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Ostprignitz-Ruppin Auf den Spuren der Gildenhaller Kunsthandwerker
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf den Spuren der Gildenhaller Kunsthandwerker
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17:37 04.02.2018
Der Ausstellungskurator Florian Vogt führte die zehn Besucher am Sonntag durch die kleine Keramik-Schau mit Werken von Richard Mutz. Quelle: Felsch
Neuruppin

Vom Gefäßrand laufen grüne, braune, blaue und weiße Farbstreifen herunter, die in der Mitte der Schale in einem Schlund zu verschwinden scheinen. Laufglasuren waren eine Spezialität des Jugendstil-Keramikers Richard Mutz, der in Hamburg, Liegnitz, Karlsruhe, Berlin, Velten und in der Neuruppiner Kunsthandwerkersiedlung Gildenhall wirkte.

Dem Glasurexperten, der von 1923 bis 1929 gemeinsam mit anderen Kunsthandwerkern in Gildenhall Keramiken schuf, ist seit dem 11. Januar eine Kabinettsausstellung im Neuruppiner Museum gewidmet. Am Sonntagnachmittag lud das Museum zu einer Führung durch die Welt der Mutz’schen Keramik ein. Florian Vogt, Kurator der Ausstellung und Volontär des Museums, hatte sich über mehrere Monate mit Richard Mutz beschäftigt und eine zweiteilige Ausstellung erarbeitet. Im Zentrum der Neuruppiner Ausstellung stehen Gebrauchskeramiken wie Vasen und Schalen. Der zweite Teil der Schau, der ab April im Ofen- und Keramikmuseum Hedwig Bollhagen zu sehen sein wird, ist dann der Bau- und Ofenkeramik gewidmet.

Meister der Glasuren

Bereits in der Werkstatt seines Vaters in Altona, wo Richard Mutz seine Töpferlehre absolvierte, begann er mit Laufglasuren zu experimentieren. „Es gab damals in Hamburg eine Ausstellung mit ostasiatischer Keramik“, erzählt Florian Vogt. „Vater und Sohn haben sie besucht und waren von den schlichten Formen und der Art der Glasuren begeistert.“ Für Richard Mutz war dieses Erlebnis eine Art Urknall. Er begann mit farbigen Glasuren zu experimentieren, die nun Steinzeug-Keramik nach japanischem Vorbild verzierte. Um 1900 kamen die ersten kunsthandwerklichen Keramiken dieser Art auf den Markt. Mit den konservativen Einstellungen seines Vaters kam der junge aufstrebende Kunsthandwerker allerdings bald nicht mehr klar. 1904 begann er seine eigenen Wege zu gehen und gründete in Berlin Wilmersdorf die „Keramischen Kunstwerkstätten Richard Mutz“. Hier konnte sich Richard Mutz nun austoben und sich mehr und mehr dem Steinzeug und der Baukeramik widmen. Schalen und Vasen, die weiterhin gefertigt wurden, waren das wirtschaftliche Standbein. Er arbeitete mit Ernst Barlach zusammen und stellte die Werke in einer eigenen Galerie aus.

Lebendige Kunsthandwerker-Gemeinschaft in Gildenhall

1923 folgte er einer Einladung des Bildhauers Hans Lehmann-Borges, nach Gildenhall zu kommen. Er blieb. Die Gildenhaller Philosophie von einem alternativen Lebenskonzept überzeugte ihn. Auch er wollte handwerkliche Qualitätsarbeit schaffen. „Gerade die Töpferei ist ja ein sehr natur- und lebensnahes Handwerk“, sagte Florian Vogt. „Es stand somit im Einklang zum Ideal der Siedlung.“ Die Werkstatt, die Richard Mutz in Gildenhall gründete, fiel 1929 der Rezession während der Weltwirtschaftskrise zum Opfer. An welchen baukeramischen Projekten der Keramiker insgesamt mitgewirkt hat, kann auch der Kurator nicht genau sagen. Fest steht, dass seine glasierten Ziegel für die Baukeramik wegen der außergewöhnlicher Qualität und Farbtreue sehr gefragt waren.

Von Cornelia Felsch

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