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Amt Temnitz Temnitzquell: Zwei wollen Bürgermeister sein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Temnitzquell: Zwei wollen Bürgermeister sein
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00:24 28.04.2019
Der Theatersommer Netzeband ist eine Erfolgsgeschichte – auch weil er viele Zuzügler in das Dorf lockte. Quelle: Peter Geisler
Temnitzquell

Die marode Ortsdurchfahrt in Rägelin und die Landesstraße L 18 bei Katerbow sind saniert. In Rägelin entsteht ein neues Feuerwehrhaus. Die ersten Projekte für den sanften Tourismus in der Kyritz-Ruppiner Heide sind verwirklicht – die vergangenen fünf Jahren waren für Temnitzquell durchaus erfolgreich.

Bürgermeister Johannes Oblaski ist realistisch genug, um zu wissen, dass die Weichen für solche Erfolge oft anderswo gestellt werden – bei den Fördermittelgebern etwa. Doch der 61-Jährige ist auch selbstbewusst. „So relativ viel haben wir richtig gemacht“, sagt er. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai will er erneut antreten. Als Einzelbewerber, nicht mehr für die SPD. „Die SPD vertritt nicht mehr die Themen des ländlichen Raums“, sagt der Katerbower.

Hauchdünner Vorsprung

2014 war Oblaski erstmals zum Bürgermeister gewählt worden. Gegen den früheren Gemeindechef Helmut Braun gewann er damals mit einem hauchdünnen Vorsprung. „Vier Stimmen“, sagt Oblaski – „eine Familie.“ Johannes Oblaski, der klare Worte nicht scheut, hat sich nicht darüber gegrämt.

Eine weitere Kandidatur war für den Musikmanager selbstverständlich. „Es gibt Themen, die man angefangen hat und die man zu Ende bringen will“, sagt er. Die Entwicklung der Kyritz-Ruppiner Heide etwa hat Oblaski immer am Herzen gelegen. Als Wandergesellen sich anboten, die Schutzhütte am Pfalzheimer Heidezugang zu bauen, packte er mit an. Mit anderen organisierte er vor vier Jahren das erste Heidefest.

Noch fehlt ein Café für Ausflügler

Auch wenn es inzwischen ein Schildersystem und in Pfalzheim einen Parkplatz mit Schutzhütte gibt – Oblaski würde sich noch weitere Entwicklungen wünschen. So fehlt auf dem Parkplatz eine Toilette. Auch ein Café suchen Ausflügler vergebens.

 Als Mitglied der Bürgerinitiative gegen den Maut-Ausweichverkehr auf der L 18 hatte sich Oblaski lange gegen Laster-Lärm gewehrt. Inzwischen ist das Wohnen an den Ortsdurchfahrten in Katerbow und Rägelin durch die Sanierung deutlich leiser geworden. An der Zahl der Lkw hat der leisere Asphalt jedoch nichts geändert. Nachdem eine Klage gegen den Landkreis, der ein Durch- und Nachtfahrverbot für Lkw ablehnt, gescheitert war, macht sich Oblaski wenig Illusionen, ein solches Verbot noch durchsetzen zu können. 2020 soll der Verkehr erneut gezählt werden. „Wir müssen diese Zahlen abwarten“, sagt Johannes Oblaski.

Mit dem Radweg nach Netzeband

Mit großer Mehrheit hatten sich die Temnitzqueller Gemeindevertreter im vergangenen Jahr für den Bau eines 1,5 Kilometer langen Radweges über den Gallberg zwischen Katerbow und Netzeband ausgesprochen. Das Land übernimmt einen Löwenanteil der Kosten. Eine einmalige Chance, sagt Oblaski. Zudem auch eine Möglichkeit, abseits der viel befahrenen Landesstraße einen Radweg zwischen den beiden Dörfern zu bekommen.

Bernd Müller, der ebenfalls für das Amt des Bürgermeisters kandidiert, begrüßt das Projekt. Allerdings fordert der 56-jährige Rägeliner auch einen Radweg an der Landesstraße 18. Das Land hat den Bau eines solches Weges bisher aus Kostengründen abgelehnt. Doch will Müller seine Forderung nicht aufgeben. „Das wichtigste Thema ist die Infrastruktur“, sagt er. Im Moment sei die L 18 mit ihren vielen Lastern für Radler schlichtweg lebensgefährlich.

Schwere Entscheidung

Müller hat sich die Entscheidung für eine Kandidatur nicht leicht gemacht. Schon einmal hatte er sich als Gemeindevertreter für Temnitzquell engagiert. Nach der gescheiterten Abwahl eines Amtsausschuss-Mitglieds war er 2010 jedoch zurückgetreten. Erst als andere ihn auf eine Kandidatur ansprachen, entschloss er sich schließlich dafür. „Ich bin hier aufgewachsen“, sagt Müller. „Ich tue es gern.“

Eines des Themen, die den Busfahrer beschäftigen: die vielen Windräder in der Region. „Wir brauchen keine Windmühlen mehr“, sagt er. Bernd Müller ist wenig begeistert, dass ein niedersächsischer Landwirt bei Darsikow acht Windräder bauen möchte. Ein Teil der je 210 Meter hohen Windräder würde – wenn sie genehmigt werden – im Wald stehen. „Was passiert, wenn es im Wald brennt?“ fragt Müller.

Sonnenstrom vom Dach

Anstatt Windenergie würde sich Müller mehr Solarenergie wünschen. „Wir haben genug große Dachflächen in der Gemeinde“, sagt er. Gemeindezentrum, Kindergarten, Neubauten – überall, so glaubt er, ließen sich Flächen nutzen.

Bernd Müller und sein Bruder Olaf sind in der Temnitz-Region als Organisatoren des Dörferturniers bekannt. In diesem Jahr konnten die beiden zum 21. Mal die dabei erzielten Spenden an Kinder- und Jugendprojekte überreichen. Für Bernd Müller, dem das Vereinsleben in den Dörfern am Herzen liegt, wie immer ein bewegender Moment.

Von Frauke Herweg

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