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Ostprignitz-Ruppin Freiwilliger Naturschutz
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16:04 05.10.2018
Seit September 2018 unterstützen BFD-lerin Alice Buddeke (l.) und Praktikantin Olga Weiss die Storchenschmiede Linum. Die Kranich-Saison hat begonnen. Jeden Dienstagmorgen werden die Glücksvögel gezählt. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Linum

Olga Weiss steckt kurz die Nase in die Herbstsonne. Die Dienstbesprechung ist vorbei. Mit ihr beginnt der Arbeitstag morgens um acht in der Storchenschmiede des Naturschutzbundes in Linum, einem Ortsteil von Fehrbellin. Was liegt heute an, was muss gemacht werden? Weiss tauscht sich mit ihrer Kollegin Alice Buddeke aus, bevor es an die Arbeit geht.

Beide Frauen sind erst seit Mitte September in Linum. Beide sind auf freiwilliger Basis hier und auf Stippvisite: Abiturientin Alice für ein Jahr zum Bundesfreiwilligendienst, Studentin Olga für ein Praktikum.

„Ich studiere Landschaftsnutzung und Naturschutz an der HNE Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Jetzt absolviere ich ein Pflichtpraktikum“, erzählt die 24-Jährige.

Fokus auf Kraniche, Touristen und ein Dorf

Über eine Kommilitonin, deren Schwerpunkt Ornithologie ist, hatte sie von der Storchenschmiede gehört. „Ich dachte mir, warum sich nicht einfach mal nur auf Kraniche, Touristen und ein Dorf fokussieren?“ Allmählich finge es an, sich zu bewahrheiten, meint die gebürtige Kasachin: „Die Zahl der Kraniche wächst.“ 48 840 wurden diese Woche gezählt. „Morgens um sechs Uhr starten wir damit, jeden Dienstag“, sagt Olga.

Drei Stunden lang werden die Glücksvögel im Oberen Rhinluch rund um Linum gesichtet und gezählt. Allerdings seien neue Mitarbeiter anfangs im Hintergrund und notierten die Ergebnisse, erklärt Marion Szindlowski, Leiterin der Storchenschmiede: „Fürs Zählen muss man erstmal den Blick kriegen. Die Vögel fliegen und wechseln alle paar Minuten ihre Formation.“

Auch Kasse und Verkauf gehören zum Aufgabenbereich von Praktikantin Olga Weiss. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Alice Buddeke nickt. Auch sie muss sich noch ins Zählen reinfuchsen, findet das Sichten jeden Dienstag draußen auf den Feldern und Wiesen aber spannend, so wie die ganze Tätigkeit in der Storchenschmiede.

Natur mochte sie schon immer, wusste aber nicht allzu viel darüber. „Es gibt extrem viele Vogelarten, die ich bisher gar nicht kannte“, gesteht die 18-jährige Lindowerin. „Ich weiß jetzt, wie eine Dohle klingt. Wir haben beringte Vögel aus der Nähe beobachtet. Sie singen zarter als Krähen.“

BFD zur Orientierung

Stare erkennt die Abiturientin mittlerweile auch. Zuhauf sitzen sie im großen Baum auf dem Hof der Storchenschmiede und trällern lautstark. Dass sie ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Storchenschmiede absolvieren kann, darüber ist die junge Frau glücklich. „Ich habe noch keine Ahnung, wohin es beruflich gehen soll. Daher schaue ich mich erstmal um.“

Seit 18 Jahren unterstützen junge Menschen die Nabu-Storchenschmiede in Linum, erzählt Marion Szindlowski, und wohnen dabei auch auf dem Hof: „Sie kommen im Rahmen eines freiwilligen ökologischen Jahres, kurz FÖJ, oder zum Bundesfreiwilligendienst, BFD, der seit 2011 den Zivildienst ersetzt.“

BFD-lerin Alice Buddeke schaut bei den Fühlkästen auf der Öko-Wiese nach dem Rechten. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Wenn jemand noch nicht wisse, was er später machen wollte, diene beides zur Orientierung. „Und selbst wenn jemand Biologie studieren möchte, kann er herausfinden, möchte ich Richtung Lehramt oder lieber durch die Welt tingeln.“ In die Storchenschmiede kämen viele Jugendgruppen. „Da erkennt man schnell, ob Pädagogik etwas für einen ist.“

Olga Weiss muss rasch in die Ausstellungshalle zur Kasse. Ein Gast möchte ein Buch kaufen. „Das gehört mit zum Aufgabenbereich der freiwilligen Helfer“, sagt Storchenschmiede-Chefin Szindlowski. „Genauso wie die Ausstellung zu reinigen, Info-Materialien aufzufüllen, den Hof zu fegen, Nistkästen zu bauen, den Garten zu pflegen. Wir haben einen ökologischen Garten mit einer alten Obstbaumwiese.“

Vielseitige Aufgaben

Zu dieser macht sich Alice Buddeke auf, um nach dem Rechten in den Tastkästen zu schauen. Korken und Steine liegen in zwei Fächern gut verdeckt zum Befühlen. Das dritte befüllt die 18-Jährige mit buntem Herbstlaub.

„Gestern habe ich den Pressespiegel gemacht, gesammelte Artikel aus Zeitungen ausgeschnitten“, erzählt Buddeke. Die Arbeit ist abwechslungsreich. Neben Umweltschutz und dem laufenden Betrieb, gehört auch Äpfel schälen dazu. „Für die Kuchen, die täglich für Besucher gebacken werden“, sagt Olga Weiss.

Ihr gefiele aber am besten alles, was naturnah ist: Waldausflüge mit Fünftklässlern, die drei Wochen hintereinander stattfanden und die Kranich-Führungen jedes Wochenende am späten Nachmittag.

Seit Kurzem darf sie selber welche übernehmen. „Ein Grundstein an Wissen zu den Vögeln habe ich durch mein Studium. Zudem habe ich einen Steckbrief bekommen. Je mehr man weiß, desto mehr Spaß macht es.“ Alice Buddeke schaut den Kollegen dabei lieber noch über die Schulter und sammelt Erfahrungen, bis sie sich selber sicher genug fühlt, um Besucher zu den Kranich-Plätzen zu bringen.

Familiäre Atmosphäre

Ihre Helfer, die ein freiwilliges ökologisches Jahr oder auch einen Bundesfreiwilligendienst praktizieren, wachsen Chefin Marion Szindlowski stets ans Herz, gibt sie zu: „Sie sind meine Öki-Kinder und kommen immer wieder, um zu unterstützen, oft als Betreuer der Ferienlager. Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre.“ Das merken auch Olga Weiss und Alice Buddeke, die jeden Morgen um acht gerne zum freiwilligen Dienst in die Storchenschmiede Linum kommen.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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