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Amt Temnitz Windplan: Forderung nach drittem Entwurf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Windplan: Forderung nach drittem Entwurf
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00:28 26.11.2018
Das Ausweisen neuer Flächen für Windräder bleibt im Nordwesten Brandenburgs umstritten. Quelle: Peter Geisler
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Netzeband

Die Verabschiedung des neuen Windplanes für die Kreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel stößt auf Widerspruch. „Das geht gar nicht, dass wesentliche Inhalte des Planes geändert wurden, ohne dass die davon betroffenen Gemeinden beteiligt wurden“, sagte am Freitag Charis Riemer aus Netzeband im Amt Temnitz. Riemer gehört zur Bürgerinitiative Gegenwind.

Riemer fordert dritten Entwurf

Riemer fordert einen dritten Entwurf des neuen Windplanes für die Region Prignitz-Oberhavel. Nur so könnten die Gemeinden an den von den Planern vorgenommenen Änderungen beteiligt werden.

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Die Regionalversammlung hatte indes am Mittwoch mit großer Mehrheit den zweiten Entwurf des Windplanes verabschiedet: 22 Regionalräte stimmten dafür, nur sechs dagegen. In dem Plan sind 34 sogenannte Eignungsgebiete in der Region festgelegt, in denen Windräder gebaut werden dürfen.

Vereinzelte Kritik

Vereinzelte Kritik hatte es am Mittwoch daran gegeben, dass die Regionalräte die Unterlagen mit den knapp 9000 Seiten zu spät erhalten hätten. Thomas Voigt aus Garz (Amt Temnitz) sprach davon, sie erst eine Woche vor der Sitzung erhalten zu haben und die Zeit zum Durcharbeiten viel zu kurz gewesen sei – Chefplaner Ansgar Kuschel beteuerte indes, dass die Unterlagen Anfang November, also zwei bis drei Wochen vorher verschickt worden seien.

Charis Riemer aus Netzeband als auch Marita Sauer aus Meyenburg kritisieren zudem den Umweltbericht für den Windplan. So hatte Planerin Angela Schlutow zwar erklärt, dass der Lärm von 72 Anlagen geprüft worden sei und als „nicht bedenklich“ eingestuft wurde.

Kein räumlicher Bezug zur Region

Jedoch hatte Schlutow auf Nachfrage eingeräumt, dass sich keines der 72 geprüften Windräder in der Region Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel dreht (die MAZ berichtete). „Es gibt keinen räumlichen Bezug zu unserer Region“, kritisierten Riemer und Sauer. Schließlich drehen sich in den drei Landkreisen bereits 968 Anlagen.

Der Plan habe „inhaltliche Fehler“ und erscheine damit angreifbar, so Riemer. Zugleich hält es die Netzebanderin für unwahrscheinlich, dass Wildwuchs beim Bau von Windrädern in der Region droht, wenn der Windplan nochmals neu ausgelegt werden müsste.

Denn der befürchtete Wildwuchs sei auch bisher nicht aufgetreten, so Riemer. Dabei stamme der alte Windplan von 2003 und entspreche längst nicht mehr den Anforderungen, die Gerichte an ein Papier zum Regeln von Windrädern vorschreiben.

Von Andreas Vogel