Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Anwohner fordern: Die Mauer muss weg!
Lokales Ostprignitz-Ruppin Anwohner fordern: Die Mauer muss weg!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:18 10.05.2014
Die Mauer, die das Flussbett teilt, beginnt unterhalb des Wehres und zieht sich am gesamten Gelände der ehemaligen Papierfabrik entlang. Quelle: Matthias Anke
Hohenofen

"Fehlt nur noch bisschen Stacheldraht", hieß es am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin. Oder auch: "Die Mauer muss weg!" Sie verschandele die Landschaft. Bei Touristen, die den Fluss dort über die Bundesstraße 102 queren, sei die Mauer schon beliebtes Fotomotiv.

Was es mit ihrem nun zweigeteilten Fluss auf sich hat, ließen sich die aufgebrachten Bürger vom Planer, Architekten und auch einem Vertreter des Brandenburger Landesumweltamts als Auftraggeber erklären. Initiiert wurde das Treffen vom Sieversdorf-Hohenofener Bürgermeister Hermann Haacke und einigen Gemeindevertretern. "Wir wurden ja über nichts informiert, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt", sagte Haacke. Er hatte aber einen MAZ-Bericht dabei, in dem der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Dosse-Jäglitz (WBV), Gernot Elftmann, vor einiger Zeit erläuterte, was der Bau soll: "Wir strukturieren den Fluss an dieser Stelle neu, um den Anforderungen des Fischzuges gerechter zu werden." Schwimmschwache Fische wie etwa Quappen oder Neunaugen sollen die Fischtreppe neben dem Wehr besser erreichen können. Diesen Fischaufstieg bis in die hintersten Laichgründe zu ermöglichen, schreibt die EU-Wasserrahmenrichtlinie schließlich vor.

Der WBV und das Unternehmen Strabag als ausführende Firma wurden über das Landesumweltamt beauftragt und bekommen das mehr als 400.000 Euro teure Projekt vom Land vollständig bezahlt. Doch statt den Fluss zu renaturieren, sei nur ein weiteres Bauwerk entstanden, protestierte Haacke. Sicher hätte die Gemeinde ihr angrenzendes Land für eine Flussbettverbreiterung freigegeben.

Stefan Blechschmidt (l.) erläuterte das bald abgeschlossene Vorhaben. Quelle: Matthias Anke

Stefan Blechschmidt erklärte als Referatsleiter für Gewässerunterhaltung im Landesumweltamt, weshalb so gehandelt werden musste: "Die Sohlgleite hin zum Wehr, das Anfang der 2000er Jahre gebaut wurde, funktionierte einfach nicht. Nur schwimmstarke Fische kamen durch." Der Wasserdruck sei mit 21 Kubikmetern je Sekunde zu hoch. Bereits seit 2009 hätten Fachleute deshalb darüber nachgedacht, wie die Situation verbessert werden könnte. So sollte der Wasserdruck in der einen Hälfte des Flusses gesenkt werden. Blechschmidt verwies dabei auf Absprachen mit dem Landesanglerverband und auf Gutachten zu den Fischen, "für die mehrere 10.000 Euro ausgegeben wurden".

Zudem habe Funktion in diesem Fall Vorrang vor Ästhetik. Stahlspundwände einzulassen, statt Beton zu verwenden, sei unmöglich wegen des Betonuntergrunds unter der vorhandenen Sohlgleite. Weitere Alternativen, wie etwa eine Verbreiterung oder gar eine gänzlich andere Führung des Dossewassers über andere Arme, hätten länger gedauert und wären damit teurer geworden.

Dass die Gemeinde nicht rechtzeitig einbezogen wurde, wiesen die Akteure zurück. Es habe ein Schreiben gegeben, wonach sich die Gemeinde nicht ablehnend äußerte. Doch davon wollen weder Bürgermeister Haacke noch die Gemeindevertreter etwas wissen. Nun wird überprüft, wer wann mit wem in Kontakt stand, womöglich auch über die Amtsverwaltung.

Wichtiger war für die Hohenofener am Ende die Zusage Stefan Blechschmidts, alles zu überdenken, was sich im Sinne eines besseren Bildes der Dosse noch machen lässt. Die Ergebnisse sollen so schnell wie möglich vorgestellt werden. Die Hohenofener hoffen, dass die Beton-Elemente wenigstens von oben noch so gekürzt werden, dass sie nicht mehr so auffällig aus dem Flussbett ragen.

Von Matthias Anke

Ostprignitz-Ruppin Bürgerinitiative lässt im Kampf um die Straßensanierung nicht nach - Straßenblockade in Schweinrich

Wieder umrundeten die Lkw am Freitagnachmittag oft nur mühsam die versetzt am Straßenrand abgestellten Autos. Die Bürgerinitiative "Leben ohne Beben" hatte in Schweinrich zum zweiten Mal zu der Aktion "Parken üben" aufgerufen.

09.05.2014
Ostprignitz-Ruppin Rheinsberger Petrijünger beschweren sich über Nabu-Stiftung - Angelverbot im Wittwesee ist endgültig

Das Angeln im Rheinsberger Wittwesee bleibt verboten. Daran ließ der Vorsitzende der Nabu-Stiftung, Christian Unseld, im Rheinsberger Hauptausschuss keinen Zweifel. Die Petrijünger aus Rheinsberg beklagen sich dagegen über den verwehrten Zugang zu der behindertengerechten Angelstelle.

09.05.2014
Polizei Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 9. Mai - Trickdiebe im Imbiss unterwegs

+++ Wittstock: Trickdiebe im Imbiss unterwegs +++ Dranse: Hochsitzleiter des Jägers gestohlen +++ Neustadt/Dosse: Tränke von Viehweide entwendet +++ Wittstock: Traktor rollt rückwärts - 1.500 Euro Schaden +++ Neuruppin: Rentnerin beschädigt LKW +++ Blumenthal: Unfall durch Sojabohnen +++

09.05.2014