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Ostprignitz-Ruppin Auf Entdeckungsreise mit Fontane
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf Entdeckungsreise mit Fontane
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19:23 26.03.2019
Das Barockschloss in Meseberg wird heute als Gästehaus der Bundesregierung genutzt. Quelle: Uta Bartsch
Neuruppin

„Du wirst Entdeckungen machen, denn überall, wohin du kommst, wirst du, vom Touristenstandpunkt aus, eintreten wie in jungfräuliches Land.“ – Das schrieb Theodor Fontane 1864.

Niemand anders hat die Menschen, Städte und Landschaften der Mark Brandenburg so liebevoll und präzise beschrieben wie der Wanderer und Dichter. Die Gäste der Fontane-Festspiele Neuruppin können per Busausflug entdecken, was Fontane vor 150 Jahren sah, was er erlebte und in seine Reisebeschreibungen einfließen ließ. Die Macher der Festspieler haben verschiedene Touren organisiert.

Ein Nachmittag auf dem Landgut der Knesebecks

Für Freitag, 31. Mai, ist der Besuch bei einer der prominentesten Adelsfamilien in Brandenburg geplant: bei den Knesebecks in Karwe am Ruppiner See. Fontane war dort mehrfach zu Gast, bekam nicht nur Zugang zum Gutsarchiv, sondern auch zu den handschriftlichen Memoiren des Generalfeldmarschalls Karl-Friedrich von dem Knesebeck.

Die Ausstellung im alten Pferdestall des Gutes zeigt Gemälde, Möbel und Kunstwerke aus dem Familienbesitz, die Fontane in den „Wanderungen“ beschreibt. Auf einem geführten Rundgang geht es zum Park des Gutes, zur Kirche und zum Kirchhof. Zurück auf dem Gutshof wartet ein rustikales Kaffeebuffet auf die Gäste.

Das Gut der Adelsfamilie Knesebeck liegt idyllisch in Karwe am Ruppiner See. Quelle: Uta Bartsch

Einmal – mindestens – sollte jeder Fontane-Entdecker im idyllischen Ribbeck gewesen sein. Der Historiker und Verleger Günter Rieger begleitet Fontane-Ausflügler am Samstag, 1. Juni, nach Ribbeck und unterhält unterwegs mit Anekdoten und Plaudereien. Auf dem Weg dorthin liegen Hakenberg und Karwesee. Über beide Orte hat Fontane geschrieben.

Durch die Rhinluchlandschaft geht es nach einem Mittagsimbiss nach Ribbeck. Als Vorgängerbau des heutigen Schlosses stand dort das von Theodor Fontane bedichtete Ribbecksche Herrenhaus. Die Gäste hören vom Schloss, spazieren durch den Ort und besuchen die Kirche, wo einst der alte Ribbecksche Birnbaum gestanden haben soll.

Eine unterhaltsame Reise durchs Ruppiner Land

Am Sonntag, 2. Juni, geht es auf Entdeckungsreise im Ruppiner Land. Nur wenige Kilometer rund um Neuruppin warten kleine Orte mit großen Geschichten: Karwe, Wustrau, Protzen, Vichel, Garz und Ganzer. Den Familien des Generalmajors von Zieten in Wustrau und der Knesebecks in Karwe widmete Fontane ganze Kapitel in seinen „Wanderungen“. Das einst wohlhabende Luch- und Torfdorf Protzen gehörte im 18. Jahrhundert der Familie Kleist. Im Herrenhaus starb der junge Prinz Heinrich, der Neffe vom Alten Fritz.

In Garz und Vichel liegen die Herrenhäuser und Parkanlagen der Familie von Quast. Und das Dorf Ganzer teilten sich zu Fontanes Zeiten die Familien von Rohr und von Jürgaß. Fontanes Erzählungen dazu: wahre Kostbarkeiten. Der Historiker und Verleger Günter Rieger begleitet die Spurensuche.

Zu Pfingsten werden drei Ausflüge angeboten

Am Pfingstwochenende stehen drei Ausflüge auf dem Programm. Die Tour am Freitag, 7. Juni, führt nach Köpernitz. Um die Wende des 18./19. Jahrhunderts herrschte dort reges Treiben. Die prägendste Persönlichkeit war die Gräfin La Roche-Aymon. Was Fontane über sie schrieb, liest Schauspieler Hans Machowiak. Der Förderverein des Hauses will für gemütliche Kaffeeatmosphäre sorgen.

„Fünf Schlösser“ – so nannte Theodor Fontane ganz knapp seinen fünften Band der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Er schrieb über die Schlösser in Quitzöwel, Plaue an der Havel, Hoppenrade, Liebenberg und Dreilinden. Zwei davon greifen die Festspielmacher bei ihrer Fontane-Bustour am Samstag, 8. Juni, auf: Hoppenrade und Liebenberg. Drei ergänzen sie, weil sie auf dem Weg liegen und weil auch ihnen Fontane seine besondere Aufmerksamkeit schenkte. Es sind das Schloss Meseberg, das Gutshaus Köpernitz und das Schloss Rheinsberg.

In seinem Band „Fünf Schlösser“ schrieb Fontane auch über das Gut Liebenberg. Quelle: Uta Bartsch

Am Pfingstsonntag, 9. Juni, wird zur Entdeckungsreise ins Havelland nach Paretz und Petzow eingeladen. Schloss und Dorf Paretz wurden um 1800 von David Gilly als Sommerresidenz für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm (III.) und seine Gemahlin Luise angelegt. Das Schloss Petzow auf der gegenüberliegenden Seite der Havel liegt direkt am Schwielowsee. Fontane widmete beiden Schlössern im Buch „Havelland“ mehrere Kapitel. Der Schauspieler Alexander Bandilla begleitet die Havellandreise.

Alle Touren sind so gelegt, dass die Gäste auch die Abendveranstaltungen der Fontane-Festspiele in Neuruppin nicht verpassen, sagt die Leiterin Uta Bartsch.

Treffpunkt und Abfahrt für die Fontane-Busausflüge ist immer an der Neuruppiner Seepromenade – direkt am Parzival und der Galerie am Bollwerk. Karten gibt es im Neuruppiner Festspielbüro (Telefon 03391/6 59 81 98), im Internet unter www.fontane-festspiele.com und an vielen Vorverkaufsstellen.

Die Fakten im Überblick:
Freitag, 31. Mai, 15 bis 18 Uhr: „Fontane trifft Knesebeck“ Preis: 34 Euro

Samstag, 1. Juni, 10 bis 17 Uhr: „Von Ruppin nach Ribbeck“ Preis: 65 Euro

Sonntag, 2. Juni, 10 bis 17 Uhr: „Von Ruppin nach Ganzer“ Preis: 60 Euro

Freitag, 7. Juni, 15 bis 18 Uhr: „Das Gutshaus von Köpernitz“ Preis: 35 Euro

Samstag, 8. Juni, 10 bis 18 Uhr: „Fünf Schlösser im Ruppiner Land“ Preis: 65 Euro

Sonntag, 9. Juni, 10 bis 19 Uhr: „Nach Paretz und Petzow ins Havelland“ Preis: 80 Euro

Samstag, 24. August, 14 bis 17 Uhr: „Fontane trifft Knesebeck“ Preis: 34 Euro

Von MAZ-online

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