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Ostprignitz-Ruppin Die Zigeuner sind in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Zigeuner sind in Rheinsberg
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08:51 24.06.2013
Quelle: Peter Geisler
RHEINSBERG

Die Befürchtungen vieler Kammeroperbesucher traten am Sonnabend nicht ein. Sie durften den Start in den 23. Festivalsommer der Kammeroper Schloss Rheinsberg unter freiem Himmel auf dem Schlosshof erleben und nicht in der Veranstaltungshalle. „Nur den großen Scheinwerfer dort über dem See können wir leider nicht abschalten“, sagte der Kammeroper-Chef, Siegfried Matthus, zur Begrüßung. Die Gäste nahmen es mit Fassung und trugen im ersten Akt der halb szenischen Aufführung Sonnenbrillen.

Mit der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß startet die Kammeroper Schloss Rheinsberg in die Spielzeit 2013. Die Premiere der halbszenischen Aufführung in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Braunschweig war am Sonnabend, dem 22.Juni.

Traditionell ging es beschwingt in die Saison. Wieder in Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig wurde „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß aufgeführt. Neben den 800 Besuchern hatten sich auch die Schwalben eingefunden, die unter der Kolonnade ihre Nester gebaut haben. Sie mischten sich mit ihrem Gezwitscher in den Chorgesang des Konzertchors Braunschweig, der direkt darunter Aufstellung genommen hatte.

Für den Auftakt des Opernsommers eignet sich diese Operette besonders, denn mit ihr wollte Strauß schnell den Weg auf die Opernbühne finden. Und auch wenn die Handlung nicht gerade einem Meisterwerk entspricht – drei Akte benötigt Sándor Barinkay, um seine Saffi zu bekommen – so kann sich die Musik mit ihren virtuosen Arien durchaus an großen Werken messen. Und die Zuhörer hatten am Sonnabend durchaus Gelegenheit, diese zu genießen. Das Staatsorchester Braunschweig auf der Bühne, die Solisten – alles Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper – und der Chor gestalteten gemeinsam eine musikalische Aufführung, die für die Musikliebhaber direkt erlebbar wurde. Kein Orchestergraben versteckte die Musiker, Polka- und Walzerseligkeit schwebten über dem gesamten Schlosshof. Und unter manchen Stühlen wippten Tracking-Sandalen und High Heels im Takt, wenn Hits wie „Ja das alles auf Ehr“, „Ja, das Schreiben und das Lesen“ oder „Wer uns getraut“ erklangen. Die einfallsreiche Inszenierung und die witzigen Kostüme ließen die Suche nach dem standesgemäßen Schatz zu einem Vergnügen werden, und die grellbunten Klammern an den Notenpulten der Konzertmusiker schienen als I-Tüpfelchen dort alles zusammenzuhalten.

Da ist die zickige Tochter des Schweinefürsten, Arsena, die rassige junge Zigeunerin Saffi, die sich schließlich als Stadthalter-Tochter entpuppt, und Sándor Barinkay, der als Held aus dem Krieg gegen die Spanier heimkehrt. Er bekommt nicht nur seine geliebte Saffi, sondern obendrein auch noch einen Schatz, seine Güter und den Grafen-Titel. Doch zwischen all dem Glanz gibt es auch trübe Töne: Kritik am Säbelrasseln, der Heldenverehrung und die Verachtung der Zigeuner waren durchaus hörbar.

Eine wechselnde Kulisse wäre wohl völlig unnötig gewesen, denn die untergehende Sonne über dem See sorgte für einen stilechten Hintergrund, der sich von Szene zu Szene verändert. Das begeisterte Publikum bezeugte mit Bravo-Rufen und kräftigem Beifall, dass es durchaus sinnvoll ist, das Operetten-Genre durch eine abgespeckte Variante neu zu entdecken.

Von Cornelia Felsch

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