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Ostprignitz-Ruppin Bahn will in Neuruppin neue Gleise verlegen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Bahn will in Neuruppin neue Gleise verlegen
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00:22 15.12.2018
Ein Gleis ist zu wenig, für den Halbstundentakt in Richtung Berlin. Züge müssen sich dafür auf der Strecke ausweichen können. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Alles hängt vom Boden ab. Ist der stabil genug, können in etwa sechs Jahren doppel so viel Züge wie heutzutage nach Neuruppin fahren. Bis 2024 oder ’25 könnte die Bahn einen Halbstundentakt zwischen Hennigsdorf und der Fontanestadt einführen. Das hält Landrat Ralf Reinhardt nach einem Treffen mit Vertretern der Bahn am Montag für realistisch.

Zurzeit verbindet der Prignitz-Express Neuruppin einmal in der Stunde mit Berlin. Nach langem Drängen aus der Region arbeiten der Verkehrsverbund VBB, das Land und die Bahn inzwischen an einem Plan, den Takt zu verdoppeln. Dazu soll die Bahnlinie der RB 55 verlängert werden. Die Regionalbahn fährt bisher parallel zum Prignitz-Express alle halbe Stunde von Hennigsdorf bis Kremmen. Künftig könnte der neue Endbahnhof Neuruppin ein.

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Der Untergrund im Luch wird getestet

Damit das möglich ist, muss die Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen jedoch erweitert werden. Zurzeit gibt es nur ein Gleis. Das ist mit den bisherigen Zügen schon völlig ausgereizt. Damit dort mehr Bahnen fahren können, fehlen Stellen, an denen sich Züge von und nach Neuruppin ausweichen könnten. Die sollen jetzt gebaut werden. Doch noch weiß niemand, wie aufwändig das ist.

„Einfach ist so etwas nie“, sagt Andreas Gollek von der DB Netz AG. Er betreut die Strecke des Prignitz-Expresses seit deren Neubau in den 90er Jahren. Für ihn die entscheiden Frage: Ist der Bau von neuen Ausweichstellen zwischen Neuruppin und Kremmen „mittelschwer oder sehr schwer“?

Die Bahn hat inzwischen Untersuchungen des Bodens entlang der Strecke in Auftrag gegeben. „Das ist ein schwieriges Gebiet“, sagt Gollek aus Erfahrung. In den nächsten Monaten sollen Fachleute testen, wie tragfähig der Untergrund vor allem im Rhinluch ist. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Planer im Frühjahr 2019.

Die Bahn braucht auch mehr Triebwagen

Dass der Bau der Ausweichstellen eine Herausforderung wird, ist schon klar. Genauso klar ist inzwischen aber auch, dass Neuruppin eine deutlich bessere Zuganbindung nach Berlin braucht – und bekommen soll. Wie lange es dauert, die nötigen Gleise zu bauen, weiß derzeit noch niemand sicher. Dass 2024 oder ’25 die ersten zusätzlichen Züge rollen könnten, halten aber auch die Fachleute der DB Netz für möglich. Zumindest im besten Fall, so Gollek.

Ob Züge fahren, hängt nicht nur an den Gleisen, sondern auch an den Fahrzeugen. Parallel zu den Planungen der DB Netz AG kümmert sich die Bahntochter DB Regio als Betreiber der Strecke deshalb jetzt darum, weitere Triebwagen zu besorgen.

Neue Zugmodelle fahren mit Batterien

Welche das sein werden, kann Jörg Werner von der DB Regio derzeit noch nicht sagen. Bisher fahren Dieseltriebwagen auf der Strecke, mehr schlecht als recht. Die Bahn muss jetzt prüfen, ob sie diese Flotte um weitere Wagen dieses Typs ergänzt. Oder ob sie andere besorgt – vielleicht innovative Modelle.

Die Firma Bombardier hat gerade Batterie-Triebwagen vorgestellt. Die können mit Strom fahren – auch dort, wo es keine Oberleitung gibt, wie beim RE 6 und der RB 55. Jörg Werner könnte sich vorstellen, dass solche Modell etwas für die Linie nach Neuruppin sein könnten. Entscheiden müssen das aber letztlich der VBB und das Land. Sie bestellen und bezahlen, was die Bahn fährt.

Von Reyk Grunow