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Ostprignitz-Ruppin Der größte Rummel weit und breit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der größte Rummel weit und breit
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19:21 28.10.2014
Quelle: MAZ
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Neuruppin

Es war ein harter Kampf. Lothar Welte hatte gehofft, dass es soweit nicht kommen würde, aber gegen die Naturgewalten ist auch der erfahrenste Schausteller machtlos. Der Boden der Neuruppiner Braschplatzes war einfach zu weich. Die Mitarbeiter des Neuruppiner Stadtbauhofes haben in der vergangenen Woche 240 Kubikmeter Hochhackschnitzel verteilt, um die Stellen zu befestigen, über die die Rummelbesucher ab Donnerstag schlendern werden. Die Hackschnitzelgassen tragen die schwersten Lastwagen. Gleich daneben kann ein 44-Tonner aber leicht stecken bleiben. Genau das ist Welte passiert.

Seit Jahrzehnten kommt er mit verschiedenen Fahrgeschäften zum Martinimarkt nach Neuruppin. Festgefahren hat er sich jetzt zum ersten Mal. Doch Hilfe war sofort zur Stelle. "Das finde ich so toll in Neuruppin", sagt Welte: "Hier identifizieren sich die Leute mit dem Martinimarkt." Viele sind schon Tage vor der Eröffnung dabei und beobachten, wie Karussells und Rummelbuden aufgebaut werden. Ein Neuruppiner hat Welte sofort angesprochen, schnell seinen Traktor geholt und den Laster aus dem weichen Boden gezogen. "So etwas ist nicht selbstverständlich", schwärmt Autoscooter-Betreiber Welte. "Aber das ist eben Neuruppin."

98 große Fahrgeschäfte, Buden und Stände

98 große Fahrgeschäfte, Buden und Stände finden diesmal Platz. Für viele Schausteller steht Neuruppin fest im Kalender. Elisabeth Ruff und Steve Upleger sind mit ihrer Kindereisenbahn zum ersten Mal dabei - und schon vor der Eröffnung der Kirmes begeistert. "Was hier aufgebaut wurde, kann sich sehen lassen", findet Upleger. "So etwas gibt es nicht nochmal", sagt Elisabeth Ruff. Ein so riesiger Rummel mitten in der Innenstadt ist auch für weitgereiste Schausteller außergewöhnlich.

Am Donnerstag um 18 Uhr wird Neuruppins stellvertretender Bürgermeister Arne Krohn den 359. Martinimarkt im Festzelt auf dem Braschplatz offiziell eröffnen. Eine halbe Stunde vorher machen sich zwei Fackelzüge auf den Weg durch die Stadt. Einer startet am Bahnhof Rheinsberger Tor, der zweite zeitgleich in der Artur-Becker-Straße im Neubaugebiet. Das ist schon Tradition. Wie überhaupt vieles Tradition ist am Neuruppiner Martinimarkt.

Der 359. Neuruppiner Martinimarkt wird morgen um 18Uhr im Festzelt auf dem Braschplatz eröffnet.

Bis zum 9. November drehen sich die Karussells am Wochenende bis Mitternacht, in der Woche bis 22 Uhr.

Das größte Volksfest in der Region hat im 17. Jahrhundert als Viehmarkt begonnen. Daran erinnert noch heute der Pferdemarkt am Sonnabend, 8.November, von 10 bis 17Uhr auf dem Kirchplatz. Rundherum stehen die Händler des Martinibasars. gru

Traditionen haben den Rummel zu dem gemacht, was er heute ist: die größte Herbstsause in der Region. Ein Fest, das Besucher aus mehr als hundert Kilometern Umkreis anzieht. Geschätzte 150.000 waren es im vergangenen Jahr an den zehn Rummeltagen.

Schon Monate vorher diskutieren Rummelfans im Internet, welche Fahrgeschäfte denn diesmal in Neuruppin stehen werden. Eine Attraktion, auf die viele gehofft hatten, kommt allerdings nicht. Der Betreiber des "No Limit" hat sein Karussell kurzfristig auf eine Asien-Tour geschickt. Die Riesenschaukel, die ihre Fahrgäste in 50 Metern Höhe mit 90 Kilometern pro Stunde durch die Luft wirbelt, hat gerade so auf das Schiff nach Hongkong gepasst. "Da sind wir unterlegen", sagt Lothar Welte. Besonders traurig ist er deshalb aber nicht: Für eine noch größere Schaukel war es auf dem Dampfer nach China zu eng - jetzt kommt das Fahrgeschäft nach Neuruppin, das noch einmal acht Meter höher ist.

Von Reyk Grunow

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