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Oberhavel A10: Acht Brückenteile erfolgreich eingebaut
Lokales Oberhavel A10: Acht Brückenteile erfolgreich eingebaut
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00:22 29.04.2019
Das vierte Brückenteil wird mit einem 500-Tonnen-Kran auf seine Lager gehoben. Die A 10 wurde für diesen komplexen Arbeitsvorgang vorübergehend gesperrt. Quelle: Helge Treichel
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Vehlefanz

 Auf der Brückenbaustelle der A 10 sind an der Anschlussstelle Oberkrämer in der Nacht zum Freitag im Zuge des sechsstreifigen Autobahnausbaus insgesamt acht 50-Tonnen-Bauteile einer neuen Straßenbrücke der Eichstädter Chaussee erfolgreich eingehoben worden. Dafür war die Autobahn zwischen 23 Uhr und 2.48 Uhr viermal vorübergehend komplett gesperrt worden. Es kam zu leichten Verzögerungen, weshalb die Autobahnzufahrt in Richtung Frankfurt (Oder) nicht wie geplant um 6 Uhr freigegeben werden konnte.

Die Vollsperrungen, die erstmals „dynamisch“ an den konkreten Arbeitsfortschritt angepasst waren, dauerten 40, 32, 26 und 25 Minuten und damit jeweils etwas länger als zunächst geplant. Sie waren erforderlich, um die Brückenteile über der Fahrbahn mit dem fließenden Verkehr einzuheben. Dennoch seien die Einschränkungen „signifikant geringer ausgefallen als wenn die Strecke ein ganzes Wochenende lang voll gesperrt gewesen wäre“, resümierte am Morgen Verkehrskoordinator Rainer Ewecker von der ARGE Havellandautobahn A10/A24.

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Das 50-Tonnen-Fertigteil wird vom Schwerlasttransporter gehoben. Quelle: Helge Treichel

Die Autobahnzufahrt Oberkrämer musste in Richtung Frankfurt (Oder) länger als geplant gesperrt werden, da nach dem Einhub der beiden letzten Brückenteile über der Baustelle noch der 500-Tonnen-Kran abgebaut werden musste. Gegen 8.30 Uhr konnte die Zufahrt dann wieder freigegeben werden, womit es keine zusätzlichen Einschränkungen mehr gab.

Die Arbeiten seien zwar nicht schlecht gelaufen, „aber das kriegen wir noch besser hin“, sagte Ecker. Verbesserungswürdige Dinge würden nun im Kreise der beteiligten Firmen besprochen. Aus seiner Sicht sei diese Form der dynamischen Sperrung trotz aller Unwägbarkeiten einer mehrtägigen Vollsperrung am Wochenende vorzuziehen.

Hentschke-Bauleiter Samuel Miehle (r.) geht den Plan durch. Quelle: Helge Treichel

Um so beeindruckender war angesichts des engen Zeitplans, mit welcher Präzision sowohl die Kranexperten von Mammoet als auch die Mitarbeiter der Hentschke Bau GmbH aus Bautzen die sogenannten Verbundfertigteilträger an Ort und Stelle montierten. Millimetergenau passten Flansche, Armierungsstangen und Auflagestützen zusammen.

Anteil hatten daran nicht zuletzt die Hentschke-Mitarbeiter, welche die vorgefertigten Stahlträger mit der Stahl-Betonbasis für die künftige Fahrbahn ausstatteten. Darauf freilich folgt noch eine Schicht Beton und später auch der Asphalt. Ebenfalls mit Beton werden die Bauelemente noch fest miteinander verbunden.

Mit Zugseilen werden die 50 Tonnen in Position gebracht. Quelle: Helge Treichel

Der Brückenneubau soll Ende August, Anfang September dieses Jahres abgeschlossen sein. Dasselbe gilt übrigens für die Brücke der L 305 nahe der Anschlussstelle Mühlenbeck. Doch während die Mühlenbecker Brücke im vergangenen Sommer bereits innerhalb einer einzigen Nacht zerlegt wurde, steht der Abriss in Vehlefanz noch bevor. Auch dafür wird voraussichtlich wieder eine Vollsperrung erforderlich sein. Diese Brücke, die vor noch gar nicht so langer Zeit in der selben Bauweise errichtet wurde wie der verlängerte Ersatzneubau, bleibt allerdings vorerst noch in Benutzung.

Ein niederländisch-österreichisches Konsortium baut in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) den 65 Kilometer langen Autobahnabschnitt der A 10 und A 24 aus. Bis Ende 2022 werden insgesamt rund 650 Millionen Euro investiert. Für den Projektzeitraum von 30 Jahren inklusive Betreibung sind allerdings 1,4 Milliarden Euro veranschlagt. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatten die niederländische Royal BAM Group und die Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. aus Österreich den Zuschlag erhalten. Auftraggeber ist die Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und- bau GmbH.

Während oben noch geschraubt wird, rollt unten bereits wieder der Verkehr. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel