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Ostprignitz-Ruppin Drogengeld unter Augen der Polizei übergeben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Drogengeld unter Augen der Polizei übergeben
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00:41 26.03.2018
Die Polizei fand im September 2016 in Kötzlin eine Großplantage mit Cannabis-Pflanzen. Quelle: Foto: Polizei
Neuruppin

Immer war die Polizei dabei: Wenn sich Carsten O. und Michael R. in Neuruppin trafen, waren Beamte nicht weit.

Geldübergabe unter den Augen der Polizei

Observierungskräfte beobachteten die beiden Männer im Mai vergangenen Jahres bei McDonalds. Dort soll es zu einer Geldübergabe und anschließend an der Seepromenade zu einer Drogenübergabe gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern Drogenhandel und Beihilfe dazu vor. Seit Februar müssen sie sich vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Was sich zunächst als Verfahren mit schnellem Ende anließ, zieht sich nun in die Länge.

Statt ein Kilogramm Amphetamin nur ein bisschen Koks gekauft

Carsten O., einst führendes Mitglied der so genannten XY-Bande, hatte zugegeben, was ihm die Anklage vorwarf. Nämlich an Michael R. im Mai und im Juli jeweils ein Kilogramm Amphetamin zum Preis von 4000 Euro verkauft zu haben. Im Gegenzug für das Geständnis hatte das Gericht dem 48-Jährigen eine Freiheitsstrafe von vier bis viereinhalb Jahren zugesichert.

Dann sagte der mitangeklagte Michael R. aus, dem bewaffneter Drogenhandel angelastet wird. Danach stimmen sie lediglich darin überein, dass sie sich in Neuruppin getroffen haben. Der 58-Jährige will lediglich einmal 10 Gramm Kokain von Carsten O. für 400 Euro gekauft haben. Zur Übergabe von den von ihm bestellten 100 Gramm Amphetamin am 4. Juli kam es nicht, weil die Polizei beide Männer festnahm. Nach diesem Geständnis rückte Carsten O. von seiner Aussage ab und bestätigte, dass Michael R. nur 100 Gramm Amphetamin wollte, er aber nur 1 Kilogramm im Paket vorrätig hatte.

Zum ursprünglichen Geständnis zurück gekehrt

Daraufhin kündigte das Gericht den Deal auf. Am Freitag nun berichtigte sich Carsten O. und bestätigte seine erste Version, die aber nach wie vor weiterhin im Widerspruch zu der Aussage von Michael R. steht.

Geld wechselte bei McDonalds den Besitzer

Zur Frage, was und wie viel Geld von Michael R. bei McDonalds an Carsten O. geflossen ist, wurde die Polizistin gehört, die damals mit weiteren Kollegen die beiden Verdächtigen observiert hatte. Sie hatte die Geldübergabe beobachten können. Um wie viel Geld es sich handelte und in welcher Stückelung, dazu konnte sie nichts sagen. „Es waren blaue und braune Scheine.“ Das konnte sie auf die Entfernung erkennen. Über was sich die beiden Männer unterhalten haben, hatte sie auch nicht mitbekommen. Der Videoaufzeichnung zufolge waren sie angeregt ins Gespräch vertieft. Man konnte Carsten O. wild gestikulieren sehen.

Geld geliehen für eine Cannabisanlage

Ihm wird überdies vorgeworfen, Sven S. Ende 2015 Geld für den Kauf eines Grundstücks bei Kyritz geliehen zu haben. Das bestätigte der 36-Jährige, der zurzeit seine dreijährige Haftstrafe absitzt. Auch, dass er dort eine Cannabisplantage betrieben hat, gab er zu. Ob Carsten O. das wusste, konnte er nicht sagen. „Ich habe mit ihm nicht darüber gesprochen, was ich mit dem Grundstück vorhatte.“ Ob dieser sich das denken konnte, hielt er dagegen für möglich: „Man kennt mich. Ich bin nicht der Artigste.“ Immerhin habe er auf einem anderen Grundstück in Dreetz mit Drogen experimentiert, das sei bekannt gewesen, so Sven S.

Über genaue Summe hüllt sich Zeuge in schweigen

Wie viel Geld ihm Carsten O. geborgt hat, dazu wollte er sich nicht äußern. Das müsse er auch nicht, habe ihm sein Anwalt gesagt. Darauf kam es letztendlich nicht an, denn Carsten O. hatte zugegeben, Sven S. 30 000 Euro geborgt und sich dafür eine Grundschuld in Höhe von 60 000 Euro eingetragen haben zu lassen. Ja, er habe gewusst, dass Sven S. dort Cannabis angebaut habe, hatte Carsten O. gesagt.

Am 5. April wird in dem Fall weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

Das Ende der seit mehr als zwei Jahrzehnten laufenden Altstadtsanierung im Blick, soll in Kyritz jetzt das letzte größere Projekt angeschoben werden. Es ist die Erneuerung der Maxim-Gorki-Straße. Wirklich gebaut werden dürfte dort wohl aber erst in den Jahren 2020 und 2021.

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