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Ostprignitz-Ruppin 150 000 Euro fürs Gemeinschaftshaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin 150 000 Euro fürs Gemeinschaftshaus
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16:17 26.02.2018
In der kleinen Küche in dem alten Verwaltungsgebäude soll auch während der Bauarbeiten gekocht werden. Quelle: Peter Geisler
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Wuthenow

Im Neuruppiner Ortsteil Wuthenow können in den nächsten Wochen die Arbeiten beginnen, um aus einem alten Verwaltungsgebäude ein Gemeinschaftshaus für das ganze Dorf zu machen. „Der Zuwendungsbescheid von der Stadt ist schon da“, sagte am Dienstag Wuthenows Ortsvorsteher Axel Noelte.

Zwar reichen die 150 000 Euro keinesfalls aus, um die geplanten Arbeiten auch bezahlen zu können. Immerhin rechnen der Ortsbeirat und der Verein Dorfgemeinschaft Wuthenow mit Gesamtkosten von 360 000 Euro. Gleichwohl sollen die Arbeiten so schnell wie möglich beginnen. „Die ersten beiden Bauabschnitte sind mit dem Geld finanziell abgesichert“, betonte Noelte. Zur Finanzierung der restlichen Arbeiten setzt Wuthenow auf Sponsoren. Sollte das nicht genügen, will der Ortsteil über die Aufnahme eines Kredites nachdenken. Ursprünglich wollte Wuthenow zwar für das Projekt auch Fördermittel beantragen. Aber ein passendes Programm, bei dem die Wünsche der Wuthenower berücksichtigt werden, hat der Ortsteil nicht gefunden. Selbst eine Förderung über den Fördertopf Leader, bei dem Zuschuss von 50 000 Euro in Aussicht gestanden hätte, sei wegen der damit verknüpften Bedingungen „nicht interessant“ gewesen, sagte Noelte.

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Zur Bundestagswahl wird ein Wahlbüro benötigt

Der Ortschef ist derzeit bereits mit den ersten Handwerkern im Gespräch. Grund für die Eile ist vor allem die für den 24. September geplante Bundestagswahl. Bis dahin muss wenigstens einer der Räume so weit hergerichtet sein, dass er als Wahlbüro genutzt werden kann. Noelte ist optimistisch, dass das klappt. „Die sanitären Einrichtungen können auch später noch erneuert werden.“ Die jetzigen Toiletten in dem Gebäude stammen aus den 1970er Jahren. Das Haus selbst wurde in den 1920er Jahren errichtet und diente lange als Gaststätte und danach als Konsum. Nun soll das Gebäude umgestaltet und saniert werden.

Im ersten Bauabschnitt soll ein größerer Raum für Treffs und Feiern für bis zu 50 Leute entstehen. Dazu werden das jetzige Büro der Agrargenossenschaft und der benachbarte Speiseraum zusammen gelegt. So sieht es der Plan vor. Der Speiseraum bietet derzeit bis zu 35 Leuten Platz. Der Raum wird viel genutzt: Neben den gut 50 Mittagsgästen, die im Schnitt wochentags täglich dort essen, tagen in dem Raum ebenfalls der Ortsbeirat sowie die verschiedenen Vereine des Dorfes.

Die kleine Küche soll erhalten werden

Die kleine Küche soll auf jeden Fall auch während der Bauzeit, die wohl mehr als zwei Jahre betragen wird, geöffnet bleiben – und zwar nicht nur, um die Gäste zu halten. Vielmehr gilt für die Küche mit ihrem alten Herd, der mit Holz befeuert wird, Bestandsschutz. Dieser würde entfallen, wenn die Küche längere Zeit nicht genutzt wird. Dann müsste eine neue Küche her. Diese Ausgabe wollen die Wuthenower vermeiden.

Überhaupt ist der Neuruppiner Ortsteil darauf bedacht, nur in den Bereichen zu investieren, bei denen schon feststeht, dass sie auch genutzt werden. Deshalb soll das Obergeschoss auch nicht ausgebaut werden. Geplant ist bislang nur, das Dach und die Fenster zu erneuern.

Von Andreas Vogel