Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Amt Temnitz Storbeck-Frankendorf: Zwei Frankendorfer wollen Bürgermeister werden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Storbeck-Frankendorf: Zwei Frankendorfer wollen Bürgermeister werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 22.05.2019
Das Erntefest mit Umzug ist einer der Veranstaltungshöhepunkte in Storbeck. Quelle: Peter Geisler
Storbeck-Frankendorf

 Es war ein langwieriger Prozess. Drei Jahre lang beschäftigte das Thema Straßenbeleuchtung die Doppelgemeinde Storbeck-Frankendorf. Die veralteten Quecksilberdampflampen, die seit 2015 verboten sind, sollten gegen modern LED-Straßenleuchten getauscht werden. Immer wieder wurde der Austausch aufgeschoben. In diesem Monat war es schließlich soweit: Die alten Laternen wurden ersetzt. Der Kostenpunkt liegt bei rund 38.000 Euro.

„Das war ein schwieriger Weg, aber er hat sich sehr gelohnt“, erzählt der amtierende Bürgermeister Hans-Jürgen Berner. Für eine Gemeinde wie Storbeck-Frankendorf seien die neuen LED-Lampen eine große Investition gewesen. „Die Bürger sind sehr erfreut. Das hat schließlich auch etwas mit Sicherheit zu tun.“ Es ist eins der größeren Projekte seiner Amtszeit, die seit 2008 andauert.

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai tritt der 67-Jährige erneut an. Im Gegensatz zur letzten Bürgermeisterwahl muss er sich diesmal einem Herausforderer stellen: Dem 39-jährigen Christian Birkholz aus Frankendorf.

Bürgermeister mit vielen Jahren Politikerfahrung

„Ich wurde von vielen Bürgern angesprochen, dass ich weitermachen soll“, sagt der amtierende Bürgermeister. Der gebürtige Frankendorfer hat seit den 90er Jahren Erfahrungen als Gemeindevertreter gesammelt und kann somit auf eine lange lokalpolitische Karriere zurückblicken.

Als Rentner habe er erst recht viel Zeit, um sich der Politik zu widmen. Und einfach nur still da zu sitzen, das sei nichts für den gelernten Schlosser.

In seiner Amtszeit hat die Doppelgemeinde Höhen und Tiefen durchgemacht. Eine Zeit lang strauchelte Storbeck-Frankendorf finanziell, mittlerweile habe sich die Gemeinde vollständig erholt, sagt Berner. „Wir haben ein paar Rücklagen auf dem Bankkonto und alle Kredite sind getilgt“, so der Bürgermeister.

Hans-Jürgen Berner ist seit 2006 Bürgermeister von Storbeck-Frankendorf. Quelle: Hannah Rüdiger

Seit zwei Jahren keine eigene Feuerwehr mehr

Ein großer Verlust für die Gemeinde war die Schließung der Storbecker Feuerwehr zum Ende des Jahres 2017. Die Feuerwehreinheit hatte nur vier einsatzbereite Mitglieder, erforderlich waren aber sechs. Die Frankendorfer Einheit hatte sich schon 2011 mit der Rägeliner Einheit zusammengeschlossen. In den alten Wachen lagert heute Material.

„Wir hatten eine sehr gute Jugendwehr“, sagt Hans-Jürgen Berner. Viele gute Feuerwehrleute seien nach Werder (Märkisch-Linden) gegangen. Es wäre schön, die Storbecker Wehr wieder zu beleben. „Aber was weg ist, ist weg und kommt so schnell nicht wieder“, fügt er hinzu.

Blick auf die Dorfstraße in Frankendorf. Quelle: Peter Geisler

Viele offene Baustellen

Gut funktioniert habe der Ausbau der Kreisstraße, von Bürgersteigen und Zufahrten. Offene Baustellen seien weiterhin die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses im Ortsteil Storbeck sowie die Neugestaltung der Festplätze in Storbeck und Frankendorf.

Eins der größten Probleme der Doppelgemeinde ist wahrscheinlich die räumliche Entfernung zwischen beiden Ortsteilen – und dass es keine direkte Verbindung mehr zwischen ihnen gibt.

Bürgermeisterkandidat Christian Birkholz sieht darin eine große Hürde für den Gemeindezusammenhalt. „Die beiden Orte kommunizieren nicht so gut miteinander“, sagt der 39-Jährige. Er will die Dorfgemeinschaft wiederbeleben und die beiden Ortsteile wieder näher zusammenbringen.

Christian Birkholz selbst ist gebürtiger Frankendorfer und auch dort aufgewachsen. Seit 18 Jahren arbeitet er als Verkäufer bei einem Mobilfunkanbieter im Ruppiner Einkaufszentrum.

Verbindungsstraße zwischen Ortsteilen fehlt

„Es wäre besser, wenn die Leute wieder mehr miteinander reden, statt immer nur übereinander“, erklärt er. Eine direkte Straßenverbindung zwischen den Ortsteilen würde dabei enorm helfen.

Christian Birkholz fordert Bürgermeister Hans-Jürgen Berner bei der diesjährigen Kommunalwahl heraus. Quelle: privat

Die frühere Verbindungsstraße ist wegen der hohen Munitionsbelastung im Wald nicht mehr befahrbar. Ein Problem, das auch der amtierende Bürgermeister benennt. Konkrete Pläne, wie sich Storbeck und Frankendorf wieder verbinden lassen könnten, habe Birkholz noch nicht.

„Der Herr Berner hat seine Arbeit gut gemacht“, sagt der 39-Jährige. Die meisten dringenden Angelegenheiten in der Gemeinde habe der amtierende Bürgermeister schon erledigt. „Allerdings gab es beim letzten Mal keinen zweiten Kandidaten. Diesmal haben die Bürger wirklich die Wahl“, so Birkholz.

„Zeit für einen Generationswechsel

In seinem Ortsteil stecke viel Potenzial für Gemeinschaftsleben. Er könne sich zum Beispiel mehr Veranstaltungen auf dem Frankendorfer Dorfplatz vorstellen, auf dem es derzeit nicht einmal einen Mülleimer gebe. Auf dem Spielplatz müssten die alten Holzgeräte gegen neue Spielzeuge getauscht werden, damit der Nachwuchs gefahrlos toben kann.

Mit seiner Kandidatur wolle er frischen Wind in die Doppelgemeinde bringen. „Die jüngere Generation hat ganz andere Gedanken“, erzählt der Bürgermeisterkandidat. „Ich finde, es ist Zeit für einen Generationswechsel.“

Von Hannah Rüdiger

Vielfach hat die Gemeinde Temnitztal in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Doch der ehrenamtliche Bürgermeister tritt zur Wahl nicht mehr an – stattdessen gibt es nun gleich drei Bewerber um den Chefposten in der Gemeinde.

17.05.2019

Ab 20. Mai baut das Land an der Straße von Neuruppin über Kunsterspring nach Rheinsberg. Die muss dafür voll gesperrt werden. Allerdings fallen die Behinderungen wohl weniger dramatisch aus, als zunächst befürchtet.

20.05.2019

Die Bauarbeiten für einen Autohof an der B167 bei Neuruppin laufen auf Hochtouren. Demnächst soll nur wenig entfernt auch ein Konkurrenzprojekt starten: der Bau eines zweiten Autohofs direkt an der A24 bei Werder.

16.05.2019