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Ostprignitz-Ruppin Biotonnen auf dem Vormarsch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Biotonnen auf dem Vormarsch
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06:31 03.01.2015
Essensreste gehören ab sofort nur noch in die Biotonne. Quelle: Fredrik Von Erichsen
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Neuruppin

Gleichwohl wird es weder im Land noch in Ostprignitz-Ruppin die Pflicht geben, dass sich jeder Haushalt eine Biotonne anschaffen muss. "Wir setzen nicht auf die brutale Methode", sagt Jens-Uwe Schade, Sprecher des Umweltministeriums in Potsdam. Vielmehr soll "ein fließender Prozess" in Gang gesetzt werden. So sollen als Erstes Schulen und Krankenhäuser stärker als bisher Biotonnen nutzen. Ziel ist, dass bis zum Jahr 2020 statistisch 30 Kilo Bioabfall sowie 40 Kilo Grüngut pro Einwohner und Jahr gesammelt werden.

Für Neuruppin ist das Thema nicht neu. In der Kreisstadt gibt es schon seit mehr als 20 Jahren Biotonnen - auf freiwilliger Basis. Auch in Alt Ruppin, Altfriesack, Fehrbellin, Lindow, Linum, Rheinsberg und Wustrau wurden inzwischen auf Wunsch Biotonnen aufgestellt. Dennoch sind diese im Landkreis eher die Ausnahme als die Regel. 1545 der braunen Behälter stehen in den acht Orten. Zum Vergleich: Kreisweit gibt es 36.500 graue Mülltonnen. Diese Zahlen bereiten Myga Chrzanowski keine Sorgen. Schließlich sei klar, dass längst nicht jeder Haushalt eine Biotonne benötigt. "Wir leben auf dem flachen Land. Da haben viele Leute noch Vieh, das sie mit Abfallresten füttern", sagt die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung.

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Auch bei Neubauwohnungen mit vielen Mietern sei fraglich, ob und wie viele Biotonnen sinnvoll sind. Deshalb fällt es Chrzanowski schwer zu sagen, wie viele Biotonnen notwendig sind, um die Vorgaben bis zum Jahr 2020 zu erfüllen. Die Sachgebietsleiterin verweist lieber darauf, dass aus ihrer Sicht der Landkreis schon jetzt gar nicht so schlecht dasteht: Hochgerechnet auf alle Einwohner kommen demnach bereits 45 Kilo an Bio- und Grünabfällen je Kopf und Jahr zusammen. Das mag verwundern. Doch Chrzanowski hat dafür eine einfache Erklärung: Allein die Grünabfälle, die an den privaten Anlagen in Neuruppin, Kyritz und Wittstock abgegeben werden, machen pro Jahr rein rechnerisch 31 Kilo je Einwohner aus. Hinzu kommen die Abfälle aus den Biotonnen, die sich auf umgerechnet 6,7 Kilo je Einwohner belaufen, sowie die Grünabfälle, die der Landkreis bei seinen flächendeckenden Sammlungen im Herbst sowie durch das alljährliche Entsorgen der Weihnachtsbäume auf die Rechnung setzt. Das sind noch mal umgerechnet 7,7 Kilo je Einwohner und Jahr. Damit sieht die Lage in Ostprignitz-Ruppin wesentlich besser aus als im Havelland oder der Prignitz. Dort gibt es bisher gar keine Biotonnen. Allein das Havelland rechnet deshalb wegen der vom Bund geforderten Einführung der Biotonne mit Kosten von mehr als 600.000 Euro.

Auch in Ostprignitz-Ruppin wird das Kaufen und Aufstellen von neuen Biotonnen sowie deren regelmäßiges Entleeren zusätzliches Geld kosten. Das soll jedoch erst bei den Müllgebühren für die Jahre 2016/17 berücksichtigt werden. "Wir haben jetzt eine Gebührenkalkulation für 2014/15", sagt Sachgebietsleiterin Chrzanowski. Die soll möglichst nicht geändert werden. Vielmehr will das Amt dem Kreistag im Oktober 2015 die Kalkulation für die zusätzlichen Biotonnen vorstellen. "Wir wollen die Tonnen attraktiv machen", sagt Chrzanowski.

Das könnte bedeuten, dass die Kosten für den Kauf der braunen Behälter auf die Gebühr aller Haushalte umgelegt wird. Die Nutzer der Biotonne müssen dann nur für das Leeren zahlen. Diese Gebühr ist genauso teuer wie bei der Restabfalltonne. "Da gibt es keinen Vorteil", so Chrzanowski. Ein großer Unterschied existiert aber: Während in grauen Tonnen häufig Dinge landen, die dort nicht reingehören, wie alte Medikamente oder Chemikalien, werden die Biotonnen kaum beanstandet. Chrzanowski: "Wer eine Biotonne hat, der befüllt sie auch richtig."

Von Andreas Vogel

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