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Ostprignitz-Ruppin Fahrgäste stehen dauerhaft im Regen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fahrgäste stehen dauerhaft im Regen
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18:18 24.07.2014
Ein fester Bauzaun schützt nun das Dach vor dem Zutritt durch Fahrgäste. Quelle: C. Schmettow
Neuruppin

Ein heftiges Sommergewitter - und die Fahrgäste stehen im Regen. Am Neuruppiner Bahnhof Rheinsberger Tor, dem meist frequentierten Haltestelle des Prignitz-Expresses zwischen Wittenberge und Velten, gibt es nur noch ein winziges gläsernes Wartehäuschen. Das alte Bahnhofsdach mit den Sitzbänken ist seit dem Winterende abgestützt und gesperrt. Die Bahn begründete das damals mit der Gefahr der zu erwartenden Schneelast.

Warum das Dach immer noch gesperrt ist, ob die Bahn es reparieren oder ganz abreißen möchte - dazu eine Auskunft zu erhalten, erweist sich als unmöglich: "Das Gebäude gehört nicht der Deutschen Bahn", schreibt ein Bahn-Sprecher knapp auf die erste schriftliche Anfrage vor einer Woche.

Kontakt zu den Behörden

Warum klebt daran aber dann ein Zettel, auf dem das Bahnhofsmanagement Potsdam den Bau eines neuen Zauns bis Anfang Juli ankündigt? "Die provisorische Absperrung am Bahnhof Rheinsberger Tor wurde von einigen Personen nicht beachtet, unter anderem wurden immer wieder Fahrräder im gesperrten Bereich abgestellt. Da die Absperrung zum Schutz vor Gefahren aufgestellt wurde, hat die DB Station & Services sich entschieden, eine feste Absperrung aufzustellen", antwortet die Bahn drei Tage später. Dabei fragte die MAZ eigentlich, wann die Bahn gedenke, das Dach zu reparieren und für die Fahrgäste freizugeben. "Bezüglich des Daches stehen wir gegenwärtig mit den Behörden in Kontakt. Wir können aus diesem Grund derzeit noch keine Aussagen zur weiteren Verwendung des Daches treffen", lautete die letzte Auskunft der Bahn.

Eine Anfrage bei der Denkmalschutzbehörde des Landkreises ergibt: Die Bahn hat einen Antrag auf Abriss gestellt. Das haben die Denkmalschützer abgelehnt. Die Bahn ging in Widerspruch.

Kommentar von Christian Schmettow

Jedes Mal, wenn ein Zug in einem Bahnhof stoppt, überweist das Land Brandenburg Geld an DB Station & Service – als Gebühr dafür, dass die Bahn-Tochter den Bahnhof in einem ordentlichen Zustand hält. In Netzeband und Walsleben sind es beispielsweise 3,06 Euro pro Halt und ein Grund dafür, dass das Land diese Bahnhöfe gern schließen würde, obwohl dort Fahrgäste ein- und aussteigen. In Neuruppin Rheinsberger Tor kassiert die Bahn aktuell 4,88 Euro für jeden Halt ihrer eigenen Züge. Vor einem Jahr waren es 4,47 Euro. Damals gab es noch einen Wetterschutz für die Fahrgäste. Im Jahr 2014 – ohne Dach – ist es teurer, dafür aber jetzt auch mit Dusche.
Das ist doch was! In Hennigsdorf hat die Bahn genauso verfahren: Dach runter, Preise rauf.
Aber im Ernst: Fahrgästen für immer mehr Geld immer weniger zu bieten, zeugt von Ignoranz und wird nicht ewig gut gehen – auch wenn diesmal die Schuld nicht allein die Bahn trifft.

Bedenken in puncto Denkmalschutz

Das 100 Jahre alte Bahnsteigdach auf Eisenstützen der Firma Jacob Steffen (Neustrelitz) ist in der Denkmaltopografie des Landes Brandenburg erwähnt. Das ebenfalls 1914 erbaute Empfangsgebäude verkaufte die Bahn vor fünf Jahren an die Betreiber des Bürgerbahnhofs. Bei der Teilung des Grundstücks sei dem Landkreis plötzlich aufgefallen, dass das Dach eine Brandgefahr für den Bürgerbahnhof darstellen könnte, wenn zum Beispiel jemand zehn brennende Mülltonnen darunterschiebt, sagt Daniel Schmidt vom Bürgerbahnhof.

Es wurde über Brandschutzplatten und feuerfeste Fenster am Bürgerbahnhof diskutiert, doch am Ende riss die Bahn den Teil des Daches ab, der über Doppel-T-Träger mit dem Bahnhofsgebäude verbunden war. Erst ohne diese Verbindung wurde der Rest des Daches instabil und damit wirklich zu einer Gefahr. Der Landkreis bestreitet auf MAZ-Anfrage, daran schuld zu sein: "Der letztlich vollzogene Abriss wurde weder von der Bauaufsicht gefordert noch verfügt oder beauftragt."

Für Daniel Schmidt vom Bürgerbahnhof ist der Zustand "eine blöde Situation": "Die Leute stehen im Winter nun bei uns im Bürgerbahnhof herum." Das treibe die Heiz- und die Reinigungskosten in die Höhe, obwohl die wenigsten eine Fahrkarte kauften.

Von Christian Schmettow

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