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Ostprignitz-Ruppin Éist spielt Irish Folk im Kulturgutshaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Éist spielt Irish Folk im Kulturgutshaus
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11:09 07.03.2018
Éist im Kulturgutshaus Köpernitz: IMatthias Kießling (r.) und  Eoin Duignan an der Uilleann Pipe spielen Irish Folk
Éist im Kulturgutshaus Köpernitz: IMatthias Kießling (r.) und Eoin Duignan an der Uilleann Pipe spielen Irish Folk Quelle: Regine Buddeke
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Köpernitz

„Éist“ heißt zu Deutsch soviel wie „Hör zu“. Die Zuhörer im ausverkauften Kulturgutshaus Köpernitz lassen sich das am Sonntagnachmittag nicht zweimal sagen. Sie sind eigens gekommen, um der Folkband Éist zu lauschen – und das nicht zum ersten Mal. Bereits 2013 und 2015 war das Trio zu Gast und spielte seinen unnachahmlichen Mix aus irischem Folk und schottischen Weisen.

Gründer Matthias Kieß­­ling ist ein Folk-Urgestein – zu DDR-Zeiten war er Teil der namhaften Folklegende „Wacholder“. Später, als man eigene Wege ging, suchte er sich zwei irische Mitstreiter aus, um sich fortan auch der Musik von den grünen Inseln zu widmen. In Eoin Duignan hat er seinen Mann für den irischen Dudelsack – die Uillean Pipe – gefunden. Der Mann aus Dingle bläst so ganz nebenbei auch eine hervorragende Low Whistle – auch dies ein typisch irisches Instrument. Jeremy Spencer bringt auf der Fiddle schön authentisches Flair dazu. Viele der Kompositionen stammen ebenfalls von ihm.

Jeremy Spencer ist der Mann an der Fiddle. Quelle: Regine Buddeke

„Als wir ankamen, wollte ich mir schon die Kleider vom Leib reißen“, scherzt Kießling angesichts des plötzlichen warmen Frühlingsschimmers. „Ich hab’s gelassen“, setzt er trocken nach. Das Publikum lacht. Es lauscht danach andächtig dem ersten Lied – zart und geheimnisvoll. Dann geht’s tief in die keltische Mythologie – Kießling nennt das Stück „Die Ankunft“. Geht es doch um den Stammeshäuptling Finn McGull, der auf seinen Streifzügen durch Europa – Absicht oder ein Versehen? – die Frau des Frankenkönigs mitgehen ließ. Der sann auf Rache: Seine Ankunft hat das Trio in Szene gesetzt.

Robert Burns, so erfährt man in den Zwischen-Moderationen – ist Schottlands Nationaldichter. „Quasi der schottische Goethe“, so Kießling. Ein Lied von ihm mag das Trio besonders: „Ein schönes, altes, frauenverachtendes Lied – aber mit Happy End“, scherzt der Sänger. Nichts sehnlicher wünscht sich der Schotte, der seiner Frau einen Berg Werg mitbrachte, auf dass sie ihm daraus ein Tau weben sollte. In der letzten Strophe verschwindet er mit dem fertigen Seil in der Scheune. Man kann nur spekulieren, warum.

Auch feurig können die drei. Man spielt Polka und einen Tanz, „den ganz Verzweifelte auch als Polonaise tanzen können“, animiert Kießling. Der Dudelsack-Mann scherzt mit. Er lebe in Dingle – sagt er. Eine prächtige Stadt. Auf 1500 Leute kommen 54 Pubs – das Paradies für Musiker und Whisky-Trinker. Denn um Whisky dreht sich auch der ein oder andere Song.

Von Regine Buddeke