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Amt Temnitz Kyritz-Ruppiner Heide: Aussichtsturm eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Kyritz-Ruppiner Heide: Aussichtsturm eröffnet
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17:13 10.05.2019
Kein Dach verstellt den Blick in den Himmel: Aussichtsplattform des neuen Turms. Quelle: Peter Geisler
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Pfalzheim

Die Weite der Kyritz-Ruppiner Heide – sie lässt sich nur aus der Höhe erahnen. Wer die die 75 Stufen des neuen Naturbeobachtungsturms erklimmt, überblickt eine Heidelandschaft, die sich bis zum Horizont erstreckt. Am Freitag ist der schlanke, mit Lärchenholz verkleidete Turm eröffnet worden. Landrat Ralf Reinhardt, Michael Beier von der Sielmann-Stiftung und Ulrike Laubenthal vom Verein Friedensscheune tauften zugleich den Hügel, auf dem der Turm steht – ganz im Sinne des Projektes mit Wasser aus Temnitz, Dosse, Ruppiner See und Rheinsberger Rhin.

„Das ist eines der neuen Wahrzeichen der Heide“, sagte Reinhardt. Schon von weitem zeige der Turm den zentralen Rastplatz in der Heide an. Das Bauwerk mit seiner 32 Quadratmeter großen Aussichtsplattform sei nach der Errichtung des Wanderwegesystems ein weiterer Baustein zur Entwicklung des sanften Tourismus in der Heide. „Der Anfang ist gemacht.“

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Die Inschrift „Being safe is scary“ statt dem Schriftzug „Museum Fridericianum“ ziert am 06.06.2017 in Kassel (Hessen) das Fridericianum. Die Inschrift stammt von der Künstlerin B. Cennetoglu. Quelle: dpa

Das Besondere an dem Turm auch: Er hat kein Dach. „Der Blick in den Himmel ist ungestört“, sagte Reinhardt. „Gerade abends und nachts gibt es hier viele Besonderheiten am Himmel zu beobachten.“

Namenstaufe für den Sielmannhügel – mit Wasser aus Temnitz, Dosse, Ruppiner See und Rheinsberger See. Quelle: Peter Geisler

Ulrike Laubenthal, Vorsitzende des Vereins Friedensscheune, erinnerte an den Sommer vor zehn Jahren – damals hatte das Verteidigungsministerium ganz offiziell seinen Verzicht auf das Bombodrom erklärt. 17 Jahre lang war zuvor gegen eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide protestiert worden. „Man kann mit friedlichen Mitteln etwas bewegen“, sagte Laubenthal. „Dieses Wissen prägt die politische Kultur in der Region.“

Mit einer Ausstellung in der Wittstocker St.-Marien-Kirche, Wanderungen von den Dörfern an die Bombodrom-Grenze und vielen anderen Veranstaltungen soll in diesem Sommer an die erfolgreiche Geschichte des BombonProtests erinnert werden. Laubenthal bedauerte jedoch, dass auch heute nur ein kleiner Teil der Heide für Besucher erlebbar ist. Weite Teile sind immer noch munitionsverseucht. So können Besucher etwa nicht auf direktem Weg von Gadow nach Neuglienicke kommen. „Hinter Gadow hört die Welt auf“, sagte Laubenthal. „Manche Teile dieses Geländes werden vielleicht nie frei sein.“

Von Frauke Herweg