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Ostprignitz-Ruppin "Es riecht nach Wolf"
Lokales Ostprignitz-Ruppin "Es riecht nach Wolf"
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09:33 15.01.2015
Ist ein Wolf bei Alt Ruppin unterwegs? Quelle: dpa
Alt Ruppin/Keller

Da ist sich auch der Experte nicht ganz sicher: Ob ein gerissenes Kamerunschaf, das am Montag auf einer Weide bei Alt Ruppin entdeckt wurde, tatsächlich vom Wolf getötet wurde, da will sich Robert Franck, Wolfsbeauftragter des Landes Brandenburg, nicht festlegen.

 

Drei tote Schafe am Neujahrsmorgen

Eindeutigere Spuren gibt es in einem anderen Verdachtsfall: Drei Schafe stehen noch im Stall von Werner Tornow in Keller bei Lindow. Es waren einmal doppelt so viele. Doch am Neujahrsmorgen fand der 83-Jährige drei seiner Tiere tot und mit Bissspuren an der Kehle auf der Weide. "Das war ein großer Schreck", sagt der Rentner, der gleich Ortsvorsteher Manfred Gaetke verständigte. Noch am selben Tag wurde Robert Franck zu Rate gezogen. Sein Urteil: "Es riecht nach Wolf." Der gezielte Kehlbiss und der Abstand der Zahnabdrücke in den Wunden würden auf Isegrim als Verursacher hinweisen, erklärt Franck.

Der Experte entnahm Speichelproben, die zur Auswertung ins Landesumweltamt geschickt wurden und Bestätigung geben sollen. "Die Ergebnisse der Untersuchung gibt es vielleicht erst im Sommer." Auch woher der Wolf stammt, sei deshalb noch nicht festzustellen. Angesichts der großen Distanz, welche die Tiere zurücklegen, könnte der Angreifer aber sowohl aus der Kyritz-Ruppiner Heide als auch aus der Rüthnicker Heide kommen.

Unter einem Zaun durchgegraben

Das Tier hatte sich in der Silvesternacht unter einem Zaun durchgegraben und dann die drei Schafe gerissen. "Das Loch war 40 Zentimeter tief", berichtet Werner Tornow. Wolfsexperte Franck hat am Tatort alles vermessen. Er vermutet, dass sich der Vorfall in den ruhigeren Morgenstunden ereignet hat. Der Lärm der Silvesternacht hätte das scheue Tier sonst wohl eher verjagt. Im Naturpark Stechlin war es innerhalb kürzester Zeit bereits der zweite Fall, bei dem ein Wolf als Übeltäter in Frage kommt. Bereits vor Weihnachten war im wenige Kilometer entfernten Strubensee ebenfalls ein Schaf durch einen Biss in die Kehle getötet worden. Robert Franck sicherte auch dort die Spuren.

Werner Tornow lässt seine drei verbliebenen Schafe nun zur Sicherheit erst einmal im Stall. "Die sind sowieso noch ganz verstört und wollen gar nicht raus. Sie müssen unheimlich herumgejagt worden sein", vermutet der Hobbyschäfer, der seine Tiere nur als "Rasenmäher" nutzt, wie er sagt. Weil er die Schafe nicht gewerblich hält, bleibt ihm eine Förderung für zusätzliche Schutzmaßnahmen verwehrt. Dennoch erhält der Rentner eine Entschädigung für seinen Verlust. Die gibt es, sobald der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann. Über die Höhe entscheidet nun das Landwirtschaftsministerium.

Hinweise sind hilfreich

In Brandenburg leben nach Schätzungen des Landesumweltamtes 14 Wolfsrudel. Im Jahr 2014 sollen 42 Welpen geboren worden sein. Ein Wolfsrevier kann bis zu 30.000 Hektar groß sein.

Der Wolfsexperte Robert Franck bittet darum, ihm Sichtungen und Hinweise zuzusenden. Es können auch Fotos mitgeschickt werden. Die Wege der Tiere und die Größe ihrer Population lassen sich somit besser nachvollziehen.

Kontakt: Robert Franck ist telefonisch erreichbar unter Tel. 0172/6 04 83 75 oder Tel. 033931/3 92 47. Oder per E-Mail.

Von Christoph Brandhorst

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