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Ostprignitz-Ruppin Die Stadt prüft noch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Stadt prüft noch
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18:55 22.07.2013
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Neuruppin

Am Freitagnachmittag ist überraschend ein mächtiger Ast einer Kastanie am Bahnhof Rheinsberger Tor abgebrochen. Er hatte Tische und Stühle eines benachbarten Bistros unter sich begraben. An einem der zerstörten Tische saß an Gast, andere Passanten standen in unmittelbarer Nähe. Drei Personen wurden verletzt, laut Feuerwehr alle leicht (die MAZ berichtete).

Weshalb der Ast abbrach, war später unübersehbar: Der Stamm der Kastanie war an dieser Stelle morsch. Mitarbeiter des Bistros und des Bürgerbahnhofs sollen die Stadtverwaltung bereits mehrfach auf die mögliche Gefahr hingewiesen haben. Weshalb der Baum trotzdem nicht beschnitten oder anders gesichert wurde, war gestern aus dem Rathaus nicht zu erfahren.

Die Stadtverwaltung hatte am Freitag entschieden, zur Sicherheit auch den restlichen Baum massiv zu beschneiden. Feuerwehrleute haben vom Hubretter aus den Stamm von oben herab nach und nach eingekürzt, bis nur noch ein Stumpf stehen blieb.

Ebenfalls 2009 war in Stendenitz eine mächtige Birke umgestürzt und hatte dabei einen Zaun, ein Boot und ein Auto schwer beschädigt. Die betroffenen Anwohner hatten sich vergeblich um eine Erlaubnis zur Fällung des Baumes bemüht; ein Gutachter der Stadtverwaltung hatte ihnen bescheinigt, dass die Birke trotz ihrer Schäden am Stamm weiter stabil sei. Eine Windböe fegte den Baum schließlich trotzdem weg.

Pech hatte auch der Alt Ruppiner Autohausbesitzer Wolfgang Wernicke. Auf sein Grundstück waren gleich zwei Bäume gestürzt, die von der Stadt zuvor als standsicher eingestuft worden waren. Verletzte gab es dabei nicht, allerdings waren mehrere Autos beschäftigt worden. Wernicke hatte seine Kosten damals auf rund 20000Euro geschätzt, ob eine Versicherung dafür aufkommt, war lange unklar. Die Stadt lehnte es ab, selbst Schadenersatz zu bezahlen.

Wenn ein als gesund eingeschätzter Baum umfällt, gilt das bei Versicherungen in der Regel als höhere Gewalt. Dass er tatsächlich Anspruch auf Schadenersatz hat, muss der Geschädigte nachweisen.

Von Reyk Grunow

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