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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen
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18:15 25.11.2019
Landrat Ralf Reinhardt und Michaela Rönnefahrt vom Verein Neuruppiner Frauen für Frauen bei der Flaggenhissung am Alten Gymnasium in Neuruppin. Quelle: Feliks Todtmann
Neuruppin

Jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners: 122 waren es im vergangenen Jahr. Mehr als 144.000 Frauen wurden 2018 Opfer von körperlicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre aktuellen oder ehemaligen Lebensgefährten.

Das geht aus einer Studie des Bundeskriminalamtes hervor, die am Montag anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vorgestellt wurde.

Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen

Auf dem Neuruppiner Schulplatz versammelten sich am Montag rund zwei Dutzend Menschen, um Flagge gegen Gewalt an Frauen zu zeigen. Pünktlich um 11 Uhr wurde am Alten Gymnasium das blaue Banner des Aktionstages entrollt.

Von Montag an hängen die Fahnen eine Woche lang an öffentlichen Gebäude in allen Ämtern und Gemeinden des Landkreises. Die Flaggenaktion gibt es bereits seit 20 Jahren und geht auf eine Initiative der Frauenhilfsorganisation Terre des Femmes zurück.

Schwerpunkt Prostitution und Mädchenhandel

Der Schwerpunkt des Aktionstages liegt in diesem Jahr auf dem Thema Prostitution, einer „legalisierten Form der Gewalt“, wie Michaela Rönnefahrt vom Verein Neuruppiner Frauen für Frauen in ihrem Redebeitrag betont.

Mit der Kampagne #sexistunbezahlbar wollen die Initiatoren über die Gefahren von Prostitution aufklären. „Prostitution und Menschenhandel sind eng miteinander verwoben“, sagt Rönnefahrt.

Zwangsprostitution durch sogenannte Loverboys

Die Organisatoren des Aktionstages in Ostprignitz-Ruppin – neben dem Landkreis und der Fontanestadt zahlreiche Vereine wie Neuruppiner Frauen für Frauen, die Opferhilfe Brandenburg oder das Jugendwohnprojekt Mittendrin – haben das Thema Loverboys gewählt, über das sie besonders aufklären möchten.

Als Loverboys werden Männer bezeichnet, die Mädchen oder jungen Frauen Liebesbeziehungen vorgaukeln, um sie zu manipulieren und in eine emotionale Anhängigkeit zu bringen – mit dem Ziel sie zur Prostitution zu zwingen.

Frauenhaus Neuruppin durchgängig belegt

Michaela Rönnefahrt ist Sozialarbeiterin im Neuruppiner Frauenhaus und begleitet in ihrer täglichen Arbeit Frauen, die häusliche Gewalt erlitten haben. Die Einrichtung hat in diesem Jahr bereits 29 Frauen und 31 Kindern Schutz vor gewalttätigen Übergriffen geboten.

17 Familienplätze und drei zusätzliche Notfallplätze bietet das Frauenhaus aktuell.„Eigentlich wir immer voll ausgelastet“, sagt Rönnefahrt, teilweise müssten sich Frauen Zimmer teilen. Laut der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen müsste das Neuruppiner Frauenhaus mindestens 25 Plätze vorhalten, erklärt die Sozialarbeiterin.

Von Feliks Todtmann

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