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Ostprignitz-Ruppin Ein Juwel vor dem Verfall bewahrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Juwel vor dem Verfall bewahrt
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18:18 04.01.2017
Werner Risse lebt seit fast 70 Jahren in der alten Ausspanne in der Königstraße. Er hatte seine helle Freude am Sanierungsprozess seines Hausensembles. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die Liebe hatte Werner Risse vor fast 70 Jahren nach Wittstock gelockt. Genauer erst der Militärdienst in Neuruppin, wo er die Tochter des Besitzers der alten Wittstocker Ausspanne kennenlernte. Nach dem Krieg war der heute 93-Jährige dann seiner Christa an die Dosse gefolgt. Ihre Familie hatte 1912 den historischen Gebäudekomplex gekauft und seitdem die Ausspanne für Bauern, die Besorgungen in der Stadt machen mussten, betrieben.

Dieses Fachwerkhaus ist der zweite Sanierungsabschnitt, der im Frühjahr bearbeitet werden könnte. Quelle: Christian Bark

Werner Risse arbeitete lange Zeit im Kaufmannsladen der Ausspanne, wie er berichtet. Bis 1965 betrieb die Familie auch eine Schankwirtschaft in dem Gebäudekomplex, später verpachtete sie die Räume. „Es war schon damals alles sehr abgenutzt“, erinnert sich Werner Risse. Die Hofgebäude wurden dann nicht länger als Pferdestallungen der Ausspanne genutzt, sondern als Lagerhallen oder Werkstatt. Zu DDR-Zeiten bis vor wenigen Jahren kamen die über 400 Jahre alten Fachwerkbauten noch mehr herunter. „Nach jedem Regenschauer mussten wir gucken, ob die Dächer dicht geblieben sind“, berichtet Werner Risse. „Wir konnten nur versuchen, den Status quo beizubehalten“, sagt Risses Sohn Thomas. Hier und da sei etwas am Dach ausgebessert worden. Im Vordergebäude, gleich unter der Wohnung der Familie, eröffnete der heute 65-Jährige im Jahr 1990 ein Jeans-Geschäft, das er bis dato betreibt.

Ensemble gehört zu Wittstocks ältesten Gebäuden

Das half den Hintergebäuden jedoch nicht viel, sie verkamen weiter. „Die älteste Erwähnung der Ausspanne geht auf das Jahr 1591 zurück“, informiert Thomas Risse. Damit sei der Gebäudekomplex einer der ältesten in Wittstock und überhaupt eine der wenigen im Land Brandenburg noch erhaltenen Ausspannen.

Das erkannte auch Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann, als er das Objekt vor drei Jahren genauer besichtigte. „Da musste was geschehen, sonst hätten wir dieses einmalige Stück Geschichte nicht erhalten können“, sagte er im MAZ-Gespräch. Deshalb habe die Stadt gemeinsam mit den Risses das Heft in die Hand genommen. Innerhalb des Bund-Länder-Programms Städtebaulicher Denkmalschutz wurde die Sanierung vom Bund, Land Brandenburg und von der Dosse-stadt gefördert. Laut Thomas Risse erfordere die Wiederherrichtung des gesamten Ensembles einen hohen sechsstelligen Betrag.

Die Dachwölbungen waren eine besondere Herausforderung. Quelle: Christian Bark

Trotz Förderung musste Bauherr Werner Risse aber finanzielle Risiken auf sich nehmen. Allein die archäologische Begleitung habe Unsummen verschlungen. Glücklicherweise sei den Risses die Kreissparkasse Ostprignitz-Ruppin mit günstig finanzierbaren Krediten entgegengekommen. Nach knapp einjähriger Planungszeit durch das Architekturbüro Grubetzki haben die Sanierungsarbeiten Werner Risse zufolge im Mai 2016 beginnen können. Dabei lobt der Rentner die Sorgfalt der beteiligten Bauunternehmen wie die Baugesellschaft Schiewe, die die Mauerarbeiten übernahm, die Zimmerei Brigzinsky sowie die Werkart-Restaurierung. „Es war eine Freude, den Arbeiten zuzusehen“, sagt er 93-Jährige.

Lob für Behörden und Handwerker

Thomas Risse lobt in dem Zusammenhang den Dachdeckerbetrieb Brigzinksy, welcher es geschafft habe, die originalen Dachwölbungen in mühsamer Präzisionsarbeit wiederherzustellen. „Es ist auch nicht selbstverständlich, dass die Denkmalbehörde des Kreises auf unsere Änderungswünsche eingegangen ist“, betont der 65-Jährige.

Besonders regionale Firmen waren an der Sanierung beteiligt. Quelle: Christian Bark

Seit Anfang des Jahres sei nun der erste Sanierungsabschnitt, ein Fachwerkstall sowie die überdachte Einfahrt an der Ecke Werder-/Königstraße, fertig. Der zweite, das mittlere und wohl älteste Fachwerkgebäude, soll, wenn es nach Risses geht, so bald als möglich folgen. „Das ist noch nicht endgültig bewilligt“, sagt Thomas Risse. Doch er und auch Jörg Gehrmann gehen davon aus, dass die Sanierungsarbeiten ab Frühjahr fortgesetzt werden können. Und wenn der Komplex einmal fertig ist, wollen die Risses den historischen Hof der Öffentlichkeit nicht verschließen. „Jeder, der will, kann sich ein Bild vor Ort machen“, kündigt Thomas Risse an. Denkbar wären auch kleine Veranstaltungen oder Beteiligung am Tag des offenen Denkmals.

Von Christian Bark

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