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Ostprignitz-Ruppin In Sorge um die Naturschönheit
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Sorge um die Naturschönheit
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20:40 04.02.2014
Die meisten Menschen aus der Region sind mit dem Gantikower See als Sommeridyll vertraut. Noch aber hat das Gewässer seinen Wintermantel übergeworfen.
Die meisten Menschen aus der Region sind mit dem Gantikower See als Sommeridyll vertraut. Noch aber hat das Gewässer seinen Wintermantel übergeworfen. Quelle: Matthias Anke
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Dranse/Gantikow

"Das hat uns ziemlich kurzfristig erreicht", informierte Bürgermeisterin Nora Görke jüngst die Mitglieder des städtischen Wirtschaftsausschusses. Sie empfahlen der Stadtverordnetenversammlung, das jetzt vorliegende sogenannte "entgeltfreie Übernahmeangebot" des Landes Brandenburg anzunehmen.

Dem Land gehört dieser See erst seit eineinhalb Jahren. Im Paket kaufte es damals insgesamt 65 Gewässer für 3,74 Millionen Euro von der zum Bund gehörenden Bodenverwertungs- und Vermögensgesellschaft (BVVG), der Nachfolgerin der Treuhand. Neben dem Gantikower See zählen auf Ostprignitz-Ruppiner Gebiet der Bauersee und der Dranser See bei Wittstock dazu. Doch während 45 der 65 Seen einem Geschenk gleich den anliegenden Kommunen überlassen werden sollen, so der knapp 16 Hektar große Gantikower See und der kleinere Bauersee, verbleiben 20 Seen im Landeseigentum. Das betrifft auch den über 130 Hektar großen Dranser See. "Wegen der vorrangigen Bedeutung für den Natur- und Gewässerschutz wurde das so gehandhabt", erklärt Thomas Vieweg, Sprecher des Finanzministeriums in Potsdam.

"Deshalb erarbeiten wir eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung, um auf deren Grundlage die Eigentumsrechte ausüben zu können", sagt Jörg Gehrmann, der Bürgermeister der Stadt Wittstock, zu der das Dorf Dranse gehört. Auf dieser Grundlage werden sich Fachausschüsse und Stadtverordnete zur Jahresmitte intensiver mit dem Thema beschäftigen. Dabei geht es laut Gehrmann darum, "bestehende Vereinbarungen zur Nutzung festzuschreiben und somit für die Zukunft zu erhalten". Zur Freude von Dranses Ortsvorsteher Karl Gärtner: "Ich begrüße es, wenn die Stadt Nutzungsberechtigte dieses Sees wird", sagt er.

Gärtners Gemeinde kümmert sich seit Jahren um die beliebte Badestelle. Gemeindemitarbeiter pflegen sie "mit viel persönlichem Einsatz". Vor Saisonbeginn ebnen sie Maulwurfshügel ein, mähen die Wiese, achten auf leere Papierkörbe. Gleichermaßen sorgt man sich in Gantikow darum, dass der Status quo erhalten bleibt: Der See ist an den Landesanglerverband verpachtet, der örtliche Angelverein hat einen Nutzungsvertrag über Pflege und Bewirtschaftung. So wird es mit der Stadt als neuen Besitzer bleiben, sagt Willi Dorn, der Vereinsvorsitzende, der zugleich Gantikows Ortsvorsteher und Kyritzer Stadtverordneter ist. Seine Leute halten nicht nur ihre Bootshäuschen in Schuss, sondern auch die Stege. Zu gut in Erinnerung aber ist noch, wie zu Beginn vorigen Jahres die Stadt Kyritz und die Gemeinde Wusterhausen jeweils marode Stege am städtischen Untersee sperren ließen.

Im Zuge der See-Übernahme in Gantikow ist seitens der Stadt nun von einem "zeitnah" zu erarbeitenden Konzept "zur weiteren nachhaltigen Bewirtschaftung und Erhaltung des Naturraumes" die Rede und dabei neben "Verkehrssicherungspflichten" die "Gestaltung und Pflege des Uferbereiches". Fritz Jürgen Helmholz, der sich für die Region im Naturschutzbund engagiert, sagte im Ausschuss: "Wenn das aber so aussieht wie die Baumpflege hierzulande, dann lieber nicht. Der See ist so schön, so wie er ist."

Dass sich für Badegäste etwas ändert, glaubt Ortsvorsteher Dorn ohnehin nicht. Oder dass womöglich ein Fischer kommt, hält er für ausgeschlossen. "Für einen Fischer ist der See ungeeignet." Was indes kommen soll, ist eine neue Löschwasserentnahmestelle für die Feuerwehr. "Die war aber so oder so fällig."

Von Matthias Anke

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