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Ostprignitz-Ruppin Autodidaktin mit einem Faible für den Norden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Autodidaktin mit einem Faible für den Norden
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22:19 28.01.2018
Eva Götzke fertigt in ihrem Atelier in der Wittstocker Ringstraße Kunst aus Wolle und Holz. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Schon als Kind war Eva Götzke vielseitig künstlerisch interessiert. Damals hatte die gebürtige Mecklenburgerin im heimischen Güstrow mit Zeichnungen begonnen. Als junge Frau kam sie 1976 nach Jabel und war dort lange Jahre in der Landwirtschaft tätig. „Ich bin dann in der Region hängengeblieben“, blickt die heute 64-Jährige zurück.

Aus alten Balken hat Eva Götzke Wittstocker Holzsilhouetten gesägt. Quelle: Christian Bark

Nach der Wende arbeitete sie bis zur Altersteilzeit im Jahr 2013 zunächst bei der Kreisverwaltung Wittstock, dann in Neuruppin. 2013 hatte Eva Götzke auch ihr Atelier in der Wittstocker Ringstraße bezogen. „Hier herrscht mehr Arbeitsatmosphäre als zuhause in Jabel“, erklärt sie. Dort verrichte sie nur das Grobe. Zum Beispiel die Bearbeitung von alten Holzbalken mit der Motorsäge. Seit gut zwei Jahren fertigt die Hobbykünstlerin Wittstocker Gebäude aus dem Gebälk historischer Häuser. Sie zeigt auf den aus Holz nachempfundenen Wittstocker Amtsturm. „Der Balken stammt aus einer ehemaligen Klosettdeckelfabrik in Wittstock“, berichtet sie. Anderes Holz hat sie von bekannten aus einem mecklenburgischen Gutshaus erhalten.

Oft sind die Silhouetten ihrer Häuser nur an die der Originale angelehnt. Doch jemand, der in Wittstock kundig ist, wird die Marienkirche sicher auf den ersten Blick erkennen. Die Bleiverzierung hat Eva Götzke mit dem Hammer „getrieben“, wie sie erklärt. Dass sie für die Holzskulpturen Wittstocker Motive auswählt, ist kein Zufall. Auch wenn Eva Götzke sich als Mecklenburgerin zunächst wenig heimisch gefühlt habe, liege ihr die Region nach mehr als 40 hier verbrachten Jahren doch sehr am Herzen. „Ich bin sogar Stadtführerin in Wittstock“, sagt die 64-Jährige.

Eva Götzke fertigt Kunst aus Wolle und Holz in ihrem Wittstocker Atelier. Einige Monate im Jahr zieht es sie jedoch nach Skandinavien.

Also solche könnte sie, insbesondere zur Landesgartenschau, ihre zweite große Leidenschaft nutzbar machen. Schon zu DDR-Zeiten hatte Eva Götzke Sehnsucht nach dem Norden. Skandinavien war ihr Traumreiseziel. Doch vor dem Mauerfall konnte sie allerhöchstens Hardanger-Stickereien, benannt nach der gleichnamigen norwegischen Provinz, fertigen. Die Stickereien finden sich an jedem Fenster in Eva Götzkes Atelier.

Hund Leo ist immer dabei. Quelle: privat

„Gleich nach der Wende habe ich eine Rundreise von Dänemark über Norwegen nach Schweden unternommen“, berichtet die vielseitige Frau. 2001 kaufte sie sich ein Häuschen in der schwedischen Provinz Dalarnas län an der Grenze zu Norwegen. Dort zieht es die 64-Jährige mehrmals im Jahr hin. Mit dabei ist immer ihr acht Jahre alter Hovawartmischling Leo. In den Wäldern Skandinaviens unternimmt Eva Götzke lange Spaziergänge, sucht Naturprodukte, kocht daraus Marmelade oder studiert die schwedische Geschichte. „Ganz in der Nähe findet jedes Jahr der Wasalauf statt“, informiert sie. Dieser erinnere an die Flucht auf Skiern des ersten Schwedenkönigs Gustav I. Wasa im Jahr 1521 vor dänischen Soldaten.

Wenn sie wollte, könnte Eva Götzke über Monate hinweg in Schweden bleiben. Das Häuschen sei zwar klein, aber ein Ofen sorge dafür, dass es auch bei 30 Grad Minus warm ist. „Meine Omapflichten lassen das aber nicht zu“, sagt die lebenslustige Frau. In Jabel lebe sie mit ihrer Tochter und deren Familie auf einem Gehöft. Mit ihren Enkeln wolle sie so viel Zeit wie möglich verbringen.

Und dann ist da ja noch die Kunst und das Atelier. „Manchmal bin ich jeden Tag in der Ringstraße“, sagt Eva Götzke. Wolle und Holz seien ihre Ausgangsstoffe. Dann filze sie Decken oder Untersetzer. Oft sind diese mit Eulen verziert. Das sind ihre Symbole, wie sie erklärt. Eulen stünden schließlich für die Weisheit und sie fühle sich mit zunehmendem Alter immer weiser.

Auch in Sachen Holz ist sie gerade wieder aktiv. Aus einer merkwürdigen Verformung eines Baumes solle ein großes Ohr entstehen. Zudem sucht Eva Götzke zur Vervollständigung ihrer Atelierlampe noch eine weitere Handpuppe: Pittiplatsch, der Liebe. Ihre Kunst verkauft Eva Götzke allerdings kaum. Sie sei ja Autodidaktin und keine professionelle Künstlerin. „Eigentlich mache ich das alles nur für mich aus Spaß an der Freude“, sagt sie.

Von Christian Bark

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