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Ostprignitz-Ruppin Ärger wegen Lärms am Jugendklub
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ärger wegen Lärms am Jugendklub
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13:42 30.08.2017
Abendliche Diskussion rund um den Jugendklub. Quelle: Foto: Wagener
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Christdorf

Der Ärger sitzt tief. René Dahnke aus Christdorf machte sich auf der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend in Christdorf Luft. Er wohnt ganz in der Nähe des Jugendklubs im Bürgertreff – so nah, dass er mehr von dem dortigen Klubleben mitbekommt als ihm lieb ist. Knallende Türen und Mülltonnendeckel, immer wieder startende und an- und abfahrende Mopeds, „und ihr brüllt euch ständig an. Könnt ihr nicht in normaler Lautstärke miteinander reden?“, fragte er in die Runde, zu der sich auch fünf Jugendliche mit an Tisch gesetzt hatten.

Das sonnige Wetter machte es möglich, dass der Beirat draußen auf den Sitzgelegenheiten vorm Bürgertreff seine Versammlung abhielt. Gerade jetzt in den Ferien sei der Lärmpegel besonders hoch und gehe bis spät in die Nacht hinein, bis 1 oder 2 Uhr. Der Schall im Hof verstärke das Ganze zusätzlich. „Da stehe ich im Bett – und muss morgens wieder früh raus und Leistung bringen“, sagte Dahnke. Auf die Dauer sei das nicht auszuhalten. Auch wenn er für einiges Verständnis habe, könne die Situation so nicht bleiben.

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Ab 21.30 Uhr soll von Sonntag bis Donnerstag Ruhe herrschen

Die Jugendlichen meinten zwar, dass sie sich schon Mühe gegeben hätten, leiser zu sein, sahen den Vorwurf aber auch ein. So hatten sie auch nichts dagegen, als es darum ging, feste Zeiten für die Nutzung des Klubs einzurichten. Nur so, da war man sich in der Runde einig, sei das Problem in den Griff zu bekommen. In der für Arbeitnehmer wichtigsten Zeit von sonntags bis donnerstags soll draußen ab 21.30 Uhr Ruhe herrschen. Wenn Partys steigen sollen, die auch mal etwas länger gehen, solle das den Nachbarn angekündigt werden. Mit diesen Zeiten waren die Jugendlichen einverstanden. Außerdem solle mit der Stadt geklärt werden, ob es nötig ist, einen mindestens 18-jährigen Verantwortlichen aus den eigenen Reihen zu benennen. Eines aber wollen die Jugendlichen nicht: Betreuung. Denn dann, so glauben sie, würde kaum mehr jemand in den Klub kommen.

Discolicht, Sessel und ein Schrank

Ihren Klubraum im Bürgertreff haben sie sich gemütlich eingerichtet – mit Discolicht, Sesseln und einem Schrank. Es gibt sogar einen Mini-Backofen, um sich mal einen Imbiss warm zu machen. Es fehle nur ein Regal, das an der Wand über der Couch angebracht werden könnte, sagten sie und hoffen, dass jemand vielleicht ein solches übrig hat.

Das größere Problem in den Räumen ist aber der Salpeter in den Wänden. Er lässt den Putz bröckeln. Im Flur ist das besonders deutlich zu sehen, aber auch im Klubraum. Martin Bünning vom Amt für Stadtentwicklung der Stadt Wittstock machte aus finanziellen Gründen allerdings wenig Hoffnung, dass das saniert werden könnte.

Von Björn Wagener