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Ostprignitz-Ruppin Was sich die Neuruppiner wünschen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Was sich die Neuruppiner wünschen
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17:01 11.07.2019
Die Forderung nach einem Hundeauslaufgebiet in Neuruppin gibt es schon seit Jahren. Jetzt steht sie im Bürgerhaushalt zur Abstimmung. Quelle: Peter Steffen/dpa
Neuruppin

Wenn die Neuruppiner Verwaltung schon vorschreibt, dass Hunde in der gesamten Stadt an der Leine geführt werden müssen, muss sie auch für ein Auslaufgebiet sorgen, wo die Tiere sich austoben können.

Seit Jahren fordern Hundebesitzer das immer wieder. Mehrfach hat die Verwaltung die Forderung abgelehnt. Meist mit der Begründung, ein solches Gebiet sei zu teuer und es fehle an einem geeigneten Platz.

Für den Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin ist das kein schlüssiges Argument. „Zu einer artgerechten Haltung gehört unbedingt die Möglichkeit des freien Auslaufs“, sagt Peter Lenz vom Verein. „Die Begegnung von Hunden jeden Alters ohne Leine ist extrem wichtig um ein gesundes Sozialverhalten zu entwickeln oder zu festigen.“

Doppelt so viel Geld wie noch 2018

Jetzt unternimmt der Tierschutzverein einen neuen Anlauf, um einen solchen Auslauf in Neuruppin zu schaffen – über den Bürgerhaushalt.

Zu zweiten Mal haben die Neuruppiner in diesem Jahr die Gelegenheit, einen Teil des städtischen Etats nach ihren Vorstellungen auszugeben. 2018 standen 50.000 Euro für die Umsetzung von Bürgerideen zur Verfügung, in diesem Jahr können die Neuruppiner 100.000 Euro verteilen.

Bis Ende April war Zeit, Ideen im Rathaus einzureichen. Seitdem haben die Mitarbeiter in den Ämtern geschaut, welche der Vorschläge die Vorgaben erfüllen, die die Stadtverordneten festgelegt haben.

Ein Vorhaben darf maximal 50.000 Euro kosten

Alle Projekte müssen der Allgemeinheit dienen, dürfen keine Folgekosten verursachen, müssen mit vertretbarem Aufwand umzusetzen sein. Es darf sich nur um eine einmalige Maßnahme handeln und sie darf nicht mehr als die Hälfte des Gesamtbudgets im Jahr kosten, also nicht mehr als 50.000 Euro.

Diese Ideen stehen 2019 zur Abstimmung

Entschleunigung der Friedrich-Ebert-Straße durch bauliche Maßnahmen – 3000 Euro

Erneuerung des Gehwegs in der Franz-Künstler-Straße (von Karl-Marx-Straße bis Haus der Begegnung) – 36.000 Euro

Pflege einschließlich Wässerung der Grünanlagen, Bäume und Hängebepflanzung in der Innenstadt – 23.600 Euro

Instandsetzung des Geh- und Radweges zwischen Gentzstraße und Volksparkstadion – 16.500 Euro

Instandsetzung und Erneuerung des Weges von Buskow zum Radweg von Treskow nach Wustrau – 22.575 Euro

Instandsetzung und Erneuerung der Seilbahn auf dem Buskower Spielplatz – 15.400 Euro

Bau eines eingezäunten Hundeauslaufgebietes – 30.000 Euro

Anschaffung von mindestens 20.000 ökologischen Mehrwegbechern für öffentliche Veranstaltung – 20.000 Euro

bessere Sauberkeit in der Stadt – 25.000 Euro

Anpassung Radweg Birkengrund – 43.575 Euro

Ausbesserung des Verbindungsweges in Treskow von Zur Keglitz zum Fahrradweg – 29.625 Euro

Zuschuss für urbanes Gärtnern – 30.000 Euro

Ausbesserung des Streifens neben der Fahrbahn in Wulkow – 9.350 Euro

Sanierung des Schlauchturms in Wulkow – 7.000 Euro

Wiederaufstellen von Bänken in den Wallanlagen – 9.000 Euro

Kauf von wenigstens zehn weiteren Laien-Defibrillatoren (AED) und Aufstellen an öffentlichen Orten wie Tierpark, Bürgerbahnhof, Rathaus usw. – 25.000 Euro

Anschaffen eines Spielhauses mit Kletter- und Rutschmöglichkeit für den Spielplatz in Lichtenberg – 24.300 Euro

 

Alle Ideen, die diese Prüfung bestanden haben, stehen nun zur Abstimmung. Ab Montag kann jeder Neuruppinerin und jeder Neuruppiner im Rathaus per Stimmzettel entscheiden, welche dieser Idee er gut findet. Abstimmen dürfen auch Kinder und Jugendliche, die älter sind als zwölf Jahre.

Beim Start des Bürgerhaushaltes im vergangenen Jahr war das Interesse noch verhalten. Diesmal scheint das anders zu sein.

47 Ideen wurden eingereicht

„Insgesamt wurden 47 Vorschläge eingereicht“, sagt Neuruppins Kämmerer Thomas Dumalsky. Davon seien 17 „abstimmungswürdig“, die anderen 30 hätte aus dem einen oder anderen Grund die Kriterien nicht erfüllt.

Die eingebrachten Ideen sind sehr verschieden (siehe Infokasten). „Aber die meisten Themen haben einen baulichen Hintergrund“, räumt Dumalsky ein. Heißt: Fast immer sind es Maßnahmen, die in die Zuständigkeit des Baudezernates fallen.

Abgelehnte Ideen können erneut benannt werden

Der Bau eines Hundeauslaufplatzes wurde gleich mehrfach genannt. Aber es geht auch um die Verbesserung von Spielplätzen, um die Sanierung von Wegen oder die allgemeine Sauberkeit in der Stadt.

Einige Projekte waren schon im vergangenen Jahr für den Bürgerhaushalt vorgeschlagen worden, konnten damals aber nicht berücksichtigt werden, weil die geschätzten Kosten zu hoch waren. In diesem Jahr konnten die Neuruppiner ihre Idee noch einmal einreichen, diesmal gibt es doppelt so viel Geld.

Abstimmung läuft bis 15. August

Klar ist schon jetzt, dass nicht jedes der 17 Vorhaben im nächsten Jahr verwirklicht werden kann, sagt Thomas Dumalsky. „Alle Vorschläge zusammen haben einen Kostenrahmen von 375.000 Euro. Es stehen aber nur 100.000 Euro zur Verfügung.“

Die Abstimmung läuft bis 15. August. Am Nachmittag um 17 Uhr werden die Stimmzettel im Ratssaal ausgezählt. Umgesetzt werden die Projekte, die die meisten Stimmen bekommen haben. Und zwar so viele, bis das Budget ausgereizt ist.

Ab Montag, 15. Juli, kann jeder Einwohner von Neuruppin oder einem Neuruppiner Ortsteile im Bürgerbüro im Rathaus an der Karl-Liebknecht-Straße 33/34 abstimmen. Das Büro ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils ab 8 Uhr geöffnet, zusätzlich am Sonnabend, 3. August, von 8 bis 12 und am Sonntag, 11. August, von 10 bis 16 Uhr.

Von Reyk Grunow

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