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Amt Temnitz Dritte Runde von „Gemeinsam am Tisch“ im Restaurant „Clavis“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Dritte Runde von „Gemeinsam am Tisch“ im Restaurant „Clavis“
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00:20 02.06.2019
Angeregte Gespräche aller Akteure über den ganzen Abend bei "Gemeinsam am Tisch" im Restaurant Clavis in Netzeband
Netzeband

„Das ist kühn – Fleisch und Fisch auf einem Teller“, staunt Martina Untersteiner, Betreiberin der „Märkischen Höfe“ in Netzeband, angesichts des Hauptgerichts, bei dem sich Schweinebäckchen und Lachsforelle ein Stelldichein auf dem Teller geben – flankiert von Rahmwirsing und Süßkartoffelrösti. Gastwirt Marco Gloede, der das Menü ersann, hat seine Gründe dafür. Denn letztlich geht es bei „Gemeinsam am Tisch“ genau darum: etwas zusammen zu bringen.

Gute Gespräche bei gutem Essen: Die Aktion „Gemeinsam am Tisch“ der Regionalinitiative Prignitz-Ruppin schafft eine Begegnungsstätte für regionale Erzeuger, Gastronomen und Verarbeiter.

Die dritte Runde des Projekts der Regionalinitiative Prignitz-Ruppin findet im Restaurant „Clavis“ statt – Gastwirt Gloede ist seit 2013 Pächter und Chef de Cuisine des Restaurants auf den „Märkischen Höfen“. Er und Andrea Schneider als Hauptorganisatorin der Aktion begrüßen die Gäste: Allesamt regionale Erzeuger, Gastronomen und Händler. Als Gast aus der Politik ist erstmals auch Landrat Ralf Reinhardt mit von der kulinarischen Partie.

Initiative soll Erzeuger und Landwirte vernetzen

Idee und Ziel der Aktion ist es, die Akteure zusammenbringen und zu vernetzen. „Warum wir hier sitzen?“, eröffnet Andrea Schneider, Mitarbeiterin der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg, die die Initiative unterstützt. „Wir wollen zeigen, was die Region kulinarisch zu bieten hat.“ Begonnen habe es mit dem Wettbewerb der IHK „Region Zukunft“. Man habe einen Preis für die Idee „Gemeinsam zu Tisch“ erhalten und das Preisgeld unterstützt nun bei der Realisierung.

Drittes Treffen In Netzeband – nach Wittstock und Kyritz

Dass die Treffen gut ankommen, wurde bereits in den vorigen Runden in Wittstock und Kyritz deutlich. Etliche der Anwesenden haben sich bereits dort kennengelernt – die ein oder andere Kooperation kam so schon zustande. „Ich bin sehr gespannt auf den heutigen Abend“, sagt etwa Jens Wodzinski-Schwarzer vom „Kyritzer Waldschlösschen“. „Der Abend bei uns war schon schön – und was folgte, war großartig“, resümiert er.

Die Vorzüge von regionalen Zutaten wissen alle Anwesenden zu schätzen: Auch Gastgeber Marco Gloeda macht da keine Ausnahme. Etliche seiner Lebensmittel-Lieferanten sitzen mit am Tisch. Etwa Bäcker Thomas Hausbalk, der für das Fretzdorfer Tomatensüppchen das Brot beisteuerte – auch die Tomaten stammen aus Fretzdorf.

Landrat Ralf Reinhardt auch erstmals am Tisch

Wild zeigt sich der Salat: Zu den Wildkräutern gesellt sich Wild-Schinken. Den Produzenten hat Gloede auf dem Neuruppiner Wochenmarkt kennengelernt. Die Kräuter – aber auch die Süßkartoffeln für den Hauptgang – züchtet ihm Hans Untersteiner, Gärtner aus Leidenschaft. „Also quasi vor meiner Tür“, schmunzelt Gloede.

Spannend am Salat ist auch das Öl: Anke Stamer hat ihre Ölmühle im benachbarten Katerbow erst seit einem Jahr am Start und erklärt bei der allgemeinen Vorstellungsrunde am Tisch ihre Produkte. Etwa das Hanföl: „Ohne THC“, sagt sie. „Schade“, kontert jemand am Tisch.

Regionale Zutaten genießen hohe Zustimmung

Der Fisch für den Hauptgang stammt aus der Forellen- und Saiblingszucht Daniels aus Kunsterspring, das auf der Zunge zergehende Schweinebäckchen bekommt er aus dem Nachbardorf: „Katerbower Strohschwein“, sagt er und bekennt, seit über fünf Jahren kein Schweinefleisch auf der Karte gehabt zu haben. Das Strohschwein scheint ihn überzeugt zu haben. Genauso wie den Presskuchen aus Stamers Walnussöl-Produktion. Den hat er im Dessert verbacken. Nachhaltige Idee – normalerweise wandert so etwas ins Tierfutter.

Um letzteres, aber auch um Nachhaltigkeit, Öko-Richtlinien, gesunde Lebensmittel, Wolfsschutz, Biodiversität, alte Sorten und vieles mehr drehen sich die regen Tischgespräche, die durch Regie-vorgegebene Platzwechsel immer wieder neu aufgerollt und befeuert werden. Man hat sich viel zu erzählen: etwa die Wittstocker Likör-Fabrikanten Thomas und Andreas Krieglstein und der frischgebackene Prignitzer Gin-Brenner Robert Wacker, die allesamt für ungeplante flüssige Zwischengänge sorgen.

Gastgeber Marco Gloede überzeugte mit raffiniertem Menü

Aber auch der Temnitzer Amtsdirektor Thomas Kresse, Rhinmilch-Prokurist Jens Winter, Katja Leppin von „Landgeschmack“, die Prignitzer Schafzüchterin Eva Paulus, Sarah Reinicke und Frank Wesemann vom „Ökohof Waldgarten“ und Anja Büchner und Stephan Lehmann vom Ernährungsrat Prignitz-Ruppin unterhalten sich angeregt.

„Wunderbare Gespräche – und das Essen ist einfach toll“, freut sich Andrea Schneider und verrät: „Die Aktion hat sich bereits so gut etabliert, dass wir beschlossen haben, sie ins zweite Jahr zu bringen.“ Wir – das ist auch REG-Geschäftsführer Christian Fahner, der ebenfalls dabei ist. Glücklich sei sie auch darüber, dass der Landrat den Kontakt zu den Erzeugern suche. Und dass der Ernährungsrat mit dabei sei.

Angeregte Gespräche

Auch für Gastgeber Marco Gloede, der auch schon bei den ersten beiden Runden als Gast dabei war, hat sich der Abend trotz der vielen Arbeit gelohnt – oder vielleicht gerade deswegen. „Es war eine gemütlich gesellige Runde. Auch ich habe heute gute Kontakte geknüpft.“

Von Regine Buddeke

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