Auswanderungswelle aus deutschen Ländern insbesondere nach Amerika, einen ihrer Höhepunkte erreichte. Um den Besuchern diese Zeit gegenwärtig zu gestalten, belegte Liane von Droste ihren Vortrag mit Zahlen, die heute kaum vorstellbar sind. Allein zwischen 1847 und 1857 wanderten eine Million Deutsche in die USA aus. In der Zeitspanne von 1816 bis 1914 waren es sogar 5,5 Millionen. Als Gründe nannte Liane von Droste die politische Krisensituation durch die Revolution 1848 und ihre Zerschlagung. Sie erwähnte aber auch Dürre, Missernten, Hungersnöte, Glaubensfragen, Schuldenlasten oder eine persönliche Liebesgeschichte, die die Menschen aufbrechen ließen, ein neues Leben in einem neuen Land zu versuchen. Meistens war es Amerika.

Wie der Abschied aus der Heimat ausgesehen haben mag, das belegte die Autorin anhand von zeitgenössischen Bildern, die sie mit einem Beamer auf eine Leinwand warf. Da war der dichtbevölkerte Auswandererbahnhof von Berlin-Ruhleben zu sehen oder das Innere eines Segelschiffes, auf dem sich die Menschen dicht in ihre Schlafkojen drängen mussten. Es mag wohl niemand im Raum gewesen sein, der dabei nicht auch die Bilder heutiger Auswanderer aus Afrika nach Europa vor Augen hatte. Was den Vortrag von Liane von Droste so lebendig, auch berührend machte, waren die Einzelschicksale, denen sie anhand von persönlichen Überlieferungen folgte. So las sie aus den Briefen von Gustav Lenz, einem Handwerksburschen aus Württemberg. Er schildert der Mutter die entwürdigenden Verhältnisse auf dem Schiff, auf dem er mit anderen Auswanderern, darunter vielen Kindern, 50 Tage unterwegs war. Wilhelm Heinrich Klein, der 1857 in die USA ausreiste, hatte es nach mehreren Jobs nicht nur zum leitenden Barkeeper gebracht, sondern wurde sogar Zeuge beim Attentat auf den Präsidenten Abraham Lincoln.

Besondere Anteilnahme verdiente das Schicksal von Julie Hanke. Tapfer folgte die junge Frau ihrem Mann in die Neue Welt. Mit einem zweijährigen Kind an der Hand und der englischen Sprache nicht mächtig, kämpfte sie sich von der Ankunft in New York bis nach Texas durch. Nach Jahren auf einer Farm zog es den Mann nach Nikaragua. Und auch hier bauten sich die Hankes eine neue Existenz auf: Diesmal mit einem Hotel aus Zelten und Hütten im Urwald.

Es ist das Verdienst von Liane von Droste, einem eher vergessenen Thema deutscher Vergangenheit Konturen zu geben. Für die Besucher im Bürgerhaus war es eine spannende Geschichtsstunde und für die Autorin selbst eine Freude, erstmals in Glienicke auftreten zu können. Denn hier lebt sie seit zehn Jahren und hat den Ort lieben und schätzen gelernt.

Von Rotraud Wieland

Liane von Droste "Dazwischen der Ozean". 248 Seiten mit 58 Fotos und Illustrationen. Ersch. 2013 in der edition steinlach, Koebisstraße 20 in 16548 Glienicke. ISBN 978-3-9815658-0-5 Preis 19,90 Euro. Bestellung online: www.edition-steinlach.de.

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