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Ostprignitz-Ruppin Aufwendig sanierter Radweg wieder kaputt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Aufwendig sanierter Radweg wieder kaputt
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00:18 21.01.2017
Gefahrloses Radfahren ist zwischen Mechow und Demerthin längst nicht mehr möglich. Bis der Abschnitt repariert wird, dürfte es trotzdem noch eine ganze Weile dauern.
Gefahrloses Radfahren ist zwischen Mechow und Demerthin längst nicht mehr möglich. Bis der Abschnitt repariert wird, dürfte es trotzdem noch eine ganze Weile dauern. Quelle: Matthias Anke
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Mechow

Noch ein paar Wochen, und der Winter dürfte überstanden sein. Die Radfahrsaison kann beginnen. Doch zwischen Mechow und Demerthin wird es ein mehr als holperiger Start, denn der Radweg ist kaputt. Schilder, die häufiger bekannt sind als Warnungen vor schlechten Straßen, weisen schon jetzt darauf hin, dass es auf einer Länge von drei Kilometern im Sattel ungemütlich wird. Dabei ist dieser Weg vor gerade mal siebeneinhalb Jahren erst aufwendig und teuer erneuert und dabei mit einer Wurzelschutzfolie versehen worden.

„Ja, die neuen Schäden sind uns bekannt – leider“, sagt Frank Schmidt, der Dezernatsleiter für den Bereich Planung beim Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen: „Doch die Robinien beziehungsweise Akazien sind so aggressiv, dass sie mit ihren Wurzeln unter die Folie hindurch und auf der anderen Seite wieder hoch gekommen sind. So ein Problem hatten wir noch nie.“

Die einzige Lösung wird im Fällen der Bäume gesehen

Rückblende, Anfang 2008: Vom Autoverkehr unbedroht geht es seit noch nicht allzu langer Zeit jetzt von Kyritz auch in Richtung Prignitz. Doch der noch recht neue Weg sorgt beim Landesbetrieb Straßenwesen für Kopfzerbrechen. Es geht um erhebliche Ausbesserungen, weil Wurzeln den Asphalt angehoben haben und Sturzgefahr droht. Besonders Pappeln werden damals als Übeltäter entlarvt. Die Gefahr ließe sich bannen, wenn Bäume fallen. Die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin werden sich einig. Allerdings wird ein unabhängiger Gutachter hinzugezogen. Am Ende bleiben die Bäume, die nicht nur die Bundesstraße 5 säumen, sondern sich auch als Windschutzanpflanzungen bewährt haben, stehen. Und der Weg bleibt gesperrt.

Eineinhalb Jahre später, im Herbst 2009: Der Radweg wird erneuert und zugleich Wurzelschutzfolie in den Boden eingebracht. Doch diese hält die Wurzeln seither offenbar trotzdem nicht auf.

Das Gefahrzeichen „Unebene Fahrbahn“ beziehungsweise „Achtung Bodenwelle“ steht an dieser Stelle nicht an einer Straße, sondern an einem Radweg. Quelle: Matthias Anke

„Uns bleibt nicht viel mehr übrig, als die Bäume zu fällen“, sagt Frank Schmidt heute. Dazu stehen erneut Genehmigungsverfahren bei den Naturschutzbehörden beider Landkreise an, schließlich führt der Weg über die Kreisgrenze. „Bei anderen Baumarten haben wir das so noch nie erlebt, und in dem Fall stehen die Bäume ja auch noch ziemlich dicht am Weg. Als wir das kürzlich aufschippen ließen, staunten wir nicht schlecht.“ Weil also „kein Kraut gegen dieses spezielle Wurzelproblem“ gewachsen sei, sagt Schmidt: „Da gibt es nur die Kettensäge.“ Und weil das Verfahren seine Zeit dauere, werde „baulich in diesem Jahr noch nichts passieren“.

Eine ganze Weile werden Radfahrer wie Michael Leest aus Mechow, der zugleich Mitglied im Ortsbeirat ist, damit also auf die Erneuerung warten müssen. Leest hatte am MAZ-Lesertelefon auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Von Matthias Anke