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Amt Temnitz Gegen Vögel - für Windkraft? Seltsamer Knallapparat sorgt bei Anwohnern für Unmut
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Gegen Vögel - für Windkraft? Seltsamer Knallapparat sorgt bei Anwohnern für Unmut
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12:15 22.02.2019
Unangenehm laut: Vergrämungsgerät. Prinzipiell ist das Aufstellen eines solchen Apparates erlaubt.
Unangenehm laut: Vergrämungsgerät. Prinzipiell ist das Aufstellen eines solchen Apparates erlaubt. Quelle: Privat
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Küdow

Alle zwei bis drei Minuten lautes Knallen – ein so genanntes Vergrämungsgerät soll derzeit auf einer Ackerfläche zwischen Küdow und Stöffin (Ostprignitz-Ruppin) Wildvögel vertreiben. Inzwischen habe das Fehrbelliner Rathaus „von mehreren Seiten Meldungen“ über den Dauerlärm bekommen, sagt Bürgermeisterin Ute Behnicke.

Anwohner fühlen sich belästigt

Anwohner fühlen sich von den Knallgeräuschen belästigt. Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegen Windräder-Wildwuchs in OPR“ fürchten, die Knallanlage könnte gezielt aufgestellt worden sein, um geschützte Vögel zu vertreiben.

Das allerdings ist nicht bewiesen. Das Fehrbelliner Ordnungsamt hat den mutmaßlichen Aufsteller des Gerätes um eine Stellungnahme gebeten. Bis zum Monatsende kann er sich äußern. „Man darf erst mal nichts Böses unterstellen“, sagte der Bauamtsleiter Rasmus Krebs am Dienstagabend im Ausschuss für Energie, Umwelt und Tourismus. „Die Felder dort sind frisch angesät.“

Ängste der Windkraftgegner

Allerdings wurde Gerät unweit des Windkrafteignungsgebietes 28 (Protzen-Manker) aufgestellt. „Es steht tatsächlich genau an der Grenze“, sagt Bürgermeisterin Ute Behnicke. Windkraftgegner bezweifeln deshalb, dass der Aufstellungsort zufällig gewählt ist. „Es ist zu vermuten, dass es nicht nur um die Saat geht“, sagte Protzens Ortsvorsteher Dieter Sarnow.

Unweit des Standorts der Knallanlage ist ein Feuchtbiotop, in dem auch Brutvögel nisten. Ein Ornithologe untersucht seit längerem die besonderen Vogelvorkommen in dem Gebiet.

Vögel fern halten

Die Vergrämungsanlage war nach Aussagen von Anwohnern vor etwa zehn Tagen aufgestellt worden. Prinzipiell sei der Einsatz von Knallanlagen erlaubt, sagte Krebs – etwa in einer Obstplantage, um Vögel gezielt von den Früchten fernzuhalten.

Allerdings muss das Amt für Immissionsschutz zuvor den Einsatz einer Knallanlage genehmigen. „Knallapparate dürfen keine Lärmbelästigungen erzeugen, die unzumutbar sind“, sagt Rasmus Krebs.

Anwohner berichten von starkem Lärm. Mitunter ist das Knallen der Anlage sogar in Teilen von Fehrbellin zu hören. „Wir hören das abends immer“, sagte Fehrbellins Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck.

Von Frauke Herweg