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Ostprignitz-Ruppin Der Weg ist das Ziel
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14:43 18.04.2014
Bis auf den Jakobsweg in den Pyrenäen will Gerdi Rauhöft es schaffen. Quelle: dpa
Kyritz

Jetzt, wo die Sonne wieder höher steht, macht sich bei Gerdi Rauhöft gespannte Erwartung breit. Bald kann sie wieder auf Pilgerreise gehen. Den Anfang wird die Kyritzerin mit Leuten aus ihrer Kirchengemeinde machen. Kurz vor Pfingsten wollen sie sich in Nauen mit einer Pilgergruppe aus Bad Belzig treffen, um gemeinsam nach Kyritz zu gehen. „Wenn alles klappt, kommen wir am 1. Juni zum Gottesdienst in Kyritz an“, sagt Gerdi Rauhöft.

Die 50 Kilometer lange Strecke von Nauen bis Kyritz, für die sich die Pilger drei Tage Zeit gönnen, ist nur ein Bruchteil dessen, was sich die 61-jährige Kyritzerin für dieses Jahr vorgenommen hat. „Für mich ist das so etwas wie ein Vorpilgern, um in die Gänge zu kommen“, sagt Gerdi Rauhöft.

Im August geht es für die Kyritzerin wieder auf große Pilgerreise, auf den Jakobsweg. Seit etlichen Tagen sitzt die Kyritzerin in jeder freien Minute über Landkarten gebeugt und plant minutiös jede Sehenswürdigkeit und jede mögliche Herberge der diesjährigen Strecke entlang. 200 Kilometer will Gerdi Rauhöft schaffen, wie auch in den Jahren zuvor. Allein geht sie aber nicht. „Das erste Mal war ich zusammen mit einer Freundin aus Stendal vor acht Jahren auf Pilgertour. Wir waren total unvorbereitet und packten viel zu viel in den Rucksack. Nur eines war für uns klar: Es musste unbedingt der Jakobsweg sein. Etwas anderes kam für uns nicht infrage“, berichtet Gerdi Rauhöft.

Doch wo anfangen? – Das fragten sich vor acht Jahren die Pilger-Anfänger. Ein ganzes Netz von Pilgerwegen führt quer durch Europa. Alle Wege haben das Grab des Apostels Jakobus im nordspanischen Santiago de Compostela zum Ziel.
Die Kyritzer Pilgerinnen beschlossen, mit dem Zug bis nach Rothenburg ob der Tauber zu fahren und von dort aus ihre Wanderung auf dem Jakobsweg zu beginnen, der quer durch Baden-Württemberg in Richtung Frankreich führt.
Schon am ersten Tag ihrer Wanderung fühlten die beiden Pilgerinnen die Entschleunigung. Plötzlich sahen sie all die kleinen Dinge am Wegesrand, für die sie sonst kein Auge gehabt hätten.

„Auch wenn es unterwegs viel zu entdecken gibt, sollte man sich nicht zu viel vornehmen“, sagt Gerdi Rauhöft. „Denn eines darf man nicht vergessen: Man trägt einen schweren Rucksack und muss sich rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern, wenn man nicht im Freien übernachten will.“

Seltsam fand die Kyritzerin, dass in Deutschland kaum Leute auf den verschlungenen und oft unzureichend ausgeschilderten Pilgerwegen unterwegs waren. In vier Etappen wanderten Gerdi Rauhöft und ihre Bekannte bis zur französischen Grenze. Nicht einmal zehn Pilger sind ihnen begegnet. Doch auf viel Unterhaltung kam es ohnehin nicht an. Sogar miteinander haben sie oftmals auf ihren rund 20 bis 25 Kilometer langen Tagesstrecken wenig gesprochen. „Jeder steckt in seinen eigenen Gedanken und ich sehe es dabei so, dass ich mich beim Wandern auf diesem besonderen Weg so fühle, dass ich Gott näher bin. Da ist schon der Weg das Ziel“, sagt die 61-jährige Kyritzerin.

Waren die Wanderungen auf den Pilgerwegen oft von Stille geprägt, war dafür das Kontrastprogramm in den großen und kleinen Ortschaften, die entlang des Jakobsweges liegen, umso größer. „Überall standen Burgen, Kirchen und Klöster, die wir besichtigten. Auch die Gastfreundschaft vieler Menschen beeindruckte uns zutiefst“, sagt Gerdi Rauhöft.

Von allen Landschaften, die die beiden Pilgerinnen in Deutschland durchwanderten, blieb ihnen der Schwarzwald am stärksten in Erinnerung. Der habe seinem Namen alle Ehre gemacht und kaum Licht bis auf den Boden durchdringen lassen, erzählt Rauhöft.

Doch kaum über die Grenze in Frankreich angekommen, änderte sich das Bild grundlegend. Es öffnete sich eine Bilderbuchlandschaft; ein romantisches Dorf reihte sich an das andere. Dazu kam die gute französische Küche und die große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Leute.

Im vergangenen Jahr sind die beiden Pilgerinnen bis zum französischen Zentralmassiv gekommen, von wo sie im Sommer weiter wandern wollen, dem großen Ziel in Spanien entgegen. Wie viel Jahre sie dafür noch brauchen, wissen sie nicht.

Nur eines ist gewiss: Sie sammeln viele Erfahrungen über sich selbst und über die Menschen, denen sie begegnen. Von all ihren Wanderungen in den vergangenen acht Jahren hat Gerdi Rauhöft unzählige Fotos gemacht. Auch Tagebuch schrieb sie unterwegs. Gern blättert sie darin, schwelgt in Erinnerungen und freut sich auf die nächste Pilgerreise.

Von André Reichel

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