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Oberhavel Zwei Griebener bringen Licht ins Dunkel
Lokales Oberhavel Zwei Griebener bringen Licht ins Dunkel
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20:24 24.05.2019
Leuchtende Idee zweier Handwerksleute aus Grieben: Rucksäcke, die sowohl innen als auch außen beleuchtet sind. Quelle: Privat
Grieben

Wenn Männer beim Bier sitzen, können ihnen dabei schon mal helle Gedanken kommen. René Kniffert ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Es ist eine Weile her, dass der heute 36-Jährige bei einem Glas Gerstensaft mit seinem Bruder auf dem Balkon saß und sich dachte, mal etwas erfinden zu müssen. „Etwas, was keiner braucht, aber alle haben möchten“, sagt er heute schmunzelnd. Und tatsächlich mussten die beiden seinerzeit nicht lange überlegen, bis ihnen der Gedanke von beleuchteten Federtaschen und funkelnden Rucksäcken kam. Und als Renés Frau Katrin von den Fantasien der beiden Männer auf dem Balkon Wind bekam, rief sie ihnen zu: Alles Quatsch – ihr solltet lieber dafür sorgen, Licht in Frauenhandtaschen zu bringen, damit wir darin nicht immer so lange nach allen möglichen Sachen suchen müssen. Kein schlechter Gedanke.

Tischler Alexander Dahte (l.) und Malermeister René Kniffert präsentieren eine Auswahl ihrer Produkte, die bereits erhältlich sind. Quelle: Bert Wittke

Das war vor acht Jahren. Inzwischen ist aus den fixen Ideen beim Bierchen zumindest teilweise Realität geworden. Der selbstständige Malermeister René Kniffert aus Grieben hat an seinem lichten Gedanken festgehalten und 2017 Alexander Dahte davon erzählt. Der selbstständige Tischler aus Grieben fand das, was ihm sein Freund da offerierte, toll und meinte entschlossen: „Na dann los, lass uns das Projekt in die Tat umsetzen!“

Der 44-jährige Alexander Dahte war sofort begeistert von der Idee seines Freundes. Quelle: Bert Wittke

Damit begann für die beiden Erfinder ein langer Weg – mit Licht- und Schatten. Zunächst ließen die beiden von einem Berliner Erfinderbüro nachforschen, ob schon jemand vor ihnen auf die Idee gekommen war, Licht ins Dunkel von Rucksäcken, Faulenzermäppchen und Frauenhandtaschen zu bringen. Und siehe da – auf diesem Gebiet sah es tatsächlich noch relativ düster aus. Zwar waren irgendwo in Übersee schon mal beleuchtete Handtaschen aufgetaucht, „aber mit keiner sehr guten Technik“, sagt René. Der gebürtige Berliner und sein Freund Alex tüftelten an besseren Lösungen, bestellten sich übers Internet allerlei Material, bastelten, probierten aus, verwarfen wieder und starteten neu. Aufgeben kam für das Duo nie in Frage. Irgendwann musste der passende Lichtblick kommen. Schließlich war es soweit. Der Prototyp ihrer Erleuchtung war fertig. LED in einem Fieberglas-Kunststoffgemisch – flexibel und stabil. Ebenso wie es notwendig ist, um gerade auch in Kinderhänden bestehen zu können. Und das Ganze mit Hilfe eines USB-Kabels aufladbar und im Bedarfsfall schnell auszutauschen.

Ist praktisch, sicherheitsfördernd und sieht obendrein auch noch cool aus: ein beleuchteter Rucksack. Quelle: privat

Auf einem Bürotisch in Grieben liegen inzwischen die ersten Produkte: Rucksäcke in Rot und Grün und mit ebendiesen Farben beleuchtet – innen und außen. „Es war uns wichtig, nicht nur in die Rucksäcke Licht zu bringen“, sagt der Alexander Dahte, der in Griebens Nachbardorf Herzberg (Ostprignitz-Ruppin) groß geworden ist. Die Außenbeleuchtung, so der 44-Jährige, sei ein willkommener Sicherheitsfaktor. Die Kinder würden besser gesehen, wenn sie damit zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule sind. Und das nicht selten in aller Frühe auf mitunter ziemlich dunklen Straßen und Wegen. Und was für Kinder und Jugendliche ebenfalls wichtig sei: Die leuchtenden Rucksäcke sehen obendrein auch noch cool aus.

Ebenfalls schon im Angebot: beleuchtete Federtaschen in den Farben Blau-Weiß. Quelle: privat

Im Angebot sind auch schon die ersten beleuchteten Federtaschen - robust, elastisch und aus wasserabweisendem Neopren. Zunächst in den Farben Blau-Weiß, später sollen weitere Farbkombinationen dazukommen und dann soll es auch möglich sein, die LED-Farben nach dem eigenen Geschmack auszuwählen, zu kaufen und zu installieren, was – so verspricht René Kniffert – „kinderleicht ist“. Auch das Rucksackangebot soll später um weitere Farben ergänzt werden. Und was die Frauenhandtaschen betrifft – dafür liegen bereits zwei Prototypen vor, die demnächst zu haben sein werden. Die fertigen Artikel werden unter dem Namen „Lightcase“ angeboten, eine Bezeichnung, die als europäische Marke bereits eingetragen ist. „Unsere Produkte haben eine Innenbeleuchtung, die dem Patentamt schon vorliegt“, sagt René Kniffert mit Stolz und fügt hinzu, dass sie zudem TüV-geprüft sind.

„Nachdem wir Leute gefunden hatten, die die von uns geschaffenen Produkte produzieren, konnte der Handel im Februar dieses Jahres beginnen“, sagt Alexander Dahte. Zunächst läuft alles über www.lightcase.shop und Amazon im Internet. Die beiden Griebener sind aber schon emsig auf der Suche nach Kommissionären, die bereit sind, ihre Produkte mit anzubieten. Eine beleuchtete Federtasche mit Ladekabel kostet 14.95 Euro, ein beleuchteter Rucksack 49.95 Euro.

Ist von dem Erfolg ihrer Erfindung 100-prozentig überzeugt: der 36-jährige René Kniffert. Quelle: Bert Wittke

„Auch wenn wir auf dem langen Weg von der Idee bis zum Produkt viel investieren und auch manches Lehrgeld bezahlen mussten, sind wir von unserem Vorhaben doch 100-prozentig überzeugt“, sagen René Kniffert und Alexander Dahte übereinstimmend. Deshalb haben sie auch vor ziemlich genau einem Jahr eine eigene Firma gegründet – die Lightcase UG. Eine Teilnahme an der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ haben die beiden im vorigen Jahr knapp verpasst. Ein Tag vor Ablauf der Wartezeit kam die Absage. Aber sie wollen einen neuen Versuch starten. Und wer weiß, was ihnen bis dahin beim Bierchen noch so alles einfällt, was man erstrahlen lassen kann.

Von Bert Wittke

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