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Amt Temnitz Theatersommer zeigt zwei neue Produktionen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Theatersommer zeigt zwei neue Produktionen
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00:20 30.04.2019
Bis zum Beginn der Proben sind es noch einige Wochen. In Neuruppin traf sich das Ensemble des Theatersommers Netzeband zu einem Vorgespräch. Quelle: Frauke Herweg
Netzeband/Neuruppin

Die Liebe. Die Sehnsucht. Der Tod. Das Blut. In der Inszenierung der Fontane-Novelle „Ellernklipp“ werden sie als große Figuren durch den Netzebander Gutspark laufen. Für die Allegorie des Bluts hat sich die Hamburger Maskenbildnerin Jana Fahrbach ein besonders großes Objekt ausgedacht – ein Auge, das von sechs Darstellern durch den Park getragen wird.

Zwei neue Produktionen wird das Ensemble des Netzebander Theatersommers in dieser Saison herausbringen. Neben der eher unbekannten Fontane-Novelle „Ellernklipp“ wird der künstlerische Leiter des Theatersommers Frank Matthus auch die Fontane-Revue „Effi in der Unterwelt“ inszenieren. Nach fünf Jahren künstlerischer Abwesenheit kehrt Matthus zum Fontanejahr zu seiner Heimatbühne zurück.

Zwei lieben dieselbe Frau

„Ellernklipp ist eine unheimlich bewegende und eine mich seit Langem faszinierende Geschichte“, sagte Matthus bei einem Ensemble-Treffen am Sonnabend in Neuruppin. Die Novelle, mit der Fontane seinen literarischen Durchbruch erzwingen wollte, ist ein packender Krimi nach wahrem Vorbild – Vater und Sohn lieben beide dieselbe junge Frau. Ein Eifersuchtsdrama beginnt.

„Das lasse ich alles in Monologen erzählen“, kündigt Matthus an. Zugleich soll es theatralische Bilder geben, für die die aus vielen Theatersommern bekannte Maskenbildnerin Jana Fahrbach Masken, Objekte und Kostüme schafft. So wird die Eifersucht eine Figur mit mehreren Köpfen sein. Der Tod soll als gruseliger Engel über Open-Air-Bühne im Gutspark laufen.

Effi als große Ballkönigin

Für die von Matthus geschriebene Fontane-Revue „Effi in der Unterwelt“ zieht es das Ensemble des Theatersommers in dieser Saison auch auf den Neuruppiner Schulplatz. In einer Art Zirkusarena werden Zuschauer die Live-Spielshow am vierten August-Wochenende erleben können – mit Effi als großer Ballkönigin.

Das Stück, so kündigt Matthus an, soll eine Tour de Force durch den Fontane-Kosmos sein. Matthus zerlegt bekannte Fontane-Romane und lässt ihre Figuren in einer aberwitzigen Revue auftreten. „Die Frauen werden wie auf einem Laufsteg vorgestellt“, sagt Matthus. Am Ende des Laufstegs treffen sie ihren Meister und Schöpfer, der sich fragen lassen muss, warum er über sie geschrieben hat.

Aberwitziger Blödsinn

Doch auch ein wenig Zeitgeist wird verbraten. Matthus will die Digitalisierung, das nächste Jubiläumsjahr Fontane 300, Kaiser Wilhelm, den Abriss des Schlosses Rheinsberg und den Tourismus aufs Korn nehmen. „Es entsteht ein Haufen Blödsinn“, verspricht Matthus. „Es wird ein ziemliches Crash-Ding.“

Für „Effi in der Unterwelt“ hat Matthus bekannte Mitstreiter gewinnen können. Maler Anton Hennig aus Manker hatte ihm eine Absage für das Bühnenbild geben müssen. Doch Jürgen Bäckmann aus Neuruppin, der bereits für zahlreiche Inszenierungen der Berliner Volksbühne Bühnenbilder baute, sagte zu. Das Lichtdesign übernimmt Henning Schletter aus Manker, ein international arbeitender Lichtdesigner.

„Effi in der Unterwelt“ ist bereits weitgehend konzipiert. „Der Text muss nur noch gekürzt werden“, sagt Matthus. In den kommenden Wochen will er das Ensemble für die Revue, die in Kooperation mit der Jugendkunstschule entsteht, zusammenstellen. „Wir brauchen Frauen, wir brauchen Teufel, fünf Fontanes und einen Wilhelm“, sagt Matthus. Ein großes Ensemble also.

 

Von Frauke Herweg

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