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Ostprignitz-Ruppin ASB verkauft Grundstücke in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin ASB verkauft Grundstücke in Neuruppin
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09:33 28.04.2015
Vor Jahren hatte sich der ASB die Grundstücke Poststraße 2, 3 und 4 für ein alternatives Wohnvorhaben gesichert. Gebaut wurde auf der Brache bis heute nichts.
Vor Jahren hatte sich der ASB die Grundstücke Poststraße 2, 3 und 4 für ein alternatives Wohnvorhaben gesichert. Gebaut wurde auf der Brache bis heute nichts. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wird sein Seniorenwohnprojekt in der Neuruppiner Altstadt nun doch nicht selbst umsetzen. Seit fast zehn Jahren arbeitet der ASB an einem Konzept für generationenübergreifendes Wohnen im Block zwischen Kloster- und Poststraße. Vier Grundstücke hatte sich der Sozialverein in den vergangenen Jahren gesichert. Auf dem Papier waren die Pläne schon lange so gut wie fertig. Allerdings ist es dem Verein trotz immer neuer Ankündigungen nicht gelungen, das Projekt umzusetzen. Jetzt hat der ASB die Grundstücke verkauft. Das bestätigte ASB-Geschäftsführerin Katrin Köppen gestern per Pressemitteilung.

Neuer Eigentümer der vier Grundstücke an der Klosterstraße 33 sowie der Poststraße 2, 3 und 4 ist demnach die Dr.-Kaatzsch-Immobilien GmbH in Nietwerder. Das Unternehmen um den Bauunternehmer Ulrich Kaatzsch wolle die Flächen nun selbst bebauen, hieß es gestern vom ASB.

Ulrich Kaatzsch selbst will sich zu dem Vorhaben nicht äußern. Weder bestätigt er den Kauf der Grundstücke noch will er zum jetzigen Zeitpunkt etwas zu seinen Plänen für die große Fläche zwischen Kloster- und Poststraße sagen. „Ich spreche über Dinge immer erst, wenn sie konkret sind“, sagt er.

Laut ASB hält aber auch der neue Eigentümer an der Idee fest, dort altersgerechte Wohnungen zu schaffen. ASB-Chefin Katrin Köppen will deshalb auch nichts davon wissen, dass die ursprünglichen Pläne des Vereins gänzlich vom Tisch sind. In welchem Umfang Ulrich Kaatzsch das bisherige Vorhaben aber übernehmen wird, ist offen.

Nach MAZ-Informationen sollen an der Poststraße drei neue Wohnhäuser entstehen. Dort klafft seit vielen Jahren eine riesige Lücke zwischen den Altstadthäusern. Bis vor drei Jahren stand zumindest in der Poststraße 2 noch ein denkmalgeschütztes Gebäude. Das wollte der ASB eigentlich unbedingt erhalten, mit den geplanten Neubauten verbinden und so in das Wohnprojekt integrieren. Doch der Start des Vorhabens verzögerte sich so lange, dass das leer stehende Haus schließlich nicht mehr zu retten war. 2012 ließ der ASB das Gebäude deshalb abreißen. Seitdem gammelt die Brache an der Poststraße vor sich hin und verkommt zusehends zur Müllkippe.

Der frühere ASB-Chef Dietrich Werner hatte sich dort ein alternatives Wohnvorhaben für ältere und junge Menschen, Alleinstehende und Familien vorgestellt. Cafés und kleine Geschäfte sollten entstehen, abgeschlossene Wohnungen, aber auch kleine Plätze, an denen sich Bewohner und Nachbarn treffen könnten. Ihn bewegte bei allen Ideen vor allem eine Frage: Wie wollen wir selbst im Alter einmal leben?

Vorbilder für sein Projekt kannte Werner aus anderen Städten, so etwa aus Hamburg. Doch offenbar ließen die sich in Neuruppin nicht so einfach umsetzen. Trotzdem erlangte der ASB schon vor Jahren mit seinen Plänen bundesweit Beachtung, unter anderem in einem Wettbewerb für Innovative Projekte in Innenstädten. Dass das Vorhaben mehrere Millionen verschlingen würde, war immer klar.
Nach dem Verkauf der Grundstücke könnte zumindest die Baulücke an der Poststraße demnächst verschwinden. Das Gebäude an der Klosterstraße soll für barrierefreie Wohnungen umgebaut werden. Auch von einer Tiefgarage für die künftigen Bewohner der Häuser ist die Rede. Im Innenhof zwischen Kloster- und Poststraße könnte außerdem ein kleiner Park entstehen. Für genauere Informationen sei es jetzt aber noch zu früh. Der ASB wolle sich bei der Umsetzung einbringen, hieß es von dem Unternehmen.

Von Reyk Grunow

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