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Ostprignitz-Ruppin Der Traum vom Landleben
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19:26 12.08.2013
Jörg Stockhammer, Juliane Stockhammer und deren Mutter Marianne Fest begrüßen im umgebauten Stall demnächst die ersten Feriengäste. Quelle: Juliane Becker
Wuthenow

Auf dem Land leben, zusammen arbeiten, gemeinsam etwas Eigenes aufbauen – davon haben Juliane und Jörg Stockhammer geträumt, solange sie sich kennen. Jetzt stehen die beiden dort, wo sich alles erfüllt: auf ihrem „Sonnenlandhof“ mit Ferienwohnungen in Wuthenow. „Es wächst“, sagt Juliane Stockhammer und klingt sehr stolz.

Die 35-jährige gelernte Krankenschwester war im dritten Monat schwanger, als sie und ihr Mann (47) den Hof zum ersten Mal sahen. Ein Wohnhaus, ein Stall, eine windschiefe Scheune, 7400 Quadratmeter Land – bei allem Respekt vorm großen Ganzen wussten Stockhammers sofort: Das ist es. Im Oktober 2010 unterschrieben sie den Kaufvertrag. Mit einer 45-prozentigen Förderung aus zwei Programmen zur ländlichen Entwicklung stand schließlich die Finanzierung. „Ohne Förderung hätten wir das alles nicht geschafft“, sagt Juliane Stockhammer. Knapp drei Jahre später – Sohn Till ist inzwischen zwei – sollen nun die ersten Gäste kommen.

Ihnen bieten Stockhammers im detailverliebt umgebauten Stall fünf Wohnungen auf zwei Etagen. Die Unterkünfte heißen Sonnen-, Mohn- und Kornblume, Hagebutte und Gänseblümchen, sind 28 bis 55 Quadratmeter groß, hell und freundlich. Jede Einheit hat ein Bad und eine Küche, für alle zusammen gibt es auf dem Kornboden einen Gemeinschaftsraum. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei.

Beim Umbau hat das Paar den Stallcharakter erhalten, wo es ging. Stahlträger blieben sichtbar und erstrahlen nun in Rot; Fachwerkbalken wurden geölt, Ziegelwände hier und da nur grob verputzt und weiß gestrichen. „Wir wollen Bauernhof-Flair“, sagt Jörg Stockhammer, der vor seiner Selbstständigkeit Hafenkranführer in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) war. Dort lebte er zuletzt mit seiner Frau, die aus Berlin stammt. Beide schufteten im Schichtdienst, waren gestresst und sahen sich kaum.

Während eines Urlaubs traf Jörg Stockhammer bei einer Tretboot-Tour auf dem Ruppiner See eine Entscheidung. „Hier will ich leben“, beschloss er damals. Heute ist er Geschäftsführer des kleinen Familienunternehmens, zu dem neben seiner Frau deren Mutter Marianne Fest gehört. Die 64-Jährige war Rechtspflegerin in Berlin, ist im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen und bringt ihre Pension in den Betrieb der Kinder ein. Seit Juni vergangenen Jahres leben in Wuthenow drei Generationen unter einem Dach. „Ein spannendes Projekt“, findet Juliane Stockhammer. „Natürlich gibt es auch mal Reibereien. Aber die können durchaus positiv sein.“

Zurzeit ergänzen sich die Generationen prima. Till geht zur Tagesmutter und bald in den örtlichen Kindergarten: die Kita „Sonnenland“, einen Steinwurf vom „Sonnenlandhof“ entfernt. Juliane Stockhammer arbeitet in der Hauskrankenpflege und bringt ein geregeltes Einkommen nach Hause, Marianne Fest schmeißt den Haushalt und kümmert sich nachmittags um Till, wenn die Eltern zu tun haben. Alle zusammen geben alles dafür, dass der Betrieb in Schwung kommt. Sie sprühen vor Ideen.

Im großen Obstbaumgarten, hinter dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, grasen zwei Schafe. Der fünf Monate alte, zurzeit noch sehr verspielte Boarder-Collie-Rüde Theo soll eine ganze Herde hüten, wenn er groß ist. Zwischen Hof und Garten gackern Hühner; dort, wo die windschiefe Scheune stand und nicht zu retten war, sollen eine Feuerstelle und eine Boulebahn entstehen. Jörg Stockhammer plant außerdem eine „Tankstelle“ für E-Bikes. Wer sie nutzt, kann in einem kleinen Außenbad duschen oder seine Wäsche waschen.

Wonach auch immer den Urlaubern der Sinn steht – „wir wollen ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Juliane Stockhammer. Wer auf dem Sonnenlandhof Ferien macht, soll – soweit gewünscht – Familienanschluss haben. Die ersten Gäste haben bereits Quartiere gebucht. Startklar sind Stockhammers, sobald die Bauaufsicht abschließend grünes Licht gibt. Der Sekt für diesen Tag dürfte bereits kaltstehen: Es wird der Tag, auf den Stockhammers so lange hingearbeitet haben – mit viel Stress und vielen Entbehrungen. Hat es sich gelohnt? „Auf jeden Fall“, sagen beide. Auf Urlaub können sie erst mal verzichten: Landluft haben sie jetzt jeden Tag.

Von Juliane Becker

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