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Ostprignitz-Ruppin Der Vater des Weltatlas
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Vater des Weltatlas
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21:33 07.03.2018
Quelle: Reichel
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Kyritz

Denn bisher wusste man weder, in welchem Haus er geboren wurde, noch in welcher Straße es stand.

Es muss die DDR-Zeit gewesen sein, in der Diercke vernachlässigt wurde und in Vergessenheit geriet. Schließlich stammt von ihm zwar ein bekannter Schulatlas, der aber später als Diercke-Weltatlas nur in der Westermann Druck- und Verlagsgruppe in Braunschweig erschien - und damit jenseits der Elbe namhaft wurde.

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Neben dem von einem Künstler am Marktplatzbrunnen gefertigten Relief trägt seit der Wende eine Schule seinen Namen. So waren es gestern auch Carl-Diercke-Schüler, die gemeinsam mit Bürgermeisterin Nora Görke die Tafel enthüllten. Dass diese schlichte Acrylglasplatte jetzt überhaupt neben dem Eingang am Marktplatz 14 hängt, ist maßgeblich der Heimatforscherin Dorte Schmeissner zu verdanken. Sie wälzte gut eineinhalb Jahre lang alte Akten im Landeshauptarchiv in Potsdam. Dort lagern Einwohnerverzeichnisse von Kyritz ab dem 16. Jahrhundert.

Eine weitere wichtige Quelle war für Dorte Schmeissner auch das Kreisarchiv in Neuruppin. "Carl Dierckes Urgroßvater war der Erste aus seiner Familie, der aktenkundig wurde, als er 1701 von Gumtow nach Kyritz zog und ein Haus erwarb", berichtete Schmeissner. Welches Haus, fand sie nicht heraus. Dafür aber, dass sein Großvater Johann Friedrich Diercke das Haus in der Holzhausener Straße 6 erwarb. Dort wurde 1810 Dierckes Vater Carl Daniel Friedrich geboren, der dann im Alter von knapp 30 Jahren am 8. Januar 1839 das Haus am Markt kaufte, in dem drei Jahre später Carl Friedrich Wilhelm, der später berühmte Sohn, zur Welt kam.

In diesem Haus betrieb Dierckes Vater eine Brauerei und eine Gaststätte, die den Namen "Zur weißen Taube" getragen haben soll. Als Dierckes Vater 1851 starb, war der Sohn erst neun Jahre alt. "Wie viele Jahre Carl genau in dem Haus verbrachte, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall ist er in Kyritz zur Schule gegangen und hier auch konfirmiert worden", sagte Dorte Schmeissner. Lehrer wurde Diercke dann zunächst in Berlin.

Von diesen und weiteren seiner Lebensstationen erzählten gestern Schüler der Diercke-Schule vor dessen Geburtshaus mit kleinen Spielszenen. Ihr Publikum waren über ein Dutzend Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Von Matthias Anke

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