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Amt Temnitz Walslebener haben die Wahl
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Walslebener haben die Wahl
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16:06 21.05.2019
Walsleben, Dorfansichten Quelle: Andreas Vogel
Walsleben

 Wider Erwarten haben die Walslebener am 26. Mai doch die Wahl zwischen zwei Kandidaten für das Ehrenamt des Gemeindebürgermeisters. Denn neben Amtsinhaber Burghard Gammelin (62) hat überraschend auch Mario Brauer (37) seinen Hut in den Ring geworfen.

Für den gelernten Industriemechaniker, der stellvertretender Abteilungsleiter bei Swiss Krono in Heiligengrabe ist, aus Neuruppin stammt und seit rund sechs Jahren mit seiner Frau Corinna in Walsleben lebt, wäre es der erste Ausflug in die Kommunalpolitik.

„Die Stimmung im Dorf ist geteilt, viele wünschen sich eine Veränderung“, sagt Brauer, dessen Frau seit fünf Jahren Gemeindevertreterin ist und die durch ihre Arbeit ihren Mann wohl neugierig auf die Kommunalpolitik gemacht hat.

Wer regiert seit 2014?

Ehrenamtlicher Bürgermeister:

Burghard Gammelin

Gemeindevertretung:

Matthias Kupper, Wolfgang Becker, Corinna Brauer, Jörg Hegermann, Carsten Rode, Maike Roßbild, Christine Volkenandt

Brauer hatte vermutet, dass es neben dem Amtsinhaber mehrere Bewerber um das Bürgermeisteramt geben werde. „In allen Gemeinden des Amtes Temnitz gibt es Gegenkandidaten.“

Doch als er erfuhr, dass sich in Walsleben niemand anderes bewirbt, sammelte er zwei Tage vor Meldeschluss die notwendigen 20 Unterstützer-Unterschriften und reichte selbst seine Bewerbung für das Ehrenamt ein. „Die Bürger sollen auch wirklich die Wahl zwischen zwei Kandidaten haben“, sagt Brauer, der Mitglied im Walslebener Angelverein sowie beim Kanuverein Neuruppin ist.

Wer tritt an?

Für das Bürgermeisteramt:

Burghard Gammelin, Einzelbewerber

Mario Brauer, Einzelbewerber

Für die Gemeindevertretung:

Stephan Scheidacker (SPD); Unabhängige Wählergruppe: Jörg-Klaus Hegermann, Matthias Kupper, Maike Roßbild, Michael Ischek; Pro Walsleben: Corinna Brauer, Mario Brauer, Dirk Born; Einzelbewerber: Christine Volkenandt, Carsten Rode, Wolfgang Becker, Marco Petrich, Andreas Röder

Der 37-Jährige will dafür sorgen, dass künftig mehr in Walsleben passiert und das dabei auch die Kirchgemeinde einbezogen wird. „Die machen derzeit ihre eigene Feste“, bedauert Brauer.

Überhaupt findet der Walslebener, dass das Gemeinwohl in den vergangenen Jahren in der Gemeinde etwas zu kurz gekommen ist. Besonders die monatelangen Streitereien um die einstige Amtsdirektorin mit den Gemeindevertretern ärgern Brauer. „Das tat nicht Not.“

Eine klare Haltung hat Brauer auch zur Windrad-Frage. Zwar stehen lediglich drei der Energieriesen in der Gemarkung Walsleben, aber gut 20 in unmittelbare Nähe in Märkisch-Linden. „Es reicht“, so Brauer.

Die Gemeinde Walsleben

Die Gemeinde Walsleben mit den Ortsteilen Paalzow, Dannenfeld und Walslebener Mühle gehört zum Amt Temnitz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Einwohner: 786

Fläche: 31.92 km²

Das sieht Burghard Gammelin ähnlich. „Wir lösen das Energieproblem nicht durch immer mehr Windräder, sondern durch das Sparen von Energie.“ Der ehrenamtliche Bürgermeister glaubt, dass der Bau neuer Windräder nur so lange interessant ist, so lange der Staat dafür Zuschüsse gewährt.

Gammelin, der 2004 für die PDS in den Gemeinderat einzog und seit 2008 als Einzelbewerber den bisherigen Walslebener Bürgermeister Siegfried Lorenz ablöste, sieht die Gemeinde auf einem guten Weg. „Wir leben von einer guten Infrastruktur.“ Dazu zählen für ihn die gute Anbindung nach Neuruppin sowie ein verlässlicher Busverkehr.

Gammelin bezeichnet sich als Allrounder

Doch müssten sich die Taktzeiten beim Prignitz-Express, der derzeit nur alle zwei Stunden in Walsleben hält, verkürzt werden, sagt Gammelin, der eigentlich Pilot werden wollte. Wegen eines Wirbelsäulenschadens lernte er Kfz-Instandsetzung, arbeitete später drei Jahre als stellvertretender Kaderleiter beim Rat des Kreises in Neuruppin sowie acht Jahre als technischer Leiter in der Anlage in Gildenhall, bevor er sich zum EDV-Dozenten umschulen ließ und Arbeitslose betreute.

„Ich bin ein Allrounder“, sagt Gammelin, der 1968 als Freundschaftsratsmitglied in der Schule in Walsleben angefangen hat. Von Parteien hält der Bürgermeister nichts mehr. „Ein Parteiensystem löst die Probleme nicht.“

Zehn Jahre für neues Baugebiet

Entgegen vieler „Unkenrufe“ habe die Gemeinde die Zahl ihrer gut 800 Einwohner gehalten und sei dabei, Plätze für den Bau weiterer Eigenheime zu finden, sagt Gammelin, der es als Wichtigstes sieht, dass sich die Lebensqualität in Walsleben erhöht. Das ist nicht ganz einfach.

So hat Walsleben rund zehn Jahre gebraucht, um das neue Wohngebiet „An den Temnitzwiesen“ ausweisen zu können. Dort sollen gut ein Dutzend Baugrundstücke entstehen können; am Freitag, 10. Mai, soll es dort den symbolischen ersten Spatenstich geben.

„Ein Bürgermeister muss langfristig denken“, sagt Burghard Gammelin. Ganz zufrieden scheint er nicht damit zu sein, dass Projekte so lange Zeit brauchen, bis sie umgesetzt werden können.

Gleichwohl schwört Gammelin auf Demokratie und kommunale Selbstverwaltung. „Die Leute müssen vor Ort entscheiden können, was sie betrifft.“ Das sieht auch Mario Brauer so. Er will aber, dass Projekte künftig schneller Realität werden.

Alle Gemeinden auf einen Blick finden sich auf der interaktiven Karte zur Kommunalwahl, die die MAZ freigeschaltet hat.

Mehr zum Thema Kommunalwahl in Brandenburg findet sich hier.

Von Andreas Vogel

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