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Ostprignitz-Ruppin Ermittlungen wegen rätselhaften Baumunfalls
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ermittlungen wegen rätselhaften Baumunfalls
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18:33 21.04.2015
Quelle: MAZ
Neuruppin

An einem heißen Juli-Nachmittag vor zwei Jahren war ein Teil der Baumkrone der Kastanie am Bahnhof Rheinsberger Tor plötzlich abgebrochen und auf den Boden gestürzt (die MAZ berichtete). Der Baum steht vor dem Eingang des Bürgerbahnhofs. Unmittelbar unter der Kastanie saßen Gäste eines Bistros. Drei Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, zum Glück niemand lebensbedrohlich. Die herabstürzenden Äste beschädigten Tische und Stühle.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat damals sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dass sollte klären, ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre und wer möglicherweise dafür zur Verantwortung gezogen werden könnte. Der Baum stand auf einem städtischen Grundstück. Die Stadt Neuruppin hat die Kastanie regelmäßig auf Schäden untersuchen lassen. War das vielleicht nicht gründlich genug passiert? Diese Frage ist bis heute ungeklärt.

Nach diesem Gutachten gebe es nun "einen vagen Anfangsverdacht" für eine mögliche Straftat, formuliert es Oberstaatsanwalt Gerhard Grübler bewusst vorsichtig. Dieser Anfangsverdacht richtet sich gegen eine Person, die unter anderem mit der Kontrolle der städtischen Bäume beauftragt war, sagt er, ohne genauer zu werden. Der Gutachter schließt nicht aus, dass die Kontrolleure möglicherweise hätten feststellen können, dass von dem Baum eine Gefahr ausgehen könnte. Ob ihn wirklich eine Schuld trifft, ist völlig unklar. Es seien erst weitere Gespräche nötig, um zu klären, ob sich der Anfangsverdacht bestätigen lässt, so Grübler. Der Ausgang der Ermittlungen ist auch nach so langer Zeit offen.

Mitarbeiter des Stadtbauhofes hatten die abgebrochene Baumkrone sichergestellt. Die Äste liegen noch immer auf dem Gelände des Bauhofes an der Gentzstraße. Auch der restliche Stamm der Kastanie ragt weiter vor dem Bahnhofsgebäude in den Himmel. Eigentlich sollte der kahle Stamm längst gefällt werden. Wegen der andauernden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat die Stadt bisher aber keinen Auftrag dafür erteilt. Inzwischen treibt der Stamm an mehreren Stellen wieder frisches Grün aus.

Von Reyk Grunow

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