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Amt Temnitz Deutlich mehr Besucher in der Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Deutlich mehr Besucher in der Heide
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18:58 09.09.2019
Am Sonntag standen die Kutschen mit Ausflüglern Schlange am Aussichtsturm auf dem Sielmannhügel in der Kyritz-Ruppiner Heide. Quelle: Andreas Vogel
Neuglienicke

Seit neun Jahren fährt Jürgen Strache regelmäßig Besucher in die Kyritz-Ruppiner Heide. Doch so einen Andrang wie am Wochenende hat der 59-jährige Pferdewirt aus Zermützel, der auch ausgebildeter Natur- und Landschaftsführer ist, noch nicht erlebt: Einheimische und Touristen nutzten das sonnige Wetter, um den einstigen Übungsplatz der sowjetischen Armee zu besuchen und dabei die schönsten Seite der Heide zu besichtigen. Zu Fuß, mit dem Rad oder eben mit einer der Kutschen, die drei Unternehmen für Touren in das einstige Sperrgebiet anbieten.

Drei Unternehmen bieten Kutschfahrten an

„Es sind sicher schon ein paar mehr Besucher als im vergangenen Jahr“, vermutete am Montag Jürgen Strache. Damals hatten sich zwischen 2000 und 3000 Menschen selbst ein Bild von der Heide gemacht, in der man sich seit drei Jahren auf ausgewiesenen und nach Munition abgesuchten Wegen ohne Begleitung bewegen darf. Seitdem weiß auch niemand, wie viele Leute die Heide für eine Wanderung nutzen. Einziger Anhaltspunkt sind die Gästezahlen, die die drei Kutschunternehmen liefern. Doch für die ist die Saison noch nicht zu Ende. „Wir haben noch einige Fahrten“, sagte Karsten Fechtner (54), der einen Kremserhof in Wallitz betreibt.

Wie Strache geht auch Fechtner davon aus, dass in diesem Jahr noch etwas mehr Gäste zu Ausflügen in die Kyritz-Ruppiner Heide gekommen sind als vor zwölf Monaten. Besonders gern erinnert er sich dabei an einen Ausflug von Chinesen, Engländern, Franzosen und Amerikanern, denen er einen Teil des einstigen militärischen Übungsgeländes zeigen durfte. „Es waren zum Glück einige dabei, die übersetzt haben“, so Fechtner.

Toiletten fehlen noch in der Heide

Einziges Manko ist derzeit, dass immer noch eine Toilette für die Besucher in der Heide fehlt. Das weiß auch Thomas Kresse, der Direktor des Amtes Temnitzes. „Die Komposttoiletten für Pfalzheim und Neuglienicke sind in Arbeit“, sagte Kresse. Ab wann die Toiletten genutzt werden können, das wusste der Amtsdirektor aber nicht.

Viele Heidebesucher erleichtern sich deshalb bei der dreistündigem Kutschfahrt im Wald – oder nutzen die Gelegenheit, vor der Abfahrt in Neuglienicke im Kleinen Waldhaus von Klaus Keil noch mal das Örtchen aufzusuchen. „Es war ein hervorragendes Wochenende“, sagte der 66-Jährige, der das Kleine Waldhaus seit 2012 betreibt und für die Ausflügler am Sonntag einen Kesselgulasch mit Wildschweinfleisch vorbereitet hatte.

Die Kutschen fahren auf Wegen, die zuvor nach Munition abgesucht wurden. Quelle: Andreas Vogel

Keil, der Dreher, Agraringenieur und Koch ist, bedauert es, dass die Fontanestadt aus seiner Sicht zu wenig Reklame für Ausflüge in die Heide macht und sich die Kutscher zudem bei ihren Touren nicht untereinander abstimmen. So kann es passieren, dass die eine oder andere Kutsche etwas warten muss, bis es wieder genügend Platz am neuen Aussichtsturm auf dem Sielmannhügel gibt. Dort wird die Pause von den Ausflüglern nicht nur für einen Imbiss wie frisch gebackenen Kuchen oder Kesselgulasch genutzt. Vielmehr reizt es die meisten auch, die 75 Stufen in Angriff zu nehmen, um den knapp 15 Meter hohen Turm zu besteigen, der Anfang Mai eröffnet wurde und von dem man einen weiten Blick auf die rund 12.000 Hektar große Heide hat. Etwa 250.000 Euro hat der Turm gekostet, wobei rund 190.000 Euro das Land spendiert hat.

„Der Turm lockt viele Besucher an“, sagt auch Rainer Entrup, Förster bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der die Heide gehört. Vor allem kämen mehr Einzelbesucher, die ihr Auto auf dem Parkplatz in Pfalzheim abstellen und von dort zum Sielmannhügel wandern, hat Entrup festgestellt. Jörg Müller, Projektmanager bei der Sielmannstiftung geht sogar davon aus, dass sich die Zahl der Heidebesucher im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat.

Blick vom knapp 15 Meter hohen Turm in die Kyritz-Ruppiner Heide. Quelle: Andreas Vogel

 

Von Andreas Vogel

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