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Ostprignitz-Ruppin Big Fat Shakin’ im Kornspeicher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Big Fat Shakin’ im Kornspeicher
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12:37 18.11.2017
Big Fat Shakin im Kornspeicher Neumühle Alt Ruppin Quelle: Regine Buddeke
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Alt Ruppin

Der Boden bebt, die Stimmung kocht. Und der Saal ist wie immer ausverkauft. „Dabei sah es vor ein paar Tagen noch nicht danach aus – aber jetzt hätte ich sogar noch mehr Karten verkaufen können“, sagt Manfred „Manni“ Neumann, Betreiber des Kornspeichers Neumühle, der sich für den Freitagabend die Band „Big Fat Shakin’“ eingeladen hat. Es ist nun mal bekannt, dass die Kornspeicher-Konzerte immer für Qualität bürgen. Big Fat Shakin’ macht da keine Ausnahme. Das Trio aus Katze, Kimmel und Holzi – wie sie sich nennen – macht von der ersten Minute an Stimmung vom Feinsten. Schweiß muss fließen, so die Devise. Und so sind auch weit weniger Stühle besetzt als sonst: die meisten Gäste stehen, wippen, juchzen, singen, trampeln im Takt, tanzen. Anders geht es angesichts des Rock und Rockabilly auch nicht, den sich die Partyband auf die Fahnen geschrieben hat. „Tainted Love“ von Soft Cell, „I still standing“ von Elton John, „Black or white“ von Michael Jackson – das sind alles große Hits und Ohrwürmer mit Mitsing-Potenzial. Genau wie die Swinging-Fifty-Hits von Johnny Cash oder Elvis Presley, die die drei genauso im Gepäck haben. Katze trägt das dazu passende Rockabilly-Kleidchen, in dem sie ihren Kontrabass bezupft oder wahlweise auch reitet. Sie wirkt dabei wie die zarte Jungfer, die den riesigen Drachen besiegt. Holzi lässt derweil die Schlegel fliegen, während Kimmel aus seiner Gitarre herauswringt, was nur eben geht. Wenn er im Flow ist, spielt er – da legst di nieder – auch gerne in der Horizontalen oder bearbeitet das Instrument blind über und hinter Kopf. So viel Spielfreude ist ansteckend.

Beste Stimmung im Kornspeicher. Quelle: Regine Buddeke

Dazu kommt, dass die drei sich bestens zu verstehen scheinen. Zur Not, so scheint es, würden sie auch ohne Publikum spielen – so sehr sind sie bei sich, wenn sie sich gegenseitig frozzeln oder anheizen. Auch das Publikum wird mit einbezogen: „Ihr sitzt ja noch“, ruft Kimmel. „Na, wir haben ja noch ein zweites Set. Das kriegen wir hin“, sagt er gut gelaunt und setzt zum He-Ho-Spiel an. Die rechte Saal-Hälfte gibt das He, die linke das Ho. Klappt wunderbar – Holzi wirft eine Kusshand in den kochenden Saal.

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Kimmel in Bestform. Quelle: Regine Buddeke

„Bei uns herrscht Tanzpflicht“, erklärt Kimmel in der Pause. „Sonst kommt es schon mal vor, dass der Drummer aufsteht und geht“, sagt er und lacht. „Dasselbe kann allerdings auch passieren, wenn die Leute rhythmisch auf die erste und dritte Silbe klatschen“, erklärt jener. „Das ist quasi Musikerziehung“, ulkt Holzi. Denn wenn man eines nicht singe, dann sei das: „Helene Fischer“, sagt Kimmel. „Schlager generell“, ergänzt Katze. „Und wir wollen auch keine Leute im Publikum, die Schlager hören wollen“, sind sich die drei einig, die sich 2004 kennengelernt haben und spontan ein neues Bandprojekt gewuppt haben. „Big Fat Shakin’ – das steht für gute Musik, handgemacht und tanzbar. Jeder der drei bringt ein, was er selber mag und spielt. Das wird dann angepasst ans Trio. „Niemals das Original in Reinform abkupfern“, sagt Kimmel. Vor drei Jahren habe man noch einen Sänger gehabt. Der ist Geschichte: „Jetzt teilen wir uns den Gesang auf.“ Das macht Spaß und ist abwechslungsreich – alle drei schöpfen gern aus dem Vollen. Vor allem Katze mit tiefer Stimme als Johnny Cash ist der ultimative Bringer.

Schweiß muss fließen. Quelle: Regine Buddeke

„Die machen eine Superstimmung, mit den genau richtigen Hits“, lobt Ute Baudis aus Rheinsberg. „Instrumental top“, lobt Michael Knap, Musiker aus Lindow.

„Wir haben uns von der wunderbaren Katharina Franck Blueprint geliehen. Auch wenn wir sie erst später gefragt haben“, erzählt Kimmel und legt los. „Komm, wir spielen was Schnelles“, ruft Katze: „Good golly, Miss Molly“, erschallt. „Wäre schön, wenn wir euren wohlklingenden Gesang dazu kriegen könnten“, lockt Kimmel. Der Saal singt laut mit. Wie auch bei Jerry Lee Lewis „Great ball to fire“. „Noch mal Erich Pressler“, strahlt Katze – sie will Presleys „Devil in disguise“ spielen. „Walk like an Egyptian“, echot die Menge kurz darauf, und „She’s got the look“. Der Boden vibriert immer mehr, als es in die letzte Kurve geht.

Von Regine Buddeke