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Ostprignitz-Ruppin Der Bodenkampf beginnt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Bodenkampf beginnt
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20:37 24.04.2014
Alleen sind beliebt beim Eichenprozessionsspinner. Die Raupen vermehren sich oft massenhaft und bilden Nester wie dicke Beulen.
Alleen sind beliebt beim Eichenprozessionsspinner. Die Raupen vermehren sich oft massenhaft und bilden Nester wie dicke Beulen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Am Sonnabend rollen die Kanonen an. Mit Hochleistungsgebläsen soll ab Sonnabend vom Boden aus Gift gegen die Eichenprozessionsspinner versprüht werden. Noch sind die Tiere in einem frühen Larvenstadium. Die giftigen Nesselhaare, die durch die Luft wirbeln und schwere Hautreizungen verursachen können, entwickeln sich erst noch.

Die Kanonen können das Gift bis in eine Höhe von 35Metern blasen. Sie sind ideal, um einzeln stehende Bäume zu behandeln, die von den Raupen befallen sind. Im Kreis Havelland hat der Einsatz schon begonnen, in der Prignitz soll der Hubschrauber mit dem bewährten Gift Dipel ES ab Montag starten. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin versucht es zunächst vom Boden aus.

Los geht es am Sonnabend rund um Neustadt, kündigte Matthias Wittmoser von der Kreisverwaltung in Neuruppin jetzt an. Am Sonnabend sind öffentliche Einrichtungen wie die Grundschule Breddin und die Kita in Wusterhausen am Wochenende geschlossen, auf die Kinder müssen die Raupenbekämpfer deshalb weniger Rücksicht nehmen.

Am Sonntag wird kein Gift versprüht, sagt Wittmoser. Erst am Montag geht es weiter: "Wir arbeiten uns dann von Norden nach Süden vor." Etwa ab Dienstag werden die Männer bei Neuruppin und Fehrbellin unterwegs sein. Ab 5.Mai folgt der Hubschrauber-einsatz über größere Flächen.

Aggressive Haare

  • Die Eichenprozessionsspinner vermehren sich seit Jahren massenhaft.
  • Gefährlich sind vor allem die Larven der Tiere. Sie bilden in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium giftige Nesselhaare aus, die sie vor Feinden schützen sollen.
  • Tausende Raupen sammeln sich in Nestern, die wie dicke Beule an geschützten Stellen unter Ästen der befallenen Eichen hängen.
  • Über die Luft werde die Haare der Raupen verbreitet. Sie könne auf der Haut allergische R eaktionen, heftigen Juckreiz und Pusteln verursachen. Die aggressive Wirkung hält auch noch nach Jah ren an. Nester müssen deshalb entfernt werden, auch wenn die Raupen längst tot sind.

Neuruppin selbst beteiligt sich am Kampf gegen die Spinner diesmal nicht. Die Stadt habe bisher keine Raupen festgestellt, sagt Rathaussprecher Robert Liefke. Sollten im Laufe des Jahres doch noch Spinner entdeckt werden, dann werde die Stadt die Nester der Raupen von den Bäumen absaugen lassen wie früher schon.

Warnschilder sollen Spaziergänger auf den Gifteinsatz hinweisen. Für die Raupen des Spinners ist es tödlich, wenn sie Eichenlaub fressen, auf dem sich das Mittel abgesetzt hat. Für Menschen ist es meist ungefährlich, könnte im Einzelfall aber zu Reizungen führen.

Überall in Brandenburg werden derzeit Insektizide versprüht, im Süden des Landes gleich mehrere Mittel. "Dort treten verschiedene Schädlinge gleichzeitig auf", sagt Michael Kopka vom Landesforstbetrieb. Neben dem Eichenprozessionsspinner sind das Nonne und Kiefernspinner. Sie vermehren sich südlich von Berlin massenhaft und bedrohen ganze Kiefernwälder. "Im Norden ist das anders", sagt Kopka. Nonne und Kiefernspinner sind hier kein so großes Problem. Dafür hat der Eichenprozessionsspinner den Gifteinsatz 2013 im Kreis Ostprignitz-Ruppin besonders gut überstanden.

Landesweit muss in diesem Jahr nur etwa ein Drittel der Fläche des vergangenen Jahres mit dem Raupengift behandelt werden, heißt es vom Landesforstbetrieb. "Bei uns ist die Fläche im Vergleich zum Vorjahr aber etwa gleich geblieben", sagt Wittmoser. Allerdings sind nicht immer dieselben Flächen betroffen wie 2013. Förster haben noch einmal überprüft, wo sich die Spinner jetzt besonders breit machen, daraus wurde der Einsatzplan erstellt.

Fachleute hoffen vor allem eines: Dass das Wetter besser wird als 2013. Im vergangenen Jahr hatte der viele Regen einen großen Teil des versprühten Giftes wieder von den Eichenblättern gewaschen, bevor die Raupen es fressen konnten. Viele Tiere haben den Einsatz deshalb überlebt.

Von Reyk Grunow

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