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Ostprignitz-Ruppin Das Schloss ist nicht nur Flüchtlingsunterkunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Das Schloss ist nicht nur Flüchtlingsunterkunft
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02:15 07.04.2017
Das Schloss Bantikow. Quelle: Wolfgang Hörmann
Bantikow

Bei der Einwohnerversammlung in Bantikow, bei der es unlängst hauptsächlich um die Uferweggestaltung und das Dorfgemeinschaftshaus ging, lag der Gastgeberin dieses Treffens im Schloss vor allem eines am Herzen: Dorothea Bothe, Leiterin des Kinder- und Jugendwohnhauses – denn als solches fungiert Schloss Bantikow neuerdings – erklärte den Einwohnern, dass dieses Gebäude gern auch von jedermann genutzt werden könne.

Dorothea Bothe sprach vor den Bantikowern und bot ihnen die Räume im Schloss für Veranstaltungen an. Quelle: Matthias Anke

Im Schloss erfolgte die Versammlung auch deshalb, weil das Dorfgemeinschaftshaus an der Badewiese aufgrund seines schlechten Zustands dafür nicht taugt – und weil die Anfrage für die Nutzung des früheren Dorfkonsums zu spät gekommen war. „Da wurden wir gefragt, und wir haben sofort zugesagt“, erklärte Dorothea Bothe vor dem Publikum. Und mehr noch: „Das Haus hat jetzt eine neue Funktion und steht dabei jedem offen. Es kann beispielsweise für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Wer einen Raum sucht, braucht sich nur zu melden.“ Natürlich muss das jeweils mit dem neuen Schlosseigentümer abgesprochen werden – seit vorigem Jahr ist das der Berliner Elisabethstift.

So manche Bewohner sorgten für weniger gute Nachrichten

Das Stift ist Träger der Einrichtung, in der zunächst acht geflüchtete Jugendliche untergekommen sind. Sie stammen aus Eritrea, Äthiopien, Gambia, Afghanistan und Somalia. Bothe ist daran gelegen, dass sie nicht unter sich bleiben, sondern ins Dorfleben einbezogen werden. Daher sei vieles im Schloss denkbar: von Kinderfeiern wie Fasching über Frauentage, Vorträge bis hin zu kleineren Konzerten beispielsweise. Sie bot dies zudem ausdrücklich als Alternative zum maroden Objekt an der Badewiese an.

„Auch bei Problemen kann man jederzeit auf mich zukommen. Kommen Sie einfach herein oder rufen Sie an“, sagte die Kinderhausleiterin mit Blick auf die Dörfler und die derzeitigen Bewohner. Einige der jungen Leute versorgten die Gäste an dem Abend mit Getränken. Bisher indes fielen die Minderjährigen durch weniger gute Nachrichten auf: Drei Äthiopier wurden im Januar als vermisst gemeldet. Kurz darauf griffen Beamte der Bundespolizei sie in Erfurt auf. Ein Somalier, der ebenso im Januar verschwand, tauchte im März in einem Ludwigsfelder Heim auf und wurde ebenso nach Bantikow zurückgebracht. „Eben weil die minderjährig sind, mussten wir sie suchen lassen“, erklärte Dorothea Bothe. Sie hofft nun auf eine stabilere Gruppe – mit mehr Kontakt zum Dorf.

Von Matthias Anke

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