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Ostprignitz-Ruppin Betriebsamkeit als Kunstobjekt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Betriebsamkeit als Kunstobjekt
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00:01 27.02.2018
Bisher können Besucher die historischen Produktionsanlagen der Papierfabrik nur als „Stillleben“ bewundern..
Bisher können Besucher die historischen Produktionsanlagen der Papierfabrik nur als „Stillleben“ bewundern.. Quelle: Alexander Beckmann
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Hohenofen

Am 3. Oktober 1990 wurde die Papiermaschine in der Papierfabrik in Hohenofen für immer abgestellt. Mehr als 150 Jahre lang war an der Dosse Papier hergestellt worden. Heute ist die Fabrik ein technisches Denkmal.

Wie wäre es, wenn man die Maschine noch einmal anschalten könnte? Wie lässt sich Besuchern ein Eindruck von der Fabrik im Betrieb vermitteln? Diese Fragen beschäftigen zurzeit eine Gruppe von Künstlern und ehemaligen Beschäftigten. Wie laut war es? Wie viele Holländer waren gleichzeitig im Einsatz? Wie schnell drehten sich die Walzen? Mit welcher Geschwindigkeit bewegte sich das Sieb?

Bewegte Bilder und authentische Klänge

Mit Film und Ton will das Projekt „In Betrieb“ künftig einen Eindruck von der laufenden Produktion in Hohenofen vermitteln. An zwei Orten – im Holländersaal und an der Papiermaschine – soll sie nacherlebbar werden.

Zum Team gehören der Filmemacher Robert Lucas und der Musiker Andreas Schulte aus Potsdam, der Grafiker Sebastian Strombach aus Berlin sowie Petra Walter-Moll und Ute Fürstenberg, die bereits mehrere Kunstprojekte in Hohenofen initiiert und begleitet haben. Um überhaupt an geeignetes Material für ihre Idee zu kommen, haben die Künstler für März eine Fahrt in die Papierfabrik Gmund am Tegernsee geplant. Dort läuft noch eine Papiermaschine, die der in Hohenofen sehr ähnlich ist. Sie wird für die Herstellung von Spezialpapieren verwendet und soll als Vorlage für Film- und Tonaufnahmen dienen.

Ehemalige Mitarbeiter helfen bei der Auswahl

Mit den Aufnahmen werden die Künstler wieder nach Hohenofen kommen – und dann sind die ehemaligen Beschäftigten gefragt. Sie werden die künstlerische Arbeit einem Praxistest unterziehen und mit ihrem Wissen und ihren Erinnerungen zu einer möglichst genauen Wiedergabe der früheren Atmosphäre beitragen.

Möglich wird das Vorhaben durch die finanzielle Unterstützung von der „Stiftung für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin“ und vom „Fonds Soziokultur“ der vom Bund unterstützt wird. Mit dem Geld kann die Technik für die Wiedergabe von Film und Ton angeschafft werden. Die Elektroinstallation übernimmt die Firma Schindler aus Dreetz.

Vorstellung zum Tag des offenen Denkmals

Bis zum Herbst wird die Gruppe noch an dem Projekt arbeiten. Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September soll die Multimedia-Installation vorgestellt werden und ab dann den Besuchern einen noch besseren Einblick in die Geschichte Hohenofens vermitteln.

Der Verein Patent-Papierfabrik Hohenofen hofft auf weitere Spenden für sein Vorhaben: www.patent-papierfabrik.de

Von MAZ-online