Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Anwohnerin fühlt sich veralbert: Posse um Lärmmessung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Anwohnerin fühlt sich veralbert: Posse um Lärmmessung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:40 03.04.2017
Bei Kränzlin stehen ebenfalls viele Windräder. Quelle: Peter Geisler
Wildberg

Anita Sleinitz glaubte zunächst an eine Posse, doch das Landesumweltamt meint es ernst: Um zu ermitteln, ob die sechs Windräder, die sich seit Ende 2014 am Rande von Wildberg drehen, auch die vorgeschriebenen Schallpegel einhalten, wird nicht etwa der Lärm gemessen, der von allen sechs Anlagen zusammen ausgeht. Vielmehr wird stets nur der Schallpegel geprüft, den eine Anlage verursacht. Dazu werden während der Messung die anderen Windräder abgeschaltet.

Das Landesumweltamt verteidigt das Vorgehen

„Nur anhand von Einzelmessungen kann geprüft werden, ob der festgesetzte Schallleistungspegel durch den Anlagenbetrieb eingehalten wird“, teilte Thomas Frey, der Sprecher des Landesumweltamtes, am Freitagnachmittag auf MAZ-Anfrage mit. Für die Behörde scheint es selbstverständlich, dass „zur Vermeidung von Fremdgeräuschen durch den Betrieb anderer Windkraftanlagen“ diese während der Messung abgeschaltet werden. Bei Anita Sleinitz hält sich das Verständnis für dieses Vorgehen in Grenzen. Sie muss den Lärm aller sechs Windräder ertragen, die keine 1300 Meter von ihrem Haus entfernt stehen, in dem sie seit 1995 lebt. Hinzu kommt noch der Schallpegel der Anlagen, die nur ein paar Kilometer weiter bei Ganzer stehen.

Es beruhigt Sleinitz deshalb keinesfalls, dass der Lärm jedes einzelnen Windrades, das sich in der Nähe ihres Hauses dreht, womöglich unter dem Grenzwert liegt. „Was ich höre und empfinde, das ist schon gewaltig.“ Für die Wildbergerin grenzt das an Belästigung. Sie fordert „reelle Messungen“ des Lärms, den sie täglich zu ertragen hat. Also ohne dass eine oder mehrere Anlagen ausgeschaltet werden. Zudem bezweifelt Sleinitz, dass die Windräder in ihrer Nähe wirklich weniger Lärm machen als zulässig ist.

Liegt der Lärm unter oder über dem Grenzwert?

Bernd Werner von der Bürgerinitiative „Gegenwind“ ist sogar überzeugt davon. Der Wildberger verweist auf Protokolle des Messbüros. Demnach wurden bei den Messungen verschiedene Dinge berücksichtigt und rausgerechnet: Vogellärm, das Rauschen von Blättern sowie „die harte Unterlage“ für das Mikrofon. Ohne Abziehen dieser Werte läge der Lärm deutlich über den Grenzwerten für ein Wohngebiet. „Die Windräder stehen einfach zu dicht an den Häusern“, sagt Thomas Voigt, der Bürgermeister der Gemeinde Temnitztal, zu der ebenfalls Wildberg gehört. „Das ist schädlich für die Anwohner“, so Voigt, der auch Mitglied in der Regionalen Planungsgemeinschaft ist.

Das Gremium legt fest, in welchen Gebieten Windräder errichtet werden dürfen und wie viel Abstand dabei zu Häusern einzuhalten ist. Laut dem Plan von 2003, der noch immer gültig ist, beträgt der Mindestabstand in der Region 500 Meter. Er soll nun auf 1000 Meter wachsen. Voigt reicht das nicht aus. Er fordert das Zehnfache der Höhe eines Windrades. Das Einführen dieser sogenannten 10 H-Regelung hat das Land jedoch abgelehnt, weil es dann vermutlich seine Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energie nicht erfüllen könnte.

Anita Sleinitz fordert indes, dass die Windräder vor ihrem Haus zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet werden. Dann könnte sie in der Nacht wieder ruhig bei geöffnetem Fenster schlafen. „Viele Windräder werden doch eh oft abgeschaltet, weil der Strom nicht abgenommen werden kann.“

Von Andreas Vogel

So viel Geld. Bei der 19. Auflage des sportlichen Dörferturniers, das Bernd und Olaf Müller organisieren, sind mehr als 3400 Euro zusammengekommen. Das Geld wurde am Sonnabend verteilt. Die Jugendkunstschule aus Neuruppin bedankte sich auf ihre eigene Art. Die Band Plan C spielte einige Stücke.

02.04.2017

Von zwei gelben Osterhasen wurden am Sonnabend die mehr als 500 Gäste begrüßt, die zum traditionellen Ostermarkt nach Protzen kamen. Für Kinder hielten die beiden Langohren Osternester mit einer süßen Überraschung bereit. Viel Spaß hatten viele Mädchen und Jungen wenig später bei der Suche nach einem echten Hasen.

05.04.2017

Der Tod ist immer mehr Tabuthema hierzulande. Umso schöner, wenn er ab und an aus der finsteren Schublade gezerrt wird. Mit Humor kann man vieles besser ertragen. Der Comedian, der als „Tod“ auftritt, ist sogar schon im Hospiz aufgetreten und hat Todkranke zum Lachen gebracht. Am Freitag stoppte seine Tour „Happy Endstation“ in Neuruppin.

02.04.2017