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Ostprignitz-Ruppin Brandstifter zündet acht Autos an – drei Jahre Haft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Brandstifter zündet acht Autos an – drei Jahre Haft
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00:33 25.03.2018
Symbolbild: Wie in diesem Fall fielen den Bränden auch Autos zum Opfer. Quelle: Robert Tiesler
Neuruppin

Als ein „bisschen perfide“ bezeichnete Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer, dass Sebastian D. und sein Kumpel Martin L. sich gleich zwei Mal dasselbe Objekt aussuchten, um dort Feuer zu legen: einen Autohandel in Lindow. Acht Autos fielen den Flammen zum Opfer.

Strafe zuvor vereinbart

Am Donnerstag verurteilte das Landgericht Neuruppin den 23-jährigen Sebastian D. zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten. Das war keine große Überraschung, hatten sich doch die Prozessbeteiligten am ersten Verhandlungstag auf eine Mindest- und eine Höchststrafe geeinigt für den Fall eines glaubhaften Geständnisses.

Angeklagter gab sich reuig

Das legte Sebastian D. ab, ohne Wenn und Aber, wie sein Verteidiger Uwe Meyer sagte. „Ich bereue, dass ich die Brände gelegt habe und nun hier sitze“, gab sich Sebastian D. reumütig.

Wohnwagen in Schutt und Asche gelegt

Am 21. August 2017 ging ein Holzgeräteschuppen auf einer Gartensparte am Gudelacksee in Flammen auf. Am 7. September brannte auf dem Nachbargrundstück ein Wohnwagen aus. Wie der Angeklagte ausgesagt hatte, hatten er und sein Kumpel sich vorher davon überzeugt, dass der unbewohnt war, indem sie mit der Taschenlampe hinein geleuchtet hatten. Das glaubte ihm das Gericht. Trotzdem sei nicht sicher auszuschließen gewesen, dass sich nicht doch jemand in dem Wohnwagen befindet. Einen großen materiellen Wert hatte der Wohnwagen wohl nicht, dafür aber einen ideellen. Mit viel Arbeit und Liebe hatte die neue Besitzerin den Wagen hergerichtet, wollte sich dort mit Freunden treffen und auch übernachten. Er solle sich mal vor Augen halten, was er mit so einer Tat alles anrichten könne, wandte sich die Vorsitzende Richterin Grit Burzer an den Angeklagten.

Acht Autos brannten aus

Am 21. September dann setzten die beiden Täter drei Gebrauchtwagen in Brand, am 13. Oktober noch einmal fünf Fahrzeuge, anschließend einen Schuppen am Lindower Bahnhof. Der Gesamtschaden beläuft sich auf über 20.000 Euro.

Noch in derselben Nacht wurden beide fest genommen. Der Verdacht gegen die beiden bestand wohl schon länger. Im Freundeskreis hatten sie unverblümt über die Brände geredet und Fotos aus dem Internet herumgezeigt. Tatmotive waren offensichtlich Langeweile und, so klang es an, ein bisschen Sozialneid.

Angeklagter auf der Schattenseite des Lebens

„Sie gehören nicht auf die Straße der Gewinner der Gesellschaft“, sagte Verteidiger Meyer. Natürlich hätte Sebastian D. auch einen anderen Weg einschlagen, eine Ausbildung machen und einer normalen Arbeit nachgehen können. „Aber so einfach ist es nicht“, sagte Meyer. Ein Überfall auf seinen Vater und die anschließende Heimerziehung seien für den damals zehnjährigen Sebastian D. „einschneidend“ gewesen. „Von da an ging es bergab.“

Chance, seinem Leben noch eine positive Wendung zu geben

Das Gericht berücksichtigte diese schicksalhafte Wendung. Aber: „Sie sind jetzt am Wendepunkt ihres Lebens angekommen“, sagte Richterin Burzer. Nutzt er seine Chancen, um beispielsweise im Gefängnis einen Schulabschluss nachzuholen, könnte sich noch alles zum Guten wenden. Zeit dazu hat er nun.

Von Dagmar Simons

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