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Amt Temnitz Grundschüler erkunden Kyritz-Ruppiner Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Grundschüler erkunden Kyritz-Ruppiner Heide
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16:57 24.09.2018
Wie sehen die Spuren von Fuchs, Reh oder Wildschwein aus? Quelle: fotos (4): Frauke Herweg
Pfalzheim

Der Wind streicht über die Kyritz-Ruppiner Heide. Die Kinder hören ihn mal laut, mal leise. Sie haben ihre Hände wie große Muscheln hinter die Ohren gelegt und öffnen ihre Hände mal in die eine, mal in die andere Richtung. „Hirschohren“, nennt Wildnispädagogin Kristin Henning das. Die Drittklässler sollen sich vorstellen können, wie Hirsche ihre Umwelt hören.

Welche Tiere leben in der Kyritz-Ruppiner Heide? Und wie lassen sich Rehe, Hirsche oder Dachse entdecken? Das erkundeten etwa 30 Dritt- und Viertklässler der Wildberger Grundschule am Burgwall und der Walslebener Thomas-Müntzer-Grundschule am Montag gemeinsam mit Wildnispädagoginnen und einem Natur- und Landschaftsführer. „Kinder wissen viel über Tiere in Afrika“, sagt Henning. „Aber über die Natur vor ihrer Haustür immer weniger.“

„Fotografen“-Spiel: Wildberger Grundschüler versuchen erste Eindrücke von der Kyritz-Ruppiner Heide zu bekommen. Quelle: Frauke Herweg

Tatsächlich sind viele der Grundschüler noch nie in der seit zwei Jahren geöffneten Kyritz-Ruppiner Heide gewesen. Als sie gemeinsam mit Hennings Kollegin Christine Schoenenberg auf Fährtensuche gehen, sind sie überrascht, wie viele Tierspuren sie auf einem kurzen Stück Sandweg entdecken. Noch ganz frisch sind die Abdrücke eines Hirsches, der erst wenige Stunden zuvor den Weg gekreuzt hat.

Keines der Kinder kann sich vorstellen, dass inzwischen Wölfe in der Heide leben. Doch ein vom Regen verwaschener Abdruck könnte zu einem großen Hund oder zu einem Wolf gehören. Der Wolf, dieser Jäger – für einen Moment sind alle Kinder still.

Aber es gibt auch ganz andere Spuren. Ein wenig später entdecken die Drittklässler ein kleines Häufchen. „Kacke vom Eichhörnchen oder einer Maus!“ vermuten sie. Schoenenberg zeigt jedoch auf Tierhaare und Körner in dem Kothäufchen. „Das war ein Allesfresser“, sagt sie. „Vermutlich ein Dachs – die markieren gerne am Wegesrand ihr Revier.“

Schleichen wie ein Fuchs: Grundschüler proben den Ballentritt. Quelle: Frauke Herweg

An der nächsten Station des Wildnis-Trails versuchen die Kinder ihre Sinne zu schärfen – denn nur mit wachen Sinnen lassen sich scheue Tiere entdecken. „Ein Wolf kann ein zwei Kilometer entferntes Reh erspüren“, sagt Henning. Doch müssen sich Jäger leise an ihre Beute heranschleichen. Henning führt vor, wie etwa ein Fuchs schleichen würde. „Nicht mit dem Hacken zuerst, sondern vorsichtig mit den Ballen auftreten.“

Vor dem Ausflug in die Heide hatten sich die Wildberger Drittklässler im Unterricht mit dem ehemaligen Bombenabwurfplatz beschäftigt. Natur- und Landschaftsführer Olaf Wolff kann den Schülern allerdings noch Neues erzählen. Nachdem das Militär das riesige Areal verlassen hatte, „sah es hier aus wie in der Wüste“. Als Pionierpflanzen hätten sich Heide und Kiefern ausgebreitet.

Wie aber könnte die Heide in 20 Jahren aussehen? „Alles absperren – damit hier keiner mehr reinkommt“, schlägt Julie vor. Matthias hätte einen anderen Vorschlag. „Man könnte einen Acker draus machen – mit Kartoffeln.“

Von Frauke Herweg

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