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Amt Temnitz Das Wichtigste ist, die Gemeinschaft zu stärken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Das Wichtigste ist, die Gemeinschaft zu stärken
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18:06 17.05.2019
Vom Wildberger Kirchturm, der 62 Meter hoch ist, hat man einen weiten Blick. Quelle: foto: Peter Geisler
Wildberg

 Für Ulrich Jaap ist die Sache klar. „In der Gemeinde Wildberg sollen keine weiteren Windräder errichtet werden“, sagt der 70-Jährige. Der Wildberger gehört nicht nur seit Langem der CDU an und ist seit 20 Jahren Ortsvorsteher von Wildberg, dem größten Dorf der Gemeinde Temnitztal. Nun will Jaap auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde werden.

Von einigen Ämtern werde er sich dann wohl trennen, sagt der rüstige Rentner. Denn Jaap ist Kreistagsabgeordneter – und kandidiert auch wieder – sowie Mitglied des Aufsichtsrates der Pro-Klinik-Holding sowie des Orts- und des Gemeindekirchenrates. „Ich schaue immer nach vorn“, sagt Jaap. Für den Christdemokraten war deshalb klar, dass er sich um den Posten des Gemeindebürgermeisters bewerben wird, nachdem das bisherige Oberhaupt Thomas Voigt sich nicht um eine Wiederwahl bemüht.

Voigt hatte in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass die Gemeinde – die aus den sechs Dörfern Garz, Kerzlin, Küdow-Lüchfeld, Rohrlack, Vichel und Wildberg besteht – oft in den Schlagzeilen stand – erst wegen des Streites mit der damaligen Amtsdirektorin Susanne Dorn und ihrer möglichen Wiederwahl, dann wegen eines mehrfach verhinderten Abwahlbegehrens. Viele Garzer wollten Voigt nicht länger als Ortsvorsteher von Garz dulden. Obwohl das Amt Temnitz und die Kreisverwaltung den beantragten Bürgerentscheid für rechtens erklärt hatten, lehnte die Gemeinde immer wieder ab. Erst als die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde, hatte Voigt seinen Rücktritt als Ortsvorsteher erklärt.

„In der Gemeinde war viel in Bewegung“, sagt Martin Bunk (38) diplomatisch. Der Kfz-Meister, der seit Juli 2018 Ortsvorsteher von Vichel sowie zudem Elternsprecher in der Schule in Wildberg ist, will Bürgermeister von Temnitztal werden – und findet Bürgerbeteiligung wichtig. Man müsse stets gesprächsbereit sein und die Argumente abwägen, sagt Bunk, der vor ein paar Jahren schon im Gemeinderat in Walsleben mitgearbeitet hat und nicht generell gegen neue Windräder ist. „Das familiäre Leben in der Gemeinde muss aber attraktiv bleiben“, betont Bunk. Deshalb müsse die Infrastruktur in der Gemeinde ausgebaut werden.

„Wir wollen wachsen“, sagt auch Michael Mann (32). Der Diplom-Betriebswirt aus Wildberg ist seit fünf Jahren stellvertretender Gemeindebürgermeister in Temnitztal und würde nun gern den Chefposten übernehmen. Durch Zuzug solle die Zukunft der Gemeinde gesichert werden, sagt Mann. Sein Ziel ist, dass Temnitztal nicht nur die größte Gemeinde im Amt Temnitz ist, sondern auch die jüngste Gemeinde im Amt wird.

Wer regiert seit 2014?

Bürgermeister: Thomas Voigt aus Garz

Gemeindevertreter: Michael Mann, Jutta Bonk, Bernd Fülster, Uwe Gräf, Ulrich Jaap, Gerhard Linke, Manfred Mann, Waltraut Schütte, Bernd Edelberg, Almut Wichmann-Erler, Martin Bunk

Einig sind sich die drei Bewerber, dass das Gemeindegefühl wichtig ist. Es dürfe nicht jedes Dorf versuchen, sein eigenes Süppchen zu kochen. Vielmehr sollten alle Ortsteile gleichberechtigt sein.

Wer tritt diesmal an?

Für das Bürgermeisteramt: Ulrich Jaap (CDU), Michael Mann (Brandenburgische Gemeinde Temnitztal), Martin Bunk (Aktive Bürgergemeinschaft Temnitztal)

Für die Gemeindevertretung:

SPD: Pascal Rohrmoser, Ralf Illig; CDU: Ulrich Jaap, Thomas Vargas von Rentzell, Marcus Ränsch; Linke: Bernd Edelberg; Bündnisgrüne: Jens Leppin; Brandenburgische Gemeinde Temnitztal: Michael Mann, Thomas Voigt, Bernd Fülster, Uwe Gräf, Manfred Mann, Mathias Müller, Sven Hegermann; Heimatverein Kerzlin: Gerhard Linke, Tobias Berger, Jürgen Herrman, Oliver Heidekrüger; Aktive Bürgergemeinschaft Temnitztal: Martin Bunk, Karl Ackermann, Sebastian Boll, Elmar im Brahm, Petra Müller-Gülde, Ulf Pruschinski, Dirk-Michael Schulz

Von Andreas Vogel

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