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Ostprignitz-Ruppin Waldbrand bei Lübtheen: Löscharbeiten gehen weiter, Rauchgeruch auch in der Nacht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Waldbrand bei Lübtheen: Löscharbeiten gehen weiter, Rauchgeruch auch in der Nacht
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07:55 02.07.2019
Feuerwehrfahrzeuge stehen am Abend bei dichtem Qualm in der evakuierten Ortschaft Alt Jabel. Quelle: Bodo Marks/dpa
Lübtheen

In Mecklenburg-Vorpommern wütet seit dem Sonntag ein Waldbrand, der nach Angaben von Umweltminister Till Backhaus (SPD) der größte in der Geschichte des Landes ist. Betroffen seien 470 Hektar (4,7 Quadratkilometer) auf einem früheren, etwa 6000 Hektar großen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Das Gelände sei hochgradig mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwere. „Die Sicherheit von Leib und Leben hat jetzt oberste Priorität“, sagte Backhaus am Montag in Lübtheen.

Bis in die Nacht hinein sei der Brandgeruch auch in großen Teilen Brandenburgs wahrnehmbar gewesen. Am Dienstagmorgen zieht aber ein kräftiger Wind über Berlin und Brandenburg und bringt kühlere Luft in die Region. „Der Wind weht zur Zeit aus Westen und Südwesten“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Damit verschwinde auch der Brandgeruch, der am Montag aus Mecklenburg-Vorpommern herübergezogen war.

Die Feuerwehr-Regionalleitstelle Nordwest warnte in Brandenburg bereits am Sonntagabend vor dem Rauch und bat Anwohner in zahlreichen Landkreisen Türen und Fenster geschlossen zu halten. Am Montagmittag weitete sie die Warnung noch einmal aus. Betroffen waren demnach die Landkreise Oberhavel, Barnim, Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Potsdam-Mittelmark sowie die kreisfreien Städte Brandenburg/Havel und Potsdam. Der Brandgeruch war am Montag zudem in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen wahrnehmbar.

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Die Feuerwehrleute dürften sich aus Sicherheitsgründen dem Brandgebiet nur bis auf 1000 Meter nähern. Mit Hilfe von Löschpanzern und Löschhubschraubern werde versucht, das vom Wind immer wieder angefachte Feuer einzudämmen. Die Flammen hätten sich vor allem am Boden ausgebreitet, vereinzelt aber auch schon Baumkronen erreicht. Backhaus und auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) warnten Schaulustige dringend davor, sich dem Brandgebiet zu näher. „In diesem Gebiet hat niemand etwas zu suchen. Dort besteht höchste Lebensgefahr“, sagte Backhaus.

Nach Angaben von Landrat Stefan Sternberg (SPD) wurden in der Nacht und am Morgen drei Ortschaften, die unmittelbar an den Brandherd grenzen, vorsorglich evakuiert. Dabei handele es sich um Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs. Betroffen seien insgesamt 650 Menschen, die zumeist bei Verwandten und Bekannten untergekommen seien oder in der Turnhalle von Lübtheen. Zudem sei ein Ferienlager mit 100 Kindern geräumt worden. Die Kinder seien bei ihren Familien in Sicherheit.

>>> Lesen Sie mehr zum Thema: Waldbrände in Brandenburg

„Die Lage ist weiterhin angespannt. Es geht im Moment nicht um das Löschen des Brandes. Es geht um die Sicherung der Ortschaften, um Leib und Leben“, sagte Sternberg, der schon am Sonntagabend Katastrophenalarm ausgelöst hatte. Weitere Evakuierungen seien nicht ausgeschlossen. Ein in der Nähe des Brandes befindliches Werk für Deodorants habe aus Sicherheitsgründen die Produktion eingestellt, die Gasleitungen dorthin seien abgeriegelt worden.

Schon in der vorigen Woche war in dem Waldgebiet östlich Lübtheens auf etwa 6 Hektar ein Feuer ausgebrochen, das nach Behördenangaben aber am Freitag gelöscht war. Am Sonntag brach das Feuer erneut aus und dehnte sich bei teilweise starken und drehenden Winden rasch aus. Als Ursache vermuten die Behörden Brandstiftung. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll das Feuer an drei Stellen ausgebrochen sein. Innenmister Caffier wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht näher zu dem Verdacht äußern.

Das Warngebiet in der App Katwarn.

400 Feuerwehrleute im Einsatz - Verstärkung angefordert

Nach Angaben des Ministers befindet sich direkt am Brandherd ein Zerlegungsbetrieb des Munitionsbergungsdienstes, das besonders vor dem Feuer geschützt werde. „Wir haben alle Maßnahmen getroffen, um das zu sichern. Aber das ist natürlich eine zusätzliche, erhebliche Belastung“, erklärte Caffier.

Laut Backhaus liegen auf dem Gelände nicht nur Munition und Granaten von Manövern, sondern auch große Mengen an Sprengmitteln aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bei Lübtheen habe die Marine ihr Munitions-Hauptlager unterhalten, das 1945 gesprengt worden sei.

Laut Sternberg waren am Montagmorgen knapp 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK und Bundeswehr an der Brandbekämpfung beteiligt. Weitere Kräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und auch aus benachbarten Bundesländern seien angefordert worden.

Nach Angaben von Backhaus werden die alten Kiefernbestände seit Jahrzehnten nicht mehr forstlich bewirtschaftet. Somit liege auch extrem trockenes Altholz am Boden. „Das brennt wie Zunder. Und dann bei dieser Witterung. Das ist wirklich eine riesen Gefahr“, machte der Minister deutlich.

RND/dpa/sag

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