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Ostprignitz-Ruppin Dieser Lehrer ist Modellbauer aus Leidenschaft
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17:43 27.03.2017
Kay-Michael Thonack mischt mit seinen Schülern vom Wittstocker Gymnasium immer wieder bei Wettbewerben im Land und Bund mit. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Das Hobby zum Beruf machen, das gehörte einst zu den Träumen von Kay-Michael Thonack. Auch wenn dieser Traum in Luft aufging, schafft der Lehrer es immer wieder, in die Nähe seines Ziels zu kommen. Seit dem Schuljahr 1994/1995 unterrichtet er am Städtischen Gymnasium in Wittstock. Die Fächer Physik, Arbeitslehre, heute als Wirtschaft, Arbeit, Technik bekannt, und Wirtschaftswissenschaften sind sein Steckenpferd.

„Ich wollte in der Station Junger Naturforscher und Techniker in Wittstock arbeiten“, sagt der 52-jährige Kay-Michael Thonack. Deshalb wählte er das Studienfach Polytechnik aus. Von 1987 bis 1991 studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Güstrow. „Ich war fertig mit dem Studium und hörte nur noch, wie die Tür bei der Station zuschlug“, erinnert er sich. Denn mit dem Untergang der DDR verschwanden so gut wie alle Stationen dieser Art. Dort standen Naturwissenschaften oder Sprachen in Arbeitsgemeinschaften im Mittelpunkt und die Schüler konnten sich dabei regelrecht austoben. Ideal für die Interessen von Thonack, der vor allem beim Modellbau versinken konnte. „Ich habe den Schiffsmodellsport exzessiv betrieben, war ab der 8. Klasse in der Station und vom Polytechniklehrer Fritz Wolf habe ich damals das meiste Handwerkliche gelernt“, erinnert sich Kay-Michael Thonack. Er schaffte sogar den Sprung in die Nationalmannschaft, war als 16-Jähriger 1981 bei der Weltmeisterschaft in Magdeburg dabei und belegte dort den 8. Platz. Kaum kommt die Rede auf dieses Thema, ist Thonacks Redefluss schwer zu bremsen. Und das, obwohl sechs Stunden Unterricht hinter ihm liegen. „Ferngesteuerte Rennboote waren mein Ding. Wenn damals die Schule aus war, kam die Mappe in die Ecke und dann ging’s mit dem Rennboot zum Dosseteich“, sagt er.

Wo früher Polytechnik draufstand, steckt heute das Fach Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) drin. Nebenbei studierte er noch ein Semester Physik und später Wirtschaftswissenschaften an der Uni in Potsdam. „Herzblut ist immer bei der Arbeit wichtig“, bekennt der 52-Jährige. WAT wird nur in der 8. und 9. Klasse jeweils eine Stunde unterrichtet, Technik ab der 10. Klasse. Auch wenn oft und viel über neue Lehrmethoden diskutiert wird, bedauert Thonack die Entwicklung: „Es gibt keinen klassischen Werkunterricht mehr und auch sonst fehlt viel Praxisbezug, da verkümmert bei vielen Kindern und Jugendlichen das handwerkliche Geschick.“

Modelle zu Achterbahn, Turmbau, Stadiondächer und Schanzen

Doch ganz gibt sich der Fachlehrer mit diesem Umstand nicht zufrieden. Die Bauingenieurin Bärbel Heuer aus Babitz machte ihn 2013 auf einen Landeswettbewerb der Ingenieurkammern aufmerksam. Beim Thema Modellbau blitzten sofort seine Augen und er baute den Wettbewerb in den Unterricht ein. Modelle zur Achterbahn, Turmbau, Stadiondächer und Schanzen entstanden in der Schule. „Projektarbeit kommt gut an, solche Wettbewerbe eröffnen ganz andere Perspektiven, denn da ist viel angewandtes Wissen gefragt.“ Nebenbei schneiden seine Schüler im Landesvergleich immer wieder sehr gut ab. Neben einem Landessieg und einem Sonderpreis kann das Wittstocker Gymnasium auch auf zweite und dritte Plätze beim Modellbau stolz sein. „Ich gebe den Schülern immer wieder Hinweise, aber weitestgehend setzen sie alles Weitere allein um. Und wie man sieht, sind immer wieder sehr gute Ideen und Schüler dabei“, sagt er. Für sein Engagement beim Landeswettbewerb Modellbau erhielt er letztes Jahr von der Brandenburger Ingenieurkammer die Ehrennadel in Bronze. „Ich bin nach wie vor gerne Lehrer. Alle Erfolge sind eine Wertschätzung für die Arbeit“, sagt Kay-Michael Thonack.

„Eine Stunde ohne Lachen ist die Ausnahme. Die Schüler merken, ob der Tag mit mir gut oder schlecht wird. Schlechte Tage liegen aber meist an mir“, räumt er ein. Auch beim Planspiel Börse innerhalb vom WAT-Unterricht lief es aus Sicht von Kay-Michael Thonack zuletzt hervorragend. Eine Schülergruppe der 9. Klasse holte erstmals den Landessieg an das Gymnasium und startete dann mit ihrem Lehrer zu einer mehrtägigen Fahrt nach London. Außerdem leitet er seit elf Jahren die Arbeitsgemeinschaft Tatfunk am Gymnasium. Dabei entstehen Radiobeiträge zu ausgewählten Themen. Durchschnittlich alle zwei Jahre holt die Schule bei diesem bundesweiten Wettbewerb einen Podestplatz. Einmal sogar schon den Sieg.

Doch mit dem Schulalltag scheint der verheiratete Familienvater von vier Töchtern nicht ausgelastet zu sein. Seit seinem 14. Lebensjahr spielt er im Blasorchester das zweite Flügelhorn. Er ist seit Mitte 2015 Vereinsvorsitzender bei „Rittersporn.“ Dieser Verein steht der freien Kita in der Jahnstraße in Wittstock vor. „Das mache ich aus Überzeugung für eine sehr gute Sache.“ Als parteiloser Abgeordneter im Wittstocker Stadtparlament mischt er in der zweiten Legislaturperiode mit. Dort ist er im Bildungs- und Kulturausschuss aktiv.

Von Christamaria Ruch

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